Vergissmeinnicht

Grisélidis Real, Hure

Geschichte -
27 Min. - 2683 Aufrufe
  • SENDETERMINE UND VERFÜGBARKEIT Offen

    • Sendetermine:
    • Samstag, 25. Februar um 16.00 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 25. Februar bis zum 4. März 2017
    • Verfügbar in den deutsch- und französischsprachigen Ländern Europas

    Mich per E-Mail erinnern

    Stunden vor der nächsten Ausstrahlung dieses Programms eine E-Mail als Erinnerung.

    ARTE garantiert, dass die angegebene E-Mail-Adresse nur für den Versand dieser Erinnerungsmail verwendet wird.

Das 20. Jahrhundert ist reich an Ereignissen, die Europa prägten. Die Reihe widmet sich Menschen, die – wenn auch manchmal nur für kurze Zeit – zu Mitgestaltern der europäischen Geschichte wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. In dieser Folge: Grisélidis Réal, Vorkämpferin für das Recht auf Selbstbestimmtheit und gesellschaftliche Anerkennung von Prostituierten.

Grisélidis Réal wurde 1929 in Lausanne in eine bürgerliche Familie geboren. Nach ihrem Kunststudium zieht sie nach Genf. Sie genießt die Boheme und beginnt zu malen. Doch ihre unkonventionellen Bilder finden keine Käufer. Trotz ihrer schwierigen finanziellen Lage genießt sie das Leben, feiert ausschweifend und hat zahlreiche Affären. Von 1952 bis 1959 bekommt sie vier Kinder von drei verschiedenen Vätern. 1960 folgt Grisélidis mit zweien ihrer Kinder ihrem damaligen Partner, dem Medizinstudenten Bill, nach München. Dieser – psychisch krank und nicht in der Lage, die Familie zu unterstützen – fordert Grisélidis auf, sich zu prostituieren. Ihren Kindern zuliebe willigt sie ein. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten findet Grisélidis Gefallen an ihrem neuen Leben und ihre finanzielle Lage beginnt sich zu bessern. 1974 veröffentlicht sie ihr erstes Buch. In ihrem autobiografischen Roman fordert sie die Anerkennung von Prostitution als frei gewähltem Beruf. Das Buch wird zum Befreiungsschlag von ihrer strengen bürgerlichen Erziehung. Grisélidis erntet viel Lob und wird als Künstlerin gefeiert. In Paris schließt sie sich einer Bewegung von Prostituierten an, die für ihr Recht auf Selbstbestimmtheit und gesellschaftliche Anerkennung auf die Straße gehen. Schnell avanciert Grisélidis zu ihrer Leitfigur. 1989 erhält sie nach jahrelangem Kampf ein Führungs- und Leumundszeugnis – ein Dokument, das den Prostituierten jahrelang verwehrt blieb. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2005 veröffentlicht sie zahlreiche Bücher, hält weltweit Vorträge und setzt sich unermüdlich für die Rechte von Prostituierten ein.

Besetzung und stab
  • Regie:Jacques Malaterre
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2016
  • Herkunft:ARTE F
Kommentare (0)