Der zweite Frühling

Der zweite Frühling

Freitag, 02. September um 22:35 Uhr (52 Min.)

Der zweite Frühling

Freitag, 02. September um 22:35 Uhr (52 Min.)

Pierrette, 78, und Thorsten, 84, haben sich 2011 in einer Reinigung kennengelernt und zwei Jahre später geheiratet. Seither brechen sie jedes Jahr im Juni nach Schweden auf. Dort hat Thorsten ein Haus am See, und alle Kinder und Enkel kommen zu Besuch. Beide wissen, dass nicht mehr das ganze Leben vor ihnen liegt. Ein Film (2015) über Liebe, die kein Alter kennt.

Liebesbeziehungen ab einem bestimmten Alter sind in unserer Gesellschaft immer noch Tabu. Wer nach 60 geschieden oder verwitwet ist, gibt oft einfach auf. Die Geschichte von Pierrette, 78 Jahre, und Thorsten, 84 Jahre, wirft viele Fragen auf. Es gibt viele Hürden und Schwierigkeiten, die die Entscheidung für eine Beziehung im Alter mit sich bringt: Es braucht Mut, sich wieder verletzbar zu machen, und auch die Familie reagiert oft skeptisch.

Bei Thorsten und Pierrette hat jeder sein eigenes Päckchen zu tragen: Pierrette hatte eine Kindheit ohne Liebe, eine Hochzeit ohne Zärtlichkeit, die Scheidung mit 60; Thorsten wurde nach 30 Jahren Ehe mit dem plötzlichen Tod seiner geliebten Frau konfrontiert. Beide hatten ihre Traumata verarbeitet, bevor sie zusammenfanden. Beide verspüren unglaubliche Lebenslust und wollen dem näher rückenden Tod nun ein Schnippchen schlagen. Sie haben sich vorgenommen, bis zuletzt die Schönheit dieser Welt, der Liebe und der Natur zusammen zu genießen.

Pierrette und Thorsten leben ihre Liebesbeziehung zwischen Frankreich und Schweden. Jedes Jahr treten sie die Autofahrt Richtung Norden an, um den Sommer in Thorstens Haus im schwedischen Näs zu verbringen. Sie nehmen die Reise auf sich, lassen sich beim Leben und Lieben nicht durch ihr Alter einschränken.

Der Dokumentarfilm ist ein Credo an den ungebrochenen Lebenswillen und ein Bekenntnis zur Sexualität im Alter. Er dokumentiert die lange Reise der beiden jung gebliebenen Senioren nach Schweden und vor allem ihr Lebensmotto: "Warum nicht? Schließlich leben wir noch!"

Regie:  Colombe Schneck