Höher, schneller, weiter - alles Kopfsache?

Höher, schneller, weiter - alles Kopfsache?

Donnerstag, 04. August um 10:55 Uhr (52 Min.)

Höher, schneller, weiter - alles Kopfsache?

Donnerstag, 04. August um 10:55 Uhr (52 Min.)

Um Spitzensportler zu werden, braucht man nicht nur außergewöhnliche körperliche Fähigkeiten, sondern auch ein durchtrainiertes Gehirn. Derzeit beschäftigen sich Neurowissenschaftler mit Weltmeistern und Olympiasiegern, um ein Mentaltraining zu entwickeln. Werden die Sportler der Zukunft ihre Triumphe den Neuronen verdanken?

In den letzten 20 Jahren haben sich die Leistungen von Spitzensportlern auf beeindruckende Weise weiterentwickelt. Einige Topathleten feiern einen Sieg nach dem anderen - ihre außerordentlichen Fähigkeiten beschäftigen derzeit Neurowissenschaftler. Mit neuen Techniken erforschen sie, was sich hinter dem Talent dieser unschlagbaren Champions verbirgt.

Die Wissenschaftler durchleuchteten das Gehirn von Profisportlern und fanden heraus, wie motorische Fähigkeiten auf neuronaler Ebene erlernt und im Gedächtnis gespeichert werden. Sie beobachteten, dass intensives körperliches Training Veränderungen im Gehirn bewirkt, die Hochleistungssportler zu extrem schnellen und präzisen Bewegungen befähigen. Doch das ist noch nicht alles: Durch das tägliche Training werden auch die kognitiven Fähigkeiten der Athleten hochgradig gesteigert. Die Sportler sind konzentrierter und können ihre Aufmerksamkeit gezielter steuern, so dass sie die Bewegungen ihrer Gegner besser deuten und antizipieren können.

Heute stoßen Elitesportler an die physischen Grenzen des menschlichen Körpers. Nur bei ihren mentalen Fähigkeiten existiert noch Optimierungspotenzial. Immer mehr europäische und nordamerikanische Wissenschaftler bieten großen Sportvereinen und Olympiateams kognitive Übungen an, die bislang nicht auf den Trainingsplänen standen. Sie vermitteln den Trainern ein völlig neues Verständnis von Leistung und entwickeln individuelle Trainingskonzepte mit ihnen. Dabei spielen Beobachtung, Konzentration, Stressbewältigung und Emotionskontrolle eine große Rolle. Die Ergebnisse sind verblüffend.

Regie:  Benoît Laborde