Finding Fela

Finding Fela

Sonntag, 04. September um 23:55 Uhr (120 Min.)

Finding Fela

Sonntag, 04. September um 23:55 Uhr (120 Min.)

Unbeugsamer Freiheitskämpfer und Politaktivist: Der Nigerianer Fela Kuti war ein engagierter Künstler, der sein ganzes Leben der Politik und Musik verschrieb. Zu internationalem Ruhm kam der Musiker vor allem als Wegbereiter des sog. Afrobeats, einer ganz neuen Musikrichtung. In "Finding Fela" beschreibt der oscarprämierte Regisseur Alex Gibney Leben und Werk Fela Kutis.

Fela Kutis Vater war protestantischer Pastor und begeisterter Pianist. Seine Mutter, Funmilayo Ransome-Kuti, war eine führende Frauenrechtlerin Nigerias. Seine antikolonialistisch eingestellten Eltern hatten ihm schon als Kind einen tiefen Sinn für soziale Gerechtigkeit vermittelt. Später repräsentierte er als Sänger, Saxofonist und Bandleader die kulturelle Vielfalt seines Landes: Fela Kuti (1938-1997). 1958 zog Kuti nach London, wo er Medizin studieren sollte. Aber er schrieb sich am Trinity College of Music ein und studierte dort vier Jahre lang. 1961 gründete er seine erste Band, die Koola Lobitos. Ein zehnmonatiger Aufenthalt in den USA 1969 sollte die Geburtsstunde des Afrobeats werden. Hier lernte Fela Kuti bekannte Musiker wie James Brown und Miles Davis kennen. Noch in den USA nannte er seine Band Koola Lobitos in "Nigeria 70" um; wenige Jahre später wurde daraus - im Sinne des Panafrikanismus - "Afrika 70".

Er hat unerschrocken gegen Unterdrückung und gegen das diktatorische Militärregime seines Landes gekämpft. Und er hat alles in Kauf genommen, was passiert, wenn man sich gegen das Regime stellt. Er machte auf die Korruption der nigerianischen Regierung aufmerksam und gründete die Kommune "Kalakuta Republic" in Lagos. 1977 stürmten mehr als tausend Soldaten die Kommune und steckten Kutis Haus in Brand; Kutis Mutter überlebte den Anschlag nicht. Seine Texte und seine Beliebtheit waren für die Regierenden eine Bedrohung, so dass er mehrmals ins Gefängnis kam.

In "Finding Fela" vermittelt der oscarprämierte Regisseur Alex Gibney unter anderem anhand von unveröffentlichten Archivaufnahmen einen Eindruck vom außergewöhnlichen Menschen und Musiker Fela Kuti, der sich über alle Schranken hinweggesetzt hat und dessen Erbe immer noch lebendig ist. Einige seiner Kinder sind ebenfalls Musiker, am bekanntesten ist sein Sohn Femi Kuti. Erwähnt wird auch das Musical "Fela!", mit dessen Broadway-Premiere der US-amerikanische Tänzer und Choreograph Bill T. Jones dem großen nigerianischen Musiker im September 2008 ein Denkmal setzte. Fela Kuti starb 1997 an den Folgen von Aids.

Regie:  Alex Gibney