Die Wanderhebammen Vietnams

Entdeckung -
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    • Sendetermine:
    • Mittwoch, 8. März um 11.05 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 8. März bis zum 7. Juni 2017
    • Weltweit verfügbar

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Im Norden Vietnams, an der Grenze zu China, leben die Hmong, eine ethnische Minderheit. In der abgelegenen Bergwelt ist die medizinische Versorgung schlecht und die Kindersterblichkeit hoch. Das sollen die Wanderhebammen ändern. Sie vermitteln nicht nur zwischen westlicher Medizin und traditioneller Heilkunde, sondern auch zwischen der realen Welt und der Welt der Geister.

Fernab der Hauptstadt Hanoi lebt die ethnische Minderheit der Hmong im Norden Vietnams ein einfaches und an jahrhundertealte Traditionen gebundenes Leben. Mehr als 70 Prozent der Geburten finden zu Hause statt, unterstützt nur von der Schwiegermutter oder einer erfahrenen Frau. Die Sterblichkeitsrate bei Müttern und Neugeborenen liegt in dieser abgelegenen Gegend um ein Zehnfaches höher als im Rest Vietnams. Das nahmen die Vereinten Nationen zum Anlass, ein Ausbildungsprogramm für Hebammen zu starten. Insgesamt wurden 50 lokale Hebammen ausgebildet und mit einfachen medizinischen Instrumenten ausgestattet. Die westliche Schulmedizin hat hier keinen guten Ruf, denn in der Tradition der Hmong spielt die Geisterwelt eine große Rolle. Bei den jungen Dorfbewohnerinnen genießen die Hebammen großes Vertrauen und gelten als Vorbilder. Sie helfen nicht nur beim Gebären, sie klären auf, kümmern sich um Mutter und Kind – und achten darauf, dass die Traditionen eingehalten werden. Im Dorf Pho Cao ist Vu Thi My eine von ihnen. Sie ist 20 Jahre alt und hat selbst zwei Kinder, besitzt einen Schulabschluss und kann schreiben und lesen. Das qualifiziert die junge Frau, am 18-monatigen Ausbildungsprogramm teilzunehmen. Sie lebt – so wie alle Hmong-Familien in den ländlichen Regionen – mit Schwiegereltern und Ehemann unter einem Dach. Die Töchter der Hmong werden sehr früh verheiratet. Nicht selten bekommen Frauen ihr erstes Baby im Alter von vierzehn Jahren. Die Wanderhebammen wissen um die Rituale und Bräuche, weil sie diese selbst leben. Bei einer Namensgebungszeremonie rufen Schamanen beispielsweise die Seelen der Verstorbenen an, damit diese in ihrer Familie wiedergeboren werden und der Lebenskreislauf von Geburt und Tod geschlossen werden kann. Auch weil die Hebammen sich mit diesen Traditionen ihres Volkes auskennen und die Bedeutung der Rituale nachvollziehen können, ist es ihnen gelungen, die Sterblichkeitsrate in der Region drastisch zu senken.

Besetzung und stab
  • Regie:Silke Gondolf
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2014
  • Herkunft:ZDF
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