Reise nach Anatolien

AUSSCHNITT Dienstag, 27. September um 23:00 Uhr (60 Min.)

Reise nach Anatolien

Dienstag, 27. September um 23:00 Uhr (60 Min.)

Hundert Jahre nach dem Völkermord an den Armeniern bieten armenische Reiseveranstalter Reisen für Gäste an, die sich in der Türkei auf die Spuren ihrer Vorfahren begeben wollen. Der Weg führt durch zwei der östlichen Provinzen der Türkei, in denen früher eine große armenische Gemeinschaft lebte, die 1915 ausgelöscht wurde.

Anna, Hakob, Raymond, Jeanne, Stepan, Anush und Melissa sowie ihr Begleiter Ando kennen sich noch nicht, als sie alle in der armenischen Hauptstadt Eriwan in denselben Bus steigen. Sie alle haben ihre Wurzeln in Armenien, doch gleichzeitig sind sie Franzosen, Deutsche und Türken, stammen aus verschiedenen Generationen und haben verschiedene Familiengeschichten und Empfindlichkeiten. Während der Reise kommen sie sich näher, und Begegnungen mit Türken und Kurden fördern längst vergessene Geschichten über ihre Herkunft und über den bis heute von der Türkei geleugneten Völkermord an den Armeniern wieder zutage.

Es geht um Erinnerung und Vergessen, aber auch um wirtschaftliche und geopolitische Realitäten, Träume und Zukunftspläne.

Obwohl sie alle Armenier sind, sprechen die Reisenden keine gemeinsame Sprache. Das ist eine der Folgen des Völkermords und der Zerstreuung des armenischen Volks. Im Verlauf der Unterhaltungen und Begegnungen vermischen und überlagern sich West- und Ostarmenisch, Türkisch, Kurdisch, aber auch Französisch, Englisch, Deutsch und Russisch. Ein babylonisches Gesumme erfüllt den Bus, der die kleine Gruppe zum Ararat, dem heiligen Berg der Armenier, bringt. Doch im Gegensatz zur Arche Noah bleibt dieses "Schiff" nirgends hängen und die Reise geht weiter, im Kopf der Reisenden und der Zuschauer.

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    AUSSCHNITT Dienstag, 27. September um 23:00 Uhr (60 Min.)

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Regie:  Bernard Mangiante