Depression

11 FAKTEN ÜBER DEPRESSIONEN

Vier Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an Depressionen – Tendenz steigend. Über die Krankheit grassieren viele Mythen und Vorurteile – Zeit, mit einigen von ihnen aufzuräumen.

Bei vielen Menschen sind gängige Therapiemethoden gegen Depressionen unwirksam @HR


    • Nahezu jeder fünfte Mensch leidet mindestens einmal im Leben unter einer Depression.
    • Die Bezeichnungen „deprimiert“ und „depressiv“ werden oft synonym verwendet. Dabei besteht ein großer Unterschied zwischen ihnen: „Deprimiert“ ist jeder mal. „Depressiv“ ist nur jemand, der tatsächlich an der Krankheit Depression leidet.
    • Oft wird behauptet, Frauen seien doppelt so oft von einer Depression betroffen wie Männer. Doch richtig ist nur: Bei Frauen wird die Diagnose „Depression“ fast doppelt so häufig gestellt wie bei Männern. Das kann auch damit zusammenhängen, dass Frauen mit psychischen Problemen eher zum Arzt gehen und besser über ihre Gefühle sprechen können – und deshalb eher als „depressiv“ eingestuft werden als Männer. Frauen sind also möglicherweise nicht doppelt so oft betroffen, werden aber sehr viel häufiger als Männer diagnostiziert.
    • In Ländern mit mittlerem bis höherem Einkommensstandard sind Depressionen verbreiteter als in ärmeren Ländern. Besonders viele Depressionskranke leben einer Studie zufolge in Frankreich, den Niederlanden und den USA.
    • Auslöser für eine Depression sind am häufigsten Erlebnisse wie Scheidung, Trennung oder der Tod eines nahestehenden Menschen.
    • Viele berühmte Persönlichkeiten sind von Depressionen betroffen – etwa Oprah Winfrey, Brad Pitt und J.K. Rowling.
    • Es vergehen durchschnittlich elf Monate, bis Menschen, die an einer Depression leiden, zum Arzt gehen.
    • Die Verschreibungen von Antidepressiva sind in Deutschland seit dem Jahr 2000 um 138 Prozent gestiegen.
    • Bei etwa einem Drittel der Depressionspatienten helfen die gängigen Antidepressiva nicht.
    • Eine neue Studie in Berlin untersucht aktuell, ob den Patienten, bei denen Antidepressiva nicht wirken, möglicherweise mit einem Antibiotikum geholfen werden kann. Die Ärzte gehen davon aus, dass bei diesen Patienten Entzündungsprozesse im Gehirn für die Depression verantwortlich sind. Das Antibiotikum – Minocyclin – wirkt so aufs Immunsystem ein, dass Entzündungsprozesse eingedämmt werden. Ende des Jahres werden erste Ergebnisse aus der Studie erwartet.
    • Ein anderer ungewöhnlicher Therapieansatz ist die Behandlung von Depressiven mit Botox – das Nervengift, das vor allem als Beautybehandlung gegen ungeliebte Fältchen im Einsatz ist. Das Botox wird den Depressionskranken in den „Musculus corrugator supercilii“ – auch Stirnrunzler genannt – injiziert. Die Ärzte gehen davon aus, dass die Lähmung des Muskels nicht nur die Mimik aufhellt, sondern die Stimmung gleich mit.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im aktuellen ARTE Magazin.

Depression – neue Hoffnung?

Dokumentarfilm
Samstag, 8. April um 21.45 Uhr

Diese Dokumentation ist Teil eines crossmedialen Projekts zum Thema Hoffnung bei Depression im TV, einer zehnteiligen Webvideoreihe auf arte.tv und auf ARTE Facebook. Exklusiv online erfahren die Nutzer, wie Diagnose- und Therapieangebote aus dem Netz in der wissenschaftlichen Bewertung abschneiden.

 

Kategorien: April 2017