“Moonrise Kingdom” von Wes Anderson

1965, eine kleine Insel vor der Küste Neuenglands. Ein Junge und ein Mädchen verlieben sich und beschließen, zu fliehen. Schon bald sind ihnen alle auf den Fersen: die verzweifelten Eltern, eine Horde Pfadfinder, ein melancholischer Polizist und ein aufkommendes Gewitter.

Auch in seinem neusten Film widmet sich Wes Anderson wieder seinem Lieblingsthema: dem Kampf gegen die Melancholie; die Melancholie der Erwachsenen, die sich das Leben doch so anders vorgestellt hatten. Dieses Mal hat Anderson den durchgeknallten Erwachsenen Kinder gegenübergestellt, die, noch unverdorben und gegen alle Welt entschlossen, ihre Liebe leben möchten. Das junge Paar, das am Anfang des Films noch wenig anziehend wirkt, schafft es nach und nach, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und bringt die anderen Figuren des Films dazu, ihr wahres Ich zu enthüllen. Die einen in ihrer Engstirnigkeit, die anderen mit ihren versteckten Wünschen und Hoffnungen. Einfach zauberhaft.

Virginie Apiou

Moonrise Kingdom, von Wes Anderson, mit Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray, Frances McDormand, Tilda Swinton, Jason Schwartzman, Bob Balaban (USA, 2012, 94 Minuten). Offizieller Wettbewerb.

Kategorien: Die Filme des Tages

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