In der Haut von Diane Kruger – Season finale

Ich sage mir, dass es mein letztes Festival in dieser Rolle war, die fast zwei Wochen lang die meine war, und ein letztes Mal denke ich zurück an das wilde Treiben des kompletten Wahnsinns.
Kino-Magie, der Zauber des Festivals, Stars und Sternchen und Glamour auf der Croisette… Wir sind mittendrin – dank des nicht-offiziellen Blogs von Diane Kruger, Jurymitglied des 65. Filmfestivals.

Ich sage mir, dass es mein letztes Festival in dieser Rolle war, die fast zwei Wochen lang die meine war, und ein letztes Mal denke ich zurück an das wilde Treiben des kompletten Wahnsinns.

Gestern Abend waren Schnuckelchen und ich bei der Wohltätigkeitsgala unter der Schirmherrschaft von Prinz Albert zugunsten der AmfAR, die sich für die Aidsforschung einsetzt.

Ich nutze die Gelegenheit um Ihnen mein musikalisches Homonym vorzustellen, das man – nun ja, wie soll ich’s sagen – am besten mit einem “Jägermeister” verdauen kann.

Wie soll man sich in diesem hektischen Treiben behaupten, als unbedeutendes Mitglied der Jury? Glauben Sie mir, das ist nicht einfach, denn unsere einzige Verbindung nach draußen ist der rote Teppich am Abend.

Wenn ich all diese tollen Filme sehe, bekomme ich richtig Lust, in jedem dieser Filme mitzuspielen.

Bei diesem feuchten Wetter habe ich allerdings ein ganz anderes Problem: die Haare. Deswegen stecke ich sie mir am besten zu einem Knoten. Banane, oder klassischer Chignon, romantisch oder hollywood-like, mir steht einfach alles und ich kann meiner Fantasie freien Lauf lassen.

Wir sitzen im schönen Saal, der den Beratungen der Jury vorbehalten ist, geschmückt mit riesigen Vasen, in denen weiße Orchideen künstlerisch angeordnet wurden. Nanni Moretti lächelt so gut wie nie und redet nur wenig, Jean-Paul Gaultier dagegen lacht die ganze Zeit.

Ich habe mindestens 16 Frauen gesehen, die versucht haben, meinen Look vom Vorabend auf dem roten Teppich zu kopieren, natürlich viel billiger und längst nicht so gut.

Endlich! Schnuckelchen ist angekommen. Nun hat es ein Ende mit den kalten Nächten in der Seidenbettwäsche meiner Suite im Carlton.

Das Eröffnungsdinner gestern habe ich mir geschenkt; das dauert viel zu lang und liegt nachher viel zu schwer im Magen.