Überlebenskünstler

Überlebenskünstler

Sonntag, 21. Februar um 23:45 Uhr (52 Min.)

Überlebenskünstler

Sonntag, 21. Februar um 23:45 Uhr (52 Min.)

Sie leben zwei Leben. Den Job brauchen sie fürs Geld, die Musik für ihr Seelenheil. Sie stehen abends umjubelt auf der Bühne und putzen am nächsten Morgen die Toiletten. Der Dokumentarfilm porträtiert professionelle Musiker, die mit großer Leidenschaft und Können ihrer Kunst nachgehen, die aber alle zudem einen Brotjob haben müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

"Kann man davon leben?", wird ein Musiker gefragt. "Die einen ja, die anderen nein", ist die Antwort. In dieser Geschichte geht es um die anderen: professionelle Musiker, die mit großer Leidenschaft und Können ihrer Kunst nachgehen und die dennoch nebenher arbeiten müssen. Entweder, um über die Runden zu kommen oder weil ihnen sonst etwas Lebensnotwendiges fehlen würde: als Hausdame in einem Hotel, als Müllmann, Automechaniker oder als Arzt.

Die Protagonisten dieses Filmes leben zwei Leben: Sie stehen abends umjubelt auf der Bühne und putzen am nächsten Morgen die Toiletten. Sie greifen in die Tasten und sortieren anschließend den Müll. Sie interpretieren Beethoven und reparieren dann den Auspuff. Mit Selbstverständlichkeit und Würde meistern sie ihr Leben, begeistern sich für ihre Musik und sehen ihr zweites Leben eher nüchtern. Ihren Beruf betreiben sie, weil er ihnen ihr eigentliches Leben ermöglicht, eines für die Musik. Wie bekommen sie diesen Spagat hin? Wie sieht der Alltag dieser Überlebenskünstler aus? Diese Geschichte spielt an ganz unterschiedlichen Orten: in Israel, in der Ukraine und Deutschland.

Roman Krasnovsky spielt auf den berühmtesten Orgeln weltweit. Er konzertiert in New York, Paris und Berlin. In seiner Heimat Israel arbeitet er als Müllmann. Andrej Kulischko ist Oboist in der Staatlichen Philharmonie der Ukraine in Kiew. Seitdem im Osten der Ukraine Krieg herrscht, müssen die Menschen mehr als je zuvor ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Er tut es als Automechaniker.

Nach ihrer Gesangsausbildung in Griechenland kam Melina Paschalidou nach Deutschland. Bis es mit einem festen Engagement als Sopranistin klappt, hält sie sich als Hausmädchen in einem Hotel über Wasser. Ein Casting bei der Künstlervermittlung und Vorstellungstermine in London und in Griechenland geben ihr Hoffnung. Wird sie es von den kleinen Bühnen an große Konzerthäuser schaffen?

Regie:  Holger Preuße, Claus Wischmann