Catherine Deneuve, Chiara Mastroianni, FILM

GANZ DER PAPA, GANZ DIE MAMA

Schon sechs Mal stand Chiara Mastroianni gemeinsam mit ihrer Mutter Catherine Deneuve vor der Kamera – zuletzt für das Melodram „3 Herzen“. Einblicke in eine besondere Mutter-Tochter-Beziehung.

Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve und Charlotte Gainsbourg (v.l.n.r.) in „Drei Herzen“ © Wild Bunch Germany

Dass Chiara Mastroianni in die Fußstapfen ihrer berühmten Mutter treten und Schauspielerin werden würde, war nicht vorprogrammiert. „Was mich anging, so hatte meine Mutter nur eine Obsession: dass ich meinen Führerschein mache“, sagt Chiara Mastroianni. Catherine Deneuve war sogar enttäuscht, als ihre Tochter die Schauspielkarriere einschlug: „Sie wollte, dass ich etwas Ernsthaftes mache.“ Der Vater sah es ein wenig anders: „Er war sehr stolz auf meine Entscheidung.“

Ihre Mutter erfuhr nur indirekt von der Berufsentscheidung ihrer Tochter: „Chiara hat es mir nie gesagt. Aber ein befreundeter Regisseur rief mich an und fragte, ob er Probeaufnahmen von ihr machen könnte. Ich sagte ‚Warum nicht?‘ Denn ich wusste, dass sie mit ihrem Studium nicht allzu glücklich war.“ Es war nicht das glamuröse Leben von Schauspielern, dass die Tochter lockte. „Meine Eltern lebten nicht wie Filmstars, waren keine Egomanen.“ Den Maßstab für wahren Ruhm fand sie woanders: „Ich war ein großer Fan von Hitchcock-Filmen wie ‚Über den Dächern von Nizza‘ (1955) und ich war so stolz, weil meine Mutter wie Grace Kelly aussah.“

Unprätentiöse Art

Chiara Mastroianni hingegen ist äußerlich „ganz der Papa“: „Das habe ich seit meiner Kindheit unzählige Male gehört. Ich bin schon enttäuscht, wenn man das nicht erwähnt. Manchmal sagen die Leute: Sie sehen Ihrer Mutter ähnlich. Und ich sage: Was – meiner Mutter?“ Vater Marcello Mastroianni starb 1996 an Krebs, als Chiara 27 Jahre alt war.

In „3 Herzen“ stehen Mutter und Tochter schon zum sechsten Mal gemeinsam vor der Kamera – als Mutter und Tochter. Persönliche Referenzen hat der Film nicht, Deneuve und Mastroianni wissen Berufliches und Privates streng zu trennen. Im Film hat Mastroianni außerdem eine Schwester, gespielt von Charlotte Gainsbourg. Als diese hörte, dass Chiara Mastroianni ihre Schwester spielen sollte, war sie nervös. Denn: „Ich kannte die beiden, und sie haben eine enge Beziehung, kommunizieren auf eine ganz spezifische Weise miteinander. Ich war mir nicht sicher, wie ich glaubwürdig spielen sollte, dass ich ein Teil dieser Familie bin. Deshalb fragte ich die beiden, ob wir vorher miteinander proben sollten.“ Aber das Duo Deneuve-Mastroianni in seiner unverwechselbar unprätentiösen Art lehnte ab: „Die sagten einfach: Das kriegen wir schon hin. Mach dir keine Sorgen.“

Rüdiger Sturm

Den vollen Artikel über Catherine Deneuve und Chiara Mastroianni lesen Sie im aktuellen Arte Magazin.

3 Herzen

Drama

Marc (Benoît Poelvoorde)­ verliebt sich in Sylvie (Charlotte­ Gainsbourg)­, doch durch einen unglücklichen Zufall sehen sich die beiden nicht wieder. Wenig später lernt er Sophie (Chiara­ Mastroianni) kennen und heiratet sie. Was er da noch nicht weiß: Sylvie und Sophie­ sind Schwestern.­

Mittwoch, 19. April, 20.15 Uhr

 

Kategorien: April 2017