Bedrohte Wildnis

Bedrohte Wildnis

Samstag, 13. August um 16:25 Uhr (43 Min.)

Bedrohte Wildnis

Tibets Antilopen, eine Tierart im roten Bereich

Samstag, 13. August um 16:25 Uhr (43 Min.)

Erstausstrahlung am Mittwoch, 03.08. um 18:25 Uhr

Die Tibetantilopen leben in den tibetischen Hochebenen auf über 4.000 Metern. In diesem ungemütlichen Klima kämpfen die Tiere täglich ums Überleben. Zu ihren ärgsten Feinden gehören jedoch weder die extremen Wetterbedingungen noch natürliche Jäger die Gefahr geht von einer Eisenbahnlinie aus. Die unüberwindbare Grenze einer Stützmauer wird zu einer Falle ...

2006 wurde in China die höchste Eisenbahnlinie der Welt eingeweiht: Die Qingzang-Bahn, die über Hunderte Kilometer von China nach Tibet führt. Majestätisch schlängeln sich die Schienen durch die tibetischen Hochebenen, wo die letzten Tibetantilopen leben. Dabei wurden viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit die einheimische Fauna so wenig wie möglich unter der neuen Bahnlinie leidet. Durch Unterführungen sollen die Tiere von einer Seite der Gleise auf die andere gelangen.

Doch für die Tibetantilopen, auch Tschirus genannt, die zum Kalben in fruchtbare Weideflächen ziehen, stellen die oft über zehn Meter langen Bahntrassen ein unüberwindbares Hindernis dar. Sie legen seit Jahrtausenden den Weg in die sumpfigen und fruchtbaren Täler der südlichen Hochebenen zurück und brauchen oft mehrere Wochen, um die rettenden Durchgänge zu finden. Nur wenige Antilopen können ihre Wanderung fortsetzen. Die Herden, die sich an den Bahngleisen drängen, werden zur Zielscheibe für hungrige Wölfe. Die cleveren Raubtiere haben begriffen, dass die Antilopen in der Falle sitzen, und werden immer mutiger. Auch sind sie leichte Beute für Wilderer.

Der Bau der Eisenbahnlinie hat massiv in das natürliche Gleichgewicht der tibetischen Hochebene eingegriffen. Die Tibetantilopen sind seit 2006 besonders bedroht: Vorher gab es Millionen von ihnen, die hier auf über 4.000 Metern täglich ums Überleben kämpften. Doch erst der menschliche Eingriff in ihre Umwelt dezimierte ihre Population auf knapp 150.000.

Regie:  Guillaume Levis