"Haarscharf!" - Frisuren im Pop

Popkultur & Alternativ -
52 Min. - 27338 Aufrufe
  • SENDETERMINE UND VERFÜGBARKEIT Offen

    • Sendetermine:
    • Freitag, 27. Januar um 21.40 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 27. Januar bis zum 4. Februar 2017

    Mich per E-Mail erinnern

    Stunden vor der nächsten Ausstrahlung dieses Programms eine E-Mail als Erinnerung.

    ARTE garantiert, dass die angegebene E-Mail-Adresse nur für den Versand dieser Erinnerungsmail verwendet wird.

Ich frisiere mich, also bin ich! Wir stylen unsere Haare auf tausend verschiedene Arten, weil wir zeigen wollen, wer wir sind und was uns prägt. So gibt es zu jeder Frisur den einen Soundtrack, den bestimmten Style. Ob Rockabilly, Mod, Hippie, Rastafari oder Punk - der Haarschnitt verrät viel über die Identität und Weltanschauung eines Menschen.

Ein bloßer Haarschnitt kann die ganze etablierte Weltordnung infrage stellen: Die erste Frisur, die zum Symbol einer ganzen Generation wurde, ist die Rocker-Tolle der 50er Jahre. Die aufwendig geformte, glänzende Locke war Zeichen des Protests gegen die spießige US-Kultur dieses Jahrzehnts. Die Rock-'n'-Roll-Pioniere erhielten schon bald den Beinamen „Greasers“ – nach der beliebten Brillantine-Marke Grease. Auf die Rocker folgten in Großbritannien die Mods, die Mitte der 60er Jahre mit The Who und den Small Faces zur Höchstform aufliefen. Die 60er Jahre standen im Zeichen der Hippies. Bei der Antikriegsbewegung kämpften die langen Haare an vorderster Front: Zottelmähne und Pazifismus gegen die kurz rasierten Hinterköpfe der GIs und die Einberufung in die Hölle von Vietnam. Parallel zur Hippie-Bewegung äußerte sich im Black Power Movement mit seinem Afrolook der Protest der schwarzen Bevölkerung gegen die Gräuel des Vietnamkriegs und den Rassismus. Auch hier ging es um Freiheit. Black is beautiful! Von den 60ern bis in die 80er Jahre besaß jede Jugendbewegung ihren ganz eigenen rebellischen Haarschnitt, der auch die jeweilige Lebensphilosophie zum Ausdruck brachte – angefangen bei den Rastafaris mit ihren Dreadlocks über Punks, Rapper, Ska-Adepten und Skinheads bis hin zur New-Wave-Bewegung. Bis heute haben Frisuren eine politische Dimension. Frisuren sind immer noch Statement im Kampf gegen Vorurteile und ethnische Klischees. Viele verstehen sie als Rebellion und als Mittel, um für die Veränderungen in unserer Gesellschaft einzutreten. Erlaubt ist dabei, was gefällt!

Besetzung und stab
  • Regie:Marc-Aurèle Vecchione
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2014
  • Herkunft:ARTE F
Kommentare (0)