Die Hirtin aus Ladakh

Die Hirtin aus Ladakh

Sonntag, 17. Juli um 11:30 Uhr (43 Min.)

Die Hirtin aus Ladakh

Sonntag, 17. Juli um 11:30 Uhr (43 Min.)

Erstausstrahlung am Sonntag, 10.07. um 19:30 Uhr

Weit von der Zivilisation, in den Hochländern des Himalayas, treffen wir die Schäferin Tsering. Unter dem wohlwollenden Kamera-Blick ihres Bruders, der sie ein Jahr lang begleitet hat, entdecken wir das bewegende und seltene Portrait einer Frau, die ihr Leben völlig ihren Tieren widmet.

Der Film begleitet ein Jahr lang die Hirtin Tsering, die in der nordindischen Gebirgsregion Ladakh im Himalaya-Gebiet lebt. Von ihrem Dorf aus, wo ihre Familie wohnt, treibt sie ihre Tiere bis zu den Hochplateaus in 5.600 Meter Höhe. Wir erleben ihren Lebens- und Arbeitsrhythmus in einer steinigen Welt, in der ihr Zelt nur einen lächerlichen Schutz gegen den eisigen Wind und wilde Tiere bietet. Wir erleben mit ihr, wie sie das Wissen ihrer Vorfahren pflegt, während gleichzeitig deren ökologische Bedingungen zu verschwinden drohen. Und wir lernen auf dieser Reise, wie die für die Luxus-Modeindustrie bestimmte Pashmina-Kaschmir-Wolle von Menschen produziert wird, die in ärmlichsten Verhältnissen leben.

Stanzin Dorjai Gya, einer der Filmautoren, ist der Bruder der Protagonistin. Dank ihrer engen Verbindung gibt Tsering uns Einblicke in ihr tägliches Leben. Wir erleben sie hautnah in ihrer Beziehung zu den Tieren, die sie wie ihre Kinder behandelt. Auch dem Leoparden, der auf ihren Weidegründen lebt, zollt sie von Zeit zu Zeit Tribut, denn jedes Wesen hat ein Recht auf Leben ...

Wenn Tsering über steile Hänge läuft, den Ziegen Geburtshilfe leistet, die Feuerstelle unter ihrem Kochtopf schürt oder vor sich hin singt, wenn sie über einen Berggrat läuft - alles scheint Ausdruck ihrer Lebensfreude zu sein. Vierzig Jahre hat sie als Hirtin gearbeitet - doch veränderte klimatische Bedingungen lassen Tsering mit Sorge in die Zukunft blicken: Was wird aus ihren Tieren, ihrem Dorf, ihrem Leben, wenn sie nicht mehr auf den Berg kann?

Der Film beeindruckt durch seinen außergewöhnlichen Zugang, einmalige Bilder und die schöne Geschichte vom rauen anderen Ende der Welt.

Regie:  Stanzin Dorjai Gya, Christiane Mordelet