Museum zu verkaufen?

Museum zu verkaufen?

Sonntag, 18. September um 2:20 Uhr (52 Min.)

Museum zu verkaufen?

Das Detroit Institute of Arts

Sonntag, 18. September um 2:20 Uhr (52 Min.)

Detroit, das einstige Herz der Industriellen Revolution und Symbol für den wirtschaftlichen Erfolg Nordamerikas, befindet sich seit Jahrzehnten in einem stetigen Niedergang. 2013 ist die baufällige Geisterstadt schließlich pleite und muss Insolvenz anmelden. Wie steht es um das Detroit Institute of Arts (DIA), das eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der USA besitzt?

Das Detroit Institute of Arts (DIA) beherbergt eine der sagenhaftesten Kunstsammlungen der USA, darunter Meisterwerke von Vincent van Gogh, Tizian, Jan van Eyck, Pieter Bruegel dem Älteren und Fra Angelico. Die rund 65.000 Exponate wurden zwischen dem frühen 20. Jahrhundert, dem Beginn des Industriezeitalters, und der Blütezeit der gigantischen Detroiter Automobilindustrie zusammengetragen.

Das prächtige Museum gehört zu den wenigen Bauwerken, die noch heute von der einstigen Blüte der Stadt zeugen. Mit dem Niedergang der amerikanischen Autoindustrie war Detroit dem Verfall geweiht. 2013 musste die Stadt Insolvenz anmelden. Die Stadtverwaltung stellte sämtliche Zahlungen ein. Der republikanische Gouverneur des Bundesstaates Michigan setzte den Insolvenzverwalter Kevyn Orr ein, einen Anwalt aus Washington, der mit harter Hand versuchte, die Stadt bestmöglich "auszupressen" und sich dabei vor allem auf die kostbare Sammlung des DIA konzentrierte.

Die Insolvenz hat die Stadt in die größte Krise ihrer Geschichte gestürzt. Das Museum und seine Fürsprecher verteidigen das Museum vehement, doch die Gegenseite hat ein gewichtiges Argument: Die Renten Tausender städtischer Angestellter im Ruhestand sind durch die Pleite der Stadt ebenfalls bedroht. Muss die Stadt ihre Kunstwerke veräußern, um die leeren Rentenkassen zu füllen? Die Dokumentation veranschaulicht anhand dieses denkwürdigen Kampfes die allgemeine Bedeutung von Kunst für die Bürger und die Stadt, in der sie leben.

Regie:  Marc de Guerre