Themenabend

Der Krieg der Knöpfe findet nicht statt

Dokumentarfilm -
78 Min.
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    • Sendetermine:
    • Montag, 29. August um 23.15 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 29. August bis zum 06. September 2016

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In Landresse, einem kleinen Dorf in Ostfrankreich, schrieb Louis Pergaud Anfang des 20. Jahrhunderts den Roman "Der Krieg der Knöpfe". Die Geschichte, die von Pergauds eigenen Kindheitserinnerungen inspiriert ist, wurde zum Jungendbuchklassiker. Der Dokumentarfilm besucht den Ort, an dem der Roman entstand.

In Landresse, einem kleinen Dorf in der ostfranzösischen Region Franche-Comté, schrieb der Grundschullehrer Louis Pergaud den Roman "Der Krieg der Knöpfe". Die Geschichte, bei der sich Pergaud vom Leben der Dorfkinder inspirieren ließ, wurde in Frankreich zum Jugendbuchklassiker. Es geht in dem Buch um Jungen aus zwei Dörfern, die quasi Krieg miteinander führen. Dabei eskaliert das Kriegsspiel immer weiter. Es geht um Ehre, Treue und Beistand, denn den Verlierern der einfallsreichen Schlachten werden die Knöpfe abgeschnitten. Der Anführer Lebrac wird von seinem Vater so oft geschlagen, bis er schließlich von zu Hause wegläuft.

Der Dokumentarfilm "Der Krieg der Knöpfe findet nicht statt" besucht den Ort, an dem der Roman entstand. Er schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zeigt die Diskrepanzen zwischen der Romanwelt und der Lebenswirklichkeit der Kinder von gestern und heute. Guillaume, Tom, Hortense, Léo, Jolan und ihre Freunde leben heute in dem 210-Seelen-Dorf Landresse. Sie sind alle zwischen 7 und 14 Jahre alt. Der Dokumentarfilm wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren gedreht und dokumentiert das heutige Leben der Dorf-Jugendlichen.

Der Off-Kommentar des Films ist aus der imaginären Perspektive von Louis Pergaud geschrieben. Er kommentiert das Geschehen von heute und kehrt in das Dorf zurück, in dem noch immer der Geist der Vergangenheit weht. Das Landleben kurz nach der Jahrhundertwende wurde oft romantisch dargestellt; dabei waren die Bauern zu jener Zeit sehr arm, es gab kaum soziale Sicherheit und viele Familien mussten sich alleine durchschlagen. Zudem war die Region stark konservativ geprägt. Trotz der offiziellen Trennung von Kirche und Staat wurde der Dorfalltag von der Religion bestimmt. Die Bedrohung durch den sich anbahnenden Ersten Weltkrieg war zudem omnipräsent.

Louis Pergaud beschreibt in seinem Roman-Klassiker die gefühlsarmen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, die aufgrund der damaligen strengen Vorstellungen von Erziehung häufig üblich waren. Deshalb waren die Kinder auch sehr viel gewaltbereiter, als es heute toleriert würde. Der Roman, der vom Ende einer unbeschwerten Kindheit und vom Beginn des Erwachsenenlebens erzählt, wurde zum Bestseller. Der 1882 geborene Louis Pergaud starb 1915 im Krieg.

Besetzung und stab
  • Regie:Frédéric Compain
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2013
  • Herkunft:ARTE F
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    In Landresse, einem kleinen Dorf in der ostfranzösischen Region Franche-Comté, schrieb der Grundschullehrer Louis Pergaud den Roman "Der Krieg der Knöpfe". Die Geschichte, bei der sich Pergaud vom Leben der Dorfkinder inspirieren ließ, wurde in Frankreich zum Jugendbuchklassiker. Es geht in dem Buch um Jungen aus zwei Dörfern, die quasi Krieg miteinander führen. Dabei eskaliert das Kriegsspiel immer weiter. Es geht um Ehre, Treue und Beistand, denn den Verlierern der einfallsreichen Schlachten werden die Knöpfe abgeschnitten. Der Anführer Lebrac wird von seinem Vater so oft geschlagen, bis er schließlich von zu Hause wegläuft.

    Der Dokumentarfilm "Der Krieg der Knöpfe findet nicht statt" besucht den Ort, an dem der Roman entstand. Er schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zeigt die Diskrepanzen zwischen der Romanwelt und der Lebenswirklichkeit der Kinder von gestern und heute. Guillaume, Tom, Hortense, Léo, Jolan und ihre Freunde leben heute in dem 210-Seelen-Dorf Landresse. Sie sind alle zwischen 7 und 14 Jahre alt. Der Dokumentarfilm wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren gedreht und dokumentiert das heutige Leben der Dorf-Jugendlichen.

    Der Off-Kommentar des Films ist aus der imaginären Perspektive von Louis Pergaud geschrieben. Er kommentiert das Geschehen von heute und kehrt in das Dorf zurück, in dem noch immer der Geist der Vergangenheit weht. Das Landleben kurz nach der Jahrhundertwende wurde oft romantisch dargestellt; dabei waren die Bauern zu jener Zeit sehr arm, es gab kaum soziale Sicherheit und viele Familien mussten sich alleine durchschlagen. Zudem war die Region stark konservativ geprägt. Trotz der offiziellen Trennung von Kirche und Staat wurde der Dorfalltag von der Religion bestimmt. Die Bedrohung durch den sich anbahnenden Ersten Weltkrieg war zudem omnipräsent.

    Louis Pergaud beschreibt in seinem Roman-Klassiker die gefühlsarmen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, die aufgrund der damaligen strengen Vorstellungen von Erziehung häufig üblich waren. Deshalb waren die Kinder auch sehr viel gewaltbereiter, als es heute toleriert würde. Der Roman, der vom Ende einer unbeschwerten Kindheit und vom Beginn des Erwachsenenlebens erzählt, wurde zum Bestseller. Der 1882 geborene Louis Pergaud starb 1915 im Krieg.

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    • Regie:Frédéric Compain
    • Land:Frankreich
    • Jahr:2013
    • Herkunft:ARTE F
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