Dominique Manottis „Roter Glamour“ ist der beste Krimi des Jahres 2011

Soeben ist die erste Top-Ten-Auswahl des Jahres online gegangen: die KrimiZEIT-Bestenliste 2011.
Mit Dominique Manotti steht eine bisher kaum bekannte Autorin an erster Stelle. Seit ihrem Debüt 1995 ist das zentrale Thema Manottis der Ursprung des Verbrechens aus der sozialen Struktur. Roter Glamour ist – auf Deutsch erschienen im Jahr der Offenbarwerdung des Strauss-Kahn – eine nüchterne Abrechnung mit den Herrschaftspraktiken der sogenannten französischen Elite, die sogenannte linke Abteilung inklusive.
Manotti steht in einer Tradition, die hierzulande leider nie diese kalte, scharfe Wucht bekommen hat wie in Frankreich: der des sozialkritischen Kriminalromans. Der deutsche Soziokrimi war im Vergleich zu den Franzosen immer zu brav, zu kleinteilig, zu herrschaftsfromm und vor allem zu moralisierend. Bei Manotti gibt es keine Klage, keine Anklage, da wird berichtet, was ist. Die Wut hat Gestalt angenommen.
Tendenz? Danach wird immer gerne gefragt. Keine Tendenz, wo der Krimi hingeht, wird in der KrimiZEIT-Bestenliste 2011 erkennbar.
Sie ist einfach nur eine Auswahl und Hommage an exquisite Kriminalliteratur.

Lesen Sie selbst! Hier mit allen Rezensionen. Und hier können Sie einen Kommentar des Jurysprechers hören.

Kategorien: fiction