Space Invaders: die Kunst, in die Straßen einzudringen

Ich ging mit einer Freundin durch eine Straße in der Nähe meiner Wohnung, als sie mir ein einzementiertes Figürchen in einer Mauer zeigte. Mir fiel sofort diese merkwürdige Aufgabe auf thespiral.eu ein: Finden Sie den “Space Invader” in Ihrer Nähe. Wow, sie hat mir, ohne es zu merken, zu 7000 Credits verholfen!

Aber woher kommen diese “Weltrauminvasoren”, und wer vertreibt sich die Zeit damit, sie überall in Europa anzubringen? Arturo? Natürlich nicht, aber ein anderer Street Artist, ein gewisser… Invader. In 15 Jahren soll er schon mehr als 2700 davon auf der Welt verteilt haben, auf regelrecht besessene Art und Weise. Die Figuren sind inspiriert von dem berühmten Spiel “Space Invaders” (Hinweis für Nostalgiker: Hier können Sie es kostenlos noch einmal spielen - damals haben wir uns noch von schlichten Dingen begeistern lassen).

Nach dem Beispiel der riesigen Reproduktionen aus Post-its sind auch die berühmten Figürchen, die ja nur aus wenigen Pixel bestanden, zu vergrößern. Das tut der Künstler mit Hilfe von bunten Keramikfliesen, die er in die Mauern oder Wände einzementiert. Er arbeitet systematisch: Er sucht sich eine Stadt aus und zieht in nur wenigen Tagen seine Invasion durch. So sind seit Mai etwa 40 Weltallinvasoren in Brüssel eingefallen. In Paris, wo Invader lebt, werden es an die tausend sein!

Eine simple Idee mit großer Wirkung. Das Recycling eines alten Spiels, das alle frühen PC-Besitzer in den 80er Jahren gespielt haben und schlägt damit eine empfindliche Saite an. Er verwendet es auf wörtliche Weise (Invasion), leicht anarchisch (es ist illegal), aber sichtbar (die Stellen sind sorgfältig ausgewählt) und überall (82 Städte weltweit). Ein perfektes Marketing für ein höchst sympathisches Konzept. Das macht ihn zu einem der bekanntesten französischen Bildenden Künstler des Internets.

Seine Berühmtheit verhilft ihm zu Einladungen in Galerien auf der ganzen Welt und zu Angeboten von mehreren tausend Euro für jedes seiner Werke! Dennoch ist dem Künstler die Authentizität seiner Kunst nicht verlorengegangen. Der Prunk der Galerien hindert ihn nicht daran, nach Einbruch der Dunkelheit wieder seinen Kapuzenpulli anzuziehen, um ganz kostenlos (und unerwünscht) Fassaden neu zu gestalten. Diese Nächte enden für ihn übrigens regelmäßig auf dem Polizeirevier. Aber es ist eine hübsche spöttische Geste denen gegenüber, die sich auf üblichem Wege und für tausende Euro um seine Werke reißen. Er eignet sich den öffentlichen Raum an und teilt seine Kunst mit allen… ganz gewiss ein geistiger Bruder von Arturo!

Die Aufgabe besteht also darin, einen dieser “Space Invaders” in Ihrer Stadt zu finden und mit Ihnen oder einer Spirale zu fotografieren. Im Internet lassen sich unschwer Hinweise finden, wo sie zu entdecken sind. So habe ich eine Weile damit verbracht, sie in Brüssel aufzustöbern. Leider habe ich erst bei der Rückkehr gemerkt, dass man nur ein einziges Foto vorlegen darf… kein Glück!

Dabei ist es höchste Zeit, Punkte zu sammeln! Montag wird das letzte Zoomniveau auf der Karte freigeschaltet, und ein Maximum an Credits ist nötig, um endlich die Gemälde präzise lokalisieren zu können. Werden Sie einer der ersten sechs sein? Die Spirale stellt dann das Umherschicken des Werks per Post ein und sendet es an Ihre Adresse.

Apropos, noch eine Aufgabe, die viele Punkte bringt: Kontakt aufnehmen zu einem Warehouse-Mitglied (Friend of the Warehouse), um über Kunst zu sprechen. Mich fragt zwar keiner, aber ich erwähne trotzdem, dass ich dort mal gewohnt habe…

Kategorien: Non classé

Kommentare