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VOM BAUARBEITER ZUM STAR

Sixto Rodriguez feiert nach dem Erfolg des Dokumentarfilms „Searching for Sugar Man“ mit Mitte 70 einen späten Erfolg. Wie geht es dem Musiker heute?

Wird dieses Jahr 75 Jahre alt: Sixto Rodriguez
© Linus Hallsénius

Als „Searching for sugar man“ 2012 in die Kinos kam, löste der Dokumentarfilm einen kleinen Hype aus. Kaum ein Get-Together unter Freunden, bei dem damals nicht jemand eines der Alben von Rodriguez auflegte. Und die Anwesenden in die unglaubliche Geschichte einweihte, die der Film erzählt: Der Detroiter Folkmusiker und Songwriter Sixto Rodriguez veröffentlicht Anfang der 1970er Jahre zwei Alben. Die bleiben in den USA erfolglos. Ohne sein Wissen wird er aber kurz darauf im Apartheid-Südafrika ein Star. Seine Hits stehen für politischen Widerstand und Engagement für soziale Gerechtigkeit. Seine südafrikanischen Fans denken, der Musiker sei früh gestorben – es grassieren alle möglichen, spektakulären Gerüchte um seinen Tod.

Rodriguez bekommt von alledem nichts mit, denn in Südafrika werden Raubkopien seiner Alben vertrieben. Bis heute ist unklar, wie genau die Alben nach Südafrika gelangten – und wer sich an dem Massengeschäft mit ihnen bereicherte. Rodriguez jedenfalls bringt seine Familie mit Gelegenheitsjobs durch. Bis sich zwei Fans aus Kapstadt Ende der 1990er Jahre auf die Suche nach ihm machen – und ihn schließlich in Detroit finden, wo er als Bauarbeiter seinen Lebensunterhalt verdient.

Die kleinen Dinge

Sie verhelfen ihm zu einem späten Ruhm. 1998 tritt der Musiker bei einer Reihe von Konzerten in Südafrika vor Tausenden Fans auf. Der Film erzählt diese Geschichte so spannend nach, dass selbst der Zuschauer lange nicht weiß, ob Rodriguez denn noch lebt oder nicht – und ob die beiden Fans ihn finden werden. Der Dokumentarfilm machte Rodriguez über Südafrika hinaus einem Massenpublikum bekannt.

Mit 74 Jahren gibt er heute weltweit Konzerte. Vergangenes Jahr trat er auf Festivals in Europa auf und machte sogar eine Australien-Tour. Die Gebrechen des Alters sieht man dem Musiker langsam an – er leidet an grünem Star, muss bei Konzerten auf die Bühne geführt werden. Dort allerdings versprüht er eine charismatische Energie, spielt meist einen Mix aus eigenen Liedern und Cover-Songs. Er genießt seinen späten Ruhm. „Mir gefallen besonders die kleinen Dinge bei Konzerten“, so Rodriguez. „Der Zimmerservice im Hotel etwa.“

Searching for Sugar Man

Freitag, 3.3., 22.00 Uhr

 

Kategorien: März 2017