Ballet de Lorraine

1924-2014: Paris - New York - Paris

Kunst & Kultur -
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  • SENDETERMINE UND VERFÜGBARKEIT Offen

    • Sendetermine:
    • Sonntag, 5. März um 5.55 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 5. März bis zum 13. März 2017

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Die renommierte Compagnie Ballet de Lorraine aus Nancy stellt sich der Herausforderung, drei bedeutende Werke der Ballettgeschichte des 20. Jahrhunderts in einer einzigen Performance zusammenzuführen: "Relâche" (1924)von Francis Picabia, René Clair und Erik Satie, "Sounddance" von Merce Cunningham (1975) und "Corps de Ballet" von Nachwuchstalent Noé Soulier.

Drei aussagekräftige choreographische Kreationen aus drei Epochen: Das Programm des Ballet de Lorraine führt wie ein Bogen durch das 20. Jahrhundert: In „Corps de Ballet“ nutzt der zeitgenössische Choreograph Noé Soulier Technik und Vokabular des klassischen Balletts mit dem Ziel, einige seiner charakteristischen Merkmale zu entschlüsseln. Dieses spezielle Vokabular entfaltet er in Zeit und Raum, kombiniert klassische und moderne Schrittfolgen und erarbeitet dadurch eine neue Tanz-Syntax. „Sounddance“ entstand, nachdem Merce Cunningham 1973 anlässlich der Uraufführung von „Un jour ou deux“ neun Wochen an der Pariser Oper verbracht hatte. Es kann als eines der Stücke von Merce Cunningham bezeichnet werden, das von Publikum und Kritik am meisten geschätzt wird. Er schuf mit seinen Tänzern ein Werk gegen die Gleichförmigkeit und Synchronität einer klassischen Ballettaufführung. Cunningham konzipierte ein schnelles, energiegeladenes Stück, das am besten als organisiertes Chaos zu definieren ist. Die Fuß- und Körperbewegungen sind komplex, das hohe Tempo bestimmt die Dynamik der Gruppe. Der franko-kubanische Künstler Francis Picabia (1879-1953), seines Zeichens Maler, Schriftsteller und unermüdlicher Briefeschreiber, verfasste unter anderem Artikel für die dadaistisch-surrealistische Zeitschrift „391“, die ihm als Plattform für seine polemischen Texte diente. 1924 war für ihn ein besonders ereignisreiches Jahr: Er zeichnete, malte, tauschte sich mit seinen Künstlerfreunden Marcel Duchamp und Man Ray aus, arbeitete an dem provozierenden Skandal-Ballett „Relâche“ und seinem einzigen Roman „Caravansérial“, einem autobiografisch geprägten Werk, das lange Zeit verschollen war und erst nach seinem Tod veröffentlicht werden konnte. Den roten Faden der energiegeladenen Aufführung des Ballet de Lorraine bildet eine Art rebellische Heiterkeit, durch welche die Choreographie als „organisiertes Chaos“ daherkommt und sämtliche Codes der klassischen Bühnenaufführung sprengt. Das Ballet de Lorraine bietet ein im Zeichen des Surrealismus und der Avantgarde stehendes Programm voller Virtuosität und Poesie.

Besetzung und stab
  • Regie:Luc Riolon
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2014
  • Herkunft:ARTE F
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