Themenabend

Hauptsache Progressive

Als der Rock symphonisch wurde

Dokumentation -
52 Min.
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    • Sendetermine:
    • Freitag, 21. Oktober um 21.45 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 21. Oktober bis zum 28. Oktober 2016

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"Hauptsache Progressive" zeigt Live-Auftritte der ersten Musiker, die in den 60er Jahren Rockmusik mit Klassik, Folk und Weltmusik mischten und erklärt, warum diese Konzeptmusik damals den Zeitgeist in Europa traf und bis heute eine treue Fangemeinde hat. Eine Zeitreise von der Entstehung des Genres mit Bands wie Jethro Tull bis hin zum aktuellen Erfolg durch Steven Wilson.

„Drei Akkorde wie bei Status Quo, das ist mir einfach zu langweilig. Ich möchte Musik machen, die einen mitnimmt auf eine Reise”, so fasst Musiklegende Ian Anderson, Sänger und Kopf der Band Jethro Tull, seine Vorstellung von Progressive Rock zusammen. Der Rocker mit der Querflöte war einer der Pioniere dieser neuen Musikrichtung, die in den 60er Jahren Rock mit Klassik, Folk und Weltmusik mischte – zusammen mit Bands wie King Crimson, Yes, Nice, Emerson, Lake & Palmer oder Curved Air. Oft haben die Musiker eine Ausbildung in klassischer Musik. Viele sind in bürgerlichen Elternhäusern und mit dem üblichen Bildungskanon groß geworden. Das Ergebnis ist Konzeptmusik, die damals den Zeitgeist in Europa traf und bis heute eine treue Fangemeinde hat.

Das kann man jeden Frühsommer auf der Freilichtbühne Loreley sehen. Winfried Völklein feiert dort seit zehn Jahren das Festival „Night of the Prog”. Völklein ist eine Mischung aus Althippie und Informatiker. Damit unterscheidet er sich kaum vom Publikum, das sein Festival besucht. „80 bis 90 Prozent, die hier eine Eintrittskarte kaufen, sind Professoren oder Doktoren”, beschreibt Völklein das Publikum. Als „Kopfmusik” oder „Abiturientenrock” bezeichneten viele die Stilrichtung, die Ende der 60er Jahre entstand und versuchte, gewohnte musikalische und textliche Strukturen aufzubrechen und zu erweitern.

Die Dokumentation zeigt die Anfänge dieser Musik auf, die nach Meinung vieler Prog-Größen bei den Beach Boys und ihrem legendären Song „Good Vibrations” liegen. Beach Boy Mike Love hat den Song mitgeschrieben. Für ihn ist es eine Ehre, dass so viele erfolgreiche Bands sein Werk als Inspiration sehen: „'Good Vibrations' war ein Experiment. Die Harmonie verändert sich, die Instrumente sind etwas anderes. Es war Avantgarde und ist es vielleicht heute noch.” So sieht es auch der erfolgreichste Prog-Rocker der Gegenwart, Steven Wilson. Das Filmteam trifft den zurückgezogenen Briten zu Hause in seinem Studio außerhalb Londons. „Heute ist es eigentlich nicht mehr möglich, progressiv zu sein. So gut wie alles ist schon ausprobiert worden”, sagt er wehmütig.

Besetzung und stab
  • Regie:Michael Denk, János Kereszti
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2016
  • Herkunft:RB
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    „Drei Akkorde wie bei Status Quo, das ist mir einfach zu langweilig. Ich möchte Musik machen, die einen mitnimmt auf eine Reise”, so fasst Musiklegende Ian Anderson, Sänger und Kopf der Band Jethro Tull, seine Vorstellung von Progressive Rock zusammen. Der Rocker mit der Querflöte war einer der Pioniere dieser neuen Musikrichtung, die in den 60er Jahren Rock mit Klassik, Folk und Weltmusik mischte – zusammen mit Bands wie King Crimson, Yes, Nice, Emerson, Lake & Palmer oder Curved Air. Oft haben die Musiker eine Ausbildung in klassischer Musik. Viele sind in bürgerlichen Elternhäusern und mit dem üblichen Bildungskanon groß geworden. Das Ergebnis ist Konzeptmusik, die damals den Zeitgeist in Europa traf und bis heute eine treue Fangemeinde hat.

    Das kann man jeden Frühsommer auf der Freilichtbühne Loreley sehen. Winfried Völklein feiert dort seit zehn Jahren das Festival „Night of the Prog”. Völklein ist eine Mischung aus Althippie und Informatiker. Damit unterscheidet er sich kaum vom Publikum, das sein Festival besucht. „80 bis 90 Prozent, die hier eine Eintrittskarte kaufen, sind Professoren oder Doktoren”, beschreibt Völklein das Publikum. Als „Kopfmusik” oder „Abiturientenrock” bezeichneten viele die Stilrichtung, die Ende der 60er Jahre entstand und versuchte, gewohnte musikalische und textliche Strukturen aufzubrechen und zu erweitern.

    Die Dokumentation zeigt die Anfänge dieser Musik auf, die nach Meinung vieler Prog-Größen bei den Beach Boys und ihrem legendären Song „Good Vibrations” liegen. Beach Boy Mike Love hat den Song mitgeschrieben. Für ihn ist es eine Ehre, dass so viele erfolgreiche Bands sein Werk als Inspiration sehen: „'Good Vibrations' war ein Experiment. Die Harmonie verändert sich, die Instrumente sind etwas anderes. Es war Avantgarde und ist es vielleicht heute noch.” So sieht es auch der erfolgreichste Prog-Rocker der Gegenwart, Steven Wilson. Das Filmteam trifft den zurückgezogenen Briten zu Hause in seinem Studio außerhalb Londons. „Heute ist es eigentlich nicht mehr möglich, progressiv zu sein. So gut wie alles ist schon ausprobiert worden”, sagt er wehmütig.

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    • Regie:Michael Denk, János Kereszti
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2016
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