Themenabend

Magie der Moore

Dokumentarfilm -
91 Min.
  • SENDETERMINE UND VERFÜGBARKEIT Descendre

    • Sendetermine:
    • Freitag, 4. November um 16.20 Uhr
    • Dienstag, 1. November um 9.25 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 22. Oktober bis zum 29. Oktober 2016

    Mich per E-Mail erinnern

    Stunden vor der nächsten Ausstrahlung dieses Programms eine E-Mail als Erinnerung.

    ARTE garantiert, dass die angegebene E-Mail-Adresse nur für den Versand dieser Erinnerungsmail verwendet wird.

Wie kaum ein anderer Lebensraum birgt das Moor unzählige Geschichten: Seine Anziehungskraft und dunklen Mythen lassen uns erschauern, die Pracht seiner Artenvielfalt staunen. In seinem Dokumentarfilm lenkt der renommierte Naturfilmer Jan Haft ("Das grüne Wunder Unser Wald") den Blick auf eines der wichtigsten und schönsten Biotope.

Wer hätte gedacht, dass Kreuzottern mit der gleichen Anmut tanzen wie die Kobra eines indischen Schlangenbeschwörers? Dass Moore die Heimat fleischfressender Pflanzen sind, die mit leuchtend roten und klebrigen Tentakeln ihre hilflosen Opfer fest halten? Wer weiß schon, dass diese Landschaften aus einem verfilzten Netzwerk ewig wachsender Moossprosse bestehen und dass diese zierlichen Moospflanzen in ihren Sporenkapseln den Druck eines LKW-Reifens aufbauen können, bevor sie krachend explodieren? Als Heimat großer und kleiner Tiere bieten Moore eine schier unfassbare Vielfalt an Lebensformen Nicht Wasser, nicht Land, nicht See und nicht Wald: Sie befinden sich an den Schnittstellen verschiedener Existenzformen, die im Kreislauf der Tages- und Jahreszeiten ein faszinierendes Eigenleben entwickelt haben In der Nacht sind die Moore das Reich der Fallensteller und Jäger, ein vibrierendes Labyrinth, in dem man zu versinken droht: Ein Fehltritt kann das Ende bedeuten. Am Tag, wenn sich die Nebelschwaden des frühen Morgens gelichtet haben, leuchtet der Teppich aus Wollgras, durchstreifen Reptilien, Insekten und vereinzelte Großtiere die Moore, und so manches Geheimnis tritt zu Tage: Dass der Moosfilz manch schauriges Geheimnis birgt, wie etwa den Leichnam des 2.000 Jahre alten Tollund-Mannes, dessen Antlitz heute noch so lebendig wirkt, als würde er nur schlafen Konserviert ist er im Torf, dessen Schichten kontinuierlich wachsen und als riesige CO2Speicher agieren. In ihnen sammelt sich das Regenwasser, es entstehen Teiche, Tümpel und andere Gewässer. In Mitten der Moore trifft man auf Birkhühner und Doppelschnepfen, die sich im Morgengrauen zur Balz versammeln. Wir erleben sie als flatternde Kavaliere, die in der frostigen Manege des Winters ihr Balzritual inszenieren. Ganz anders das Bild der abgestreiften Häute, die die Kreuzottern zurücklassen Mit erhobenen Körpern kämpfen die Schlangen gegeneinander, ein faszinierender Tanz Im Frühjahr wird das Regenmoor von einem Meer eigentümlicher Pflanzen besiedelt, darunter das Dungmoos mit seinen gelben Schirmchen und der fleischfressende Sonnentau. Mit über hundert klebrigen Tentakeln auf jedem Blatt wird er zur tödlichen Falle ahnungsloser Insekten und Schmetterlinge wie dem Federgeistchen Stärker zur Wehr setzen kann sich der Bär, kein typisches Moortier, aber er nutzt die Abgeschiedenheit des Moores für seine Beutezüge. Im Sommer, wenn sich das Moor aufheizt, verkriechen sich sogar die Schlangen in feuchtere Abschnitte Das Wasser steht immer hoch, im Winter jedoch höher als im Sommer bis knapp unter der Oberfläche und bietet wenig Raum für Mikroorganismen Durch den hohen Wasserstand und den Säuregehalt im Moorboden werden Pflanzenreste langsamer abgebaut als nachwachsen So erschafft sich das Moor fortlaufend selbst. Ständig droht das Wasser das Land zu verschlingen Heerscharen von Kleinstlebewesen wie die Moorameisen und die Moosbeere, die wie so viele Arten Relikte aus der Eiszeit sind, passen sich den Bedingungen an.

Besetzung und stab
  • Regie:Jan Haft
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2015
  • Herkunft:BR
Kommentare (0)
  • Weiterlesen

    Wer hätte gedacht, dass Kreuzottern mit der gleichen Anmut tanzen wie die Kobra eines indischen Schlangenbeschwörers? Dass Moore die Heimat fleischfressender Pflanzen sind, die mit leuchtend roten und klebrigen Tentakeln ihre hilflosen Opfer fest halten? Wer weiß schon, dass diese Landschaften aus einem verfilzten Netzwerk ewig wachsender Moossprosse bestehen und dass diese zierlichen Moospflanzen in ihren Sporenkapseln den Druck eines LKW-Reifens aufbauen können, bevor sie krachend explodieren? Als Heimat großer und kleiner Tiere bieten Moore eine schier unfassbare Vielfalt an Lebensformen Nicht Wasser, nicht Land, nicht See und nicht Wald: Sie befinden sich an den Schnittstellen verschiedener Existenzformen, die im Kreislauf der Tages- und Jahreszeiten ein faszinierendes Eigenleben entwickelt haben In der Nacht sind die Moore das Reich der Fallensteller und Jäger, ein vibrierendes Labyrinth, in dem man zu versinken droht: Ein Fehltritt kann das Ende bedeuten. Am Tag, wenn sich die Nebelschwaden des frühen Morgens gelichtet haben, leuchtet der Teppich aus Wollgras, durchstreifen Reptilien, Insekten und vereinzelte Großtiere die Moore, und so manches Geheimnis tritt zu Tage: Dass der Moosfilz manch schauriges Geheimnis birgt, wie etwa den Leichnam des 2.000 Jahre alten Tollund-Mannes, dessen Antlitz heute noch so lebendig wirkt, als würde er nur schlafen Konserviert ist er im Torf, dessen Schichten kontinuierlich wachsen und als riesige CO2Speicher agieren. In ihnen sammelt sich das Regenwasser, es entstehen Teiche, Tümpel und andere Gewässer. In Mitten der Moore trifft man auf Birkhühner und Doppelschnepfen, die sich im Morgengrauen zur Balz versammeln. Wir erleben sie als flatternde Kavaliere, die in der frostigen Manege des Winters ihr Balzritual inszenieren. Ganz anders das Bild der abgestreiften Häute, die die Kreuzottern zurücklassen Mit erhobenen Körpern kämpfen die Schlangen gegeneinander, ein faszinierender Tanz Im Frühjahr wird das Regenmoor von einem Meer eigentümlicher Pflanzen besiedelt, darunter das Dungmoos mit seinen gelben Schirmchen und der fleischfressende Sonnentau. Mit über hundert klebrigen Tentakeln auf jedem Blatt wird er zur tödlichen Falle ahnungsloser Insekten und Schmetterlinge wie dem Federgeistchen Stärker zur Wehr setzen kann sich der Bär, kein typisches Moortier, aber er nutzt die Abgeschiedenheit des Moores für seine Beutezüge. Im Sommer, wenn sich das Moor aufheizt, verkriechen sich sogar die Schlangen in feuchtere Abschnitte Das Wasser steht immer hoch, im Winter jedoch höher als im Sommer bis knapp unter der Oberfläche und bietet wenig Raum für Mikroorganismen Durch den hohen Wasserstand und den Säuregehalt im Moorboden werden Pflanzenreste langsamer abgebaut als nachwachsen So erschafft sich das Moor fortlaufend selbst. Ständig droht das Wasser das Land zu verschlingen Heerscharen von Kleinstlebewesen wie die Moorameisen und die Moosbeere, die wie so viele Arten Relikte aus der Eiszeit sind, passen sich den Bedingungen an.

  • Empfohlene Videos
  • Besetzung und Stab
    • Regie:Jan Haft
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2015
    • Herkunft:BR
  • Kommentare