Hissène Habré - Die Tragödie des Tschad

Aktuelles & Gesellschaft -
79 Min.
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    • Sendetermine:
    • Mittwoch, 25. Januar um 22.35 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 25. Januar bis zum 2. Februar 2017

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Er gilt als „Afrikas Pinochet“: Hissène Habré, der von 1982 bis zu seiner Absetzung 1990 diktatorisch regierende Präsident des Tschad. Er autorisierte 40.000 politische Morde und ließ systematisch foltern. Der Filmemacher Mahamat-Saleh Haroun gibt in seinem Dokumentarfilm den traumatisierten Opfern des grausamen Regimes das Wort.

Für den Dokumentarfilm hat der Filmemacher Mahamat-Saleh Haroun den Vorsitzenden der Vereinigung der Opfer des Habré-Regimes Clément Abaïfouta begleitet. Er führte zahlreiche Gespräche mit den traumatisierten Opfern, die in diesem Dokumentarfilm zu Wort kommen. Sie waren teils auch bereit, mit den Tätern in Dialog zu treten. Clément Abaïfouta schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem er die physisch und psychisch vom Schrecken gezeichneten Opfer zum Sprechen bringt. Sie alle sind durch die Hölle gegangen und verfolgen ein einziges, gemeinsames Ziel: Gerechtigkeit. Hissène Habré, der sich während des Prozesses in Schweigen hüllte, wird bewusst nicht gezeigt. Am Ende siegen die Opfer. Mehr noch, sie werden zu Helden, denn ihnen gelang etwas Unerhörtes: Sie brachten einen ehemaligen afrikanischen Staatschef vor Gericht. Nachdem er vom Tschad in den Senegal geflohen war, konnte der Ex-Diktator des Tschad am 30. Juni 2013 festgenommen werden. Im Mai 2016 wurde er wegen Mordes, Folter, Entführung, Zwangsprostitution und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem Sondertribunal in Dakar zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Opfer hatten bereits im Jahr 2000 Klage erhoben, damit ging ein rund 15-jähriger Kampf zu Ende. Während seiner Amtszeit hat Hissène Habré nach Angaben von Ermittlern mindestens 40.000 Menschen getötet. Die Opfer waren politische Gegner oder Angehörige rivalisierender ethnischer Gruppen. Habré agierte mit einer politischen Polizei DDS (Direktion für Dokumentation und Sicherheit), deren Zentrale in der Hauptstadt N’Djamena ein berüchtigtes Sondergefängnis führte, wo viele zu Tode gefoltert wurden. Zu den im Mai 2016 zu lebenslanger Haft Verurteilten gehören auch der ehemalige DDS-Leiter Saleh Younous sowie der ehemalige Folterer Mahamat Djibrine. In der Geschichte Afrikas ist dieser Prozess ein Präzedenzfall, da Hissène Habré sich als erster Staatspräsident vor einem afrikanischen Sondertribunal verantworten musste.

Besetzung und stab
  • Regie:Mahamat-Saleh Haroun
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2015
  • Herkunft:ARTE F
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    Für den Dokumentarfilm hat der Filmemacher Mahamat-Saleh Haroun den Vorsitzenden der Vereinigung der Opfer des Habré-Regimes Clément Abaïfouta begleitet. Er führte zahlreiche Gespräche mit den traumatisierten Opfern, die in diesem Dokumentarfilm zu Wort kommen. Sie waren teils auch bereit, mit den Tätern in Dialog zu treten. Clément Abaïfouta schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem er die physisch und psychisch vom Schrecken gezeichneten Opfer zum Sprechen bringt. Sie alle sind durch die Hölle gegangen und verfolgen ein einziges, gemeinsames Ziel: Gerechtigkeit. Hissène Habré, der sich während des Prozesses in Schweigen hüllte, wird bewusst nicht gezeigt. Am Ende siegen die Opfer. Mehr noch, sie werden zu Helden, denn ihnen gelang etwas Unerhörtes: Sie brachten einen ehemaligen afrikanischen Staatschef vor Gericht. Nachdem er vom Tschad in den Senegal geflohen war, konnte der Ex-Diktator des Tschad am 30. Juni 2013 festgenommen werden. Im Mai 2016 wurde er wegen Mordes, Folter, Entführung, Zwangsprostitution und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem Sondertribunal in Dakar zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Opfer hatten bereits im Jahr 2000 Klage erhoben, damit ging ein rund 15-jähriger Kampf zu Ende. Während seiner Amtszeit hat Hissène Habré nach Angaben von Ermittlern mindestens 40.000 Menschen getötet. Die Opfer waren politische Gegner oder Angehörige rivalisierender ethnischer Gruppen. Habré agierte mit einer politischen Polizei DDS (Direktion für Dokumentation und Sicherheit), deren Zentrale in der Hauptstadt N’Djamena ein berüchtigtes Sondergefängnis führte, wo viele zu Tode gefoltert wurden. Zu den im Mai 2016 zu lebenslanger Haft Verurteilten gehören auch der ehemalige DDS-Leiter Saleh Younous sowie der ehemalige Folterer Mahamat Djibrine. In der Geschichte Afrikas ist dieser Prozess ein Präzedenzfall, da Hissène Habré sich als erster Staatspräsident vor einem afrikanischen Sondertribunal verantworten musste.

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    • Regie:Mahamat-Saleh Haroun
    • Land:Frankreich
    • Jahr:2015
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