Der digitale Patient

Der digitale Patient

Dienstag, 16. Februar um 21:30 Uhr (52 Min.)

Der digitale Patient

Dienstag, 16. Februar um 21:30 Uhr (52 Min.)

Erstausstrahlung am Freitag, 26.02. um 8:55 Uhr

In Deutschland laufen bereits erste Pilotprojekte, bei denen Patienten ihre Körperdaten per Smartphone-App an Ärzte oder Versicherungen schicken. Die Industrie drängt mit neuen Produkten auf den Markt. Auch die Politik will der Technologie mit neuen Gesetzen den Weg ebnen. Ist die digitale Medizin Chance oder Risiko? Welche Folgen hat die umfassende Speicherung der Daten für uns?

E-Health, Telemedizin oder Wearable Technology: Unternehmen und Krankenkassen wollen den Milliardenmarkt des Gesundheitssystems für sich erschließen. Ziel ist die vollständige Vernetzung und Digitalisierung der Branche. Zentraler Bestandteil dieses Umbaus: das massenhafte Sammeln und Speichern von Patientendaten - das soll Behandlungen schneller und effizienter machen. Manche Ärzte erkennen darin Vorteile für ihre Arbeit und die Patienten. Kritiker hingegen sehen den Datenschutz, die Persönlichkeitsrechte und das Arzt-Patient-Verhältnis gefährdet.

In Deutschland laufen bereits Projekte, bei denen Patienten ihre Körperdaten per App an Ärzte oder Krankenkassen schicken. Telemedizin ist in der Schweiz schon Alltag: Dort wird Patienten flächendeckend das Arztgespräch per Telefon oder Webcam angeboten. Auf den Markt drängende Produkte wie Schritt-, Puls- und Blutzuckermesser sind noch vorrangig für den Fitnessmarkt konzipiert, einige kommen jedoch schon im Gesundheitswesen zum Einsatz. Manche Kassen bieten ihren Kunden gar Rabatte an, wenn sie Bewegung und Ernährung mit Wearables selbst überwachen. Und wen interessiert letztlich die Datensicherheit, wenn es um die eigene Gesundheit geht?

Ist die digitale Medizin Chance oder Risiko? Bremst der Big-Data-Pessimismus medizinische Innovationen aus, und ist die Gesundheit eines Menschen nicht höher zu bewerten als der Datenschutz? Eine kritische Bestandsaufnahme, in der Politiker und Datenschützer zu Wort kommen, Wirtschafts- und Krankenvertreter, Ärzte und diejenigen, um die es vorrangig gehen soll: die Patienten.

Regie:  Thorsten Ernst, Stefan Bomhof