Themenabend

Tracks

Bruce Sterling / Neil Harbisson / Cyber Invisible / Syd Mead

Magazin -
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    • Sendetermine:
    • Donnerstag, 15. September um 1.40 Uhr
    • Samstag, 10. September um 24.10 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 10. September bis zum 17. September 2016
    • Verfügbar in Europa

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(1) Bruce Sterling: Für den amerikanischen Science-Fiction-Autor ist die Zukunft ein reichlich komplizierter Haufen von Problemen ... (2) Neil Harbisson: Der Klang der Farben - Wie der katalanisch-britische Künstler zum Cyborg wurde. (3) Cyber Invisible: Hide and geek? Oder: Versteckspielen im Cyber-Age (4) Syd Mead: Besuch beim 83-jährigen Multitalent und Retro-Futuristen

(1): Bruce Sterling

Fliegende Autos, Beamen von A nach B, freundliche humanoide Aliens und sexy Klamotten: Für viele war die Zukunft ganz einfach eine große Wundertüte. Doch damit hat Bruce Sterling endgültig Schluss gemacht. Für den amerikanischen Science-Fiction-Autor ist die Zukunft ein reichlich komplizierter Haufen von Problemen, bei denen der Mensch meist kein allzu glorreiches Bild abgibt: Katastrophen, Verbrechen, Datenhorror verbinden sich in seinen Romanen zu Visionen einer Welt, in der Technologie eher das Problem als die Lösung darstellt. Bruce Sterling, geboren 1954 in Texas, Romanautor, Designjournalist, Geheimdienst-Berater und Whistleblower in Klimafragen, bietet seine ganze Vorstellungskraft auf, um sich das Schlimmste auszumalen und es vielleicht doch noch zu verhindern. Als Pionier des Cyberpunk sah er die Auswüchse einer Gesellschaft voraus, in der Computernetze alles bestimmen. Er erfand das Konzept des "Spime", eine ziemlich weit reichende Version des Internets der Dinge. In seinem Blog "Beyond the Beyond" analysiert er seit 2003 die Design-Avantgarde und schärft dabei seinen visionären Geist in der Betrachtung von Objekten und Materialien. No future is the future! Doch Bruce Sterling hat alles im Griff!

(2): Neil Harbisson: Der Klang der Farben ...

"Welche Farbe hat ein Fis?" bzw. "Klingt dieses Lila auch richtig?" Antworten auf solche Fragen kann erstmals der katalanisch-britische Künstler Neil Harbisson geben. Er leidet von Geburt an einer so genannten Achromatopsie, die ihn vollkommen farbenblind macht. Seit seiner Kindheit lebt er in einer Welt der Grautöne, und das gilt für alles: seine Kleidung, seine Bilder an der Kunsthochschule, die schwarzen und weißen Tasten seines Lieblingsinstruments, des Klaviers. 2003 lernte er den Kybernetik-Fachmann Adam Montandon kennen, worauf er beschloss, seinen ersten "Eyeborg" zu konstruieren: eine Kamera, die die Lichtfrequenzen der Farben in Töne verwandelt. Durch eine direkt in den Schädel eingepflanzte Antenne wurde er damit zu einem Cyborg: einem technologisch "verbesserten" Menschen. Inzwischen hat Neil auch als allererster einen Reisepass, der ihn explizit als "Cyborg" ausweist, und nun kämpft er für die Anerkennung dieses Statuts und gegen die Diskriminierung von Menschen wie ihm im Alltag, Menschen, für die Körper und Technik ganz einfach eines sind. Mit seiner Partnerin Moon Ribas hat er die sehr seriöse Cyborg Foundation gegründet, an die sich inzwischen Cyborgs aus aller Welt wenden. Der Kampf hat gerade erst begonnen ...

(3): Cyber Invisible: Hide and geek?

250 Millionen Überwachungskameras gibt es auf der Welt, da bleibt niemand unerfasst! Big Brother wird also immer mächtiger, was Künstler auf den Plan ruft, die neue Strategien des Widerstands dagegen entwickeln. Der Türke Ceren P., Autor eines Survival-Guides in der Welt der Algorithmen, erfindet ein Tuch, um Kameras mit Blindheit zu schlagen. Der New-Yorker Zach Blas modelliert Plastikmasken in 3D unter Verwendung der aggregierten Daten mehrerer Personen, eine Kritik an den mehr als tendenziösen Kriterien, die bei der Gesichtserkennung verwendet werden. Und mit seinem Projekt "URME Surveillance" opfert sich Leonardo Selvaggio aus Chicago für die Allgemeinheit, indem er sein eigenes Gesicht als hyperrealistische Maske allen zur Verfügung stellt, die unerkannt bleiben wollen. Beim Versteckspielen im Cyber-Age sind alle Mittel recht!

(4) Syd Mead: Retour vers le rétro futur

1988 brachte das Los Angeles Times Magazine eine Sondernummer zum Thema "Zukunft" heraus, worin dargestellt wurde, wie man sich damals das Leben der Amerikaner im Jahr 2013 vorstellte. Die Titelseite mit selbstfahrenden Elektroautos zeichnete Syd Mead. 28 Jahre später ist zumindest das keine Science Fiction mehr! Sollte der Name Syd Mead niemandem etwas sagen, sind zumindest die Filme, an denen er mitgearbeitet hat, bekannt. Er steckt nämlich hinter den "Light Cycles" in "Tron" und auch hinter den Raumschiffen aus "Alien". Geboren wurde er 1933 in Minnesota, seine Zeichnungen schufen die Universen einiger der größten Science-Fiction-Filme. Doch bevor er die retro-futuristischen Welten des 21. Jahrhunderts entwickelte, war Syd zehn Jahre lang Industrie-Designer und entwarf Autos und Bauwerke. Sogar an der Concorde hat er mitgearbeitet! Den 83jährigen Retro-Futuristen der 1980er hat "Tracks" in seinem Haus in Kalifornien besucht.

Besetzung und stab
  • Regie:Realisateurs Differents
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2015
  • Herkunft:ARTE F
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    (1): Bruce Sterling

    Fliegende Autos, Beamen von A nach B, freundliche humanoide Aliens und sexy Klamotten: Für viele war die Zukunft ganz einfach eine große Wundertüte. Doch damit hat Bruce Sterling endgültig Schluss gemacht. Für den amerikanischen Science-Fiction-Autor ist die Zukunft ein reichlich komplizierter Haufen von Problemen, bei denen der Mensch meist kein allzu glorreiches Bild abgibt: Katastrophen, Verbrechen, Datenhorror verbinden sich in seinen Romanen zu Visionen einer Welt, in der Technologie eher das Problem als die Lösung darstellt. Bruce Sterling, geboren 1954 in Texas, Romanautor, Designjournalist, Geheimdienst-Berater und Whistleblower in Klimafragen, bietet seine ganze Vorstellungskraft auf, um sich das Schlimmste auszumalen und es vielleicht doch noch zu verhindern. Als Pionier des Cyberpunk sah er die Auswüchse einer Gesellschaft voraus, in der Computernetze alles bestimmen. Er erfand das Konzept des "Spime", eine ziemlich weit reichende Version des Internets der Dinge. In seinem Blog "Beyond the Beyond" analysiert er seit 2003 die Design-Avantgarde und schärft dabei seinen visionären Geist in der Betrachtung von Objekten und Materialien. No future is the future! Doch Bruce Sterling hat alles im Griff!

    (2): Neil Harbisson: Der Klang der Farben ...

    "Welche Farbe hat ein Fis?" bzw. "Klingt dieses Lila auch richtig?" Antworten auf solche Fragen kann erstmals der katalanisch-britische Künstler Neil Harbisson geben. Er leidet von Geburt an einer so genannten Achromatopsie, die ihn vollkommen farbenblind macht. Seit seiner Kindheit lebt er in einer Welt der Grautöne, und das gilt für alles: seine Kleidung, seine Bilder an der Kunsthochschule, die schwarzen und weißen Tasten seines Lieblingsinstruments, des Klaviers. 2003 lernte er den Kybernetik-Fachmann Adam Montandon kennen, worauf er beschloss, seinen ersten "Eyeborg" zu konstruieren: eine Kamera, die die Lichtfrequenzen der Farben in Töne verwandelt. Durch eine direkt in den Schädel eingepflanzte Antenne wurde er damit zu einem Cyborg: einem technologisch "verbesserten" Menschen. Inzwischen hat Neil auch als allererster einen Reisepass, der ihn explizit als "Cyborg" ausweist, und nun kämpft er für die Anerkennung dieses Statuts und gegen die Diskriminierung von Menschen wie ihm im Alltag, Menschen, für die Körper und Technik ganz einfach eines sind. Mit seiner Partnerin Moon Ribas hat er die sehr seriöse Cyborg Foundation gegründet, an die sich inzwischen Cyborgs aus aller Welt wenden. Der Kampf hat gerade erst begonnen ...

    (3): Cyber Invisible: Hide and geek?

    250 Millionen Überwachungskameras gibt es auf der Welt, da bleibt niemand unerfasst! Big Brother wird also immer mächtiger, was Künstler auf den Plan ruft, die neue Strategien des Widerstands dagegen entwickeln. Der Türke Ceren P., Autor eines Survival-Guides in der Welt der Algorithmen, erfindet ein Tuch, um Kameras mit Blindheit zu schlagen. Der New-Yorker Zach Blas modelliert Plastikmasken in 3D unter Verwendung der aggregierten Daten mehrerer Personen, eine Kritik an den mehr als tendenziösen Kriterien, die bei der Gesichtserkennung verwendet werden. Und mit seinem Projekt "URME Surveillance" opfert sich Leonardo Selvaggio aus Chicago für die Allgemeinheit, indem er sein eigenes Gesicht als hyperrealistische Maske allen zur Verfügung stellt, die unerkannt bleiben wollen. Beim Versteckspielen im Cyber-Age sind alle Mittel recht!

    (4) Syd Mead: Retour vers le rétro futur

    1988 brachte das Los Angeles Times Magazine eine Sondernummer zum Thema "Zukunft" heraus, worin dargestellt wurde, wie man sich damals das Leben der Amerikaner im Jahr 2013 vorstellte. Die Titelseite mit selbstfahrenden Elektroautos zeichnete Syd Mead. 28 Jahre später ist zumindest das keine Science Fiction mehr! Sollte der Name Syd Mead niemandem etwas sagen, sind zumindest die Filme, an denen er mitgearbeitet hat, bekannt. Er steckt nämlich hinter den "Light Cycles" in "Tron" und auch hinter den Raumschiffen aus "Alien". Geboren wurde er 1933 in Minnesota, seine Zeichnungen schufen die Universen einiger der größten Science-Fiction-Filme. Doch bevor er die retro-futuristischen Welten des 21. Jahrhunderts entwickelte, war Syd zehn Jahre lang Industrie-Designer und entwarf Autos und Bauwerke. Sogar an der Concorde hat er mitgearbeitet! Den 83jährigen Retro-Futuristen der 1980er hat "Tracks" in seinem Haus in Kalifornien besucht.

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    • Regie:Realisateurs Differents
    • Land:Frankreich
    • Jahr:2015
    • Herkunft:ARTE F
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