Durch die Nacht mit ...

Francesco Vezzoli & Rufus Wainwright

Popkultur & Alternativ -
53 Min. - 4644 Aufrufe
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    • Sendetermine:
    • Donnerstag, 20. April um 2.15 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 19. April bis zum 26. April 2017
    • Verfügbar in Deutschland und Frankreich

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Multimedia-Pop-Art-Künstler Francesco Vezzoli lädt den von seiner Welt-Tour erschöpften Musiker Rufus Wainwright nach Rom ein, um ihm seine Retrospektive im Museum Maxxi für moderne Kunst zu präsentieren. Als sie die von Vezzoli kreierte Welt betreten, wird der müde Sänger schnell munter ...

Multimedia-Pop-Art-Künstler Francesco Vezzoli lädt den von seiner Welttournee erschöpften Musiker Rufus Wainwright nach Rom ein, um ihm seine Retrospektive im Museum Maxxi für moderne Kunst vorzustellen. Als sie die von Vezzoli kreierte Welt betreten, wird der müde Sänger schnell wieder munter, denn Vezzoli hat das von Zaha Hadid gebaute Museum auf den ersten Blick in eine Bildergalerie des 19. Jahrhunderts verwandelt: Die "Galleria Vezzoli" präsentiert sich inklusive schwerer Samtvorhänge, blutroten Fußbodens, Repliken antiker Statuen sowie etlicher Plasmabildschirme und Leinwände, über die Vezzolis provokante Videoarbeiten flimmern. Das alles ist genau nach Wainwrights Geschmack, der seine Songs mit genauso viel Pomp und Glamour auflädt wie Vezzoli seine Videos. Durch ein Selbstporträt Vezzolis als Kaiser Hadrian entdecken die beiden Künstler die gemeinsame Faszination für den Kaiser, und bedauern, dass seine bedeutenden Leistungen im Laufe der Geschichte nicht genügend Anerkennung fanden, wohl weil er homosexuell war.

Nach den Repliken geht es zu den Originalen in die Galleria Borghèse, eine der wertvollsten privaten Kunstsammlungen der Welt. Die Statuen aus Marmor beeindrucken die beiden Kunstliebhaber durch die Sinnlichkeit perfekter Körper. Nach dem anstrengenden Aufstieg zum Turm der Engelsburg staunen beide über die Schönheit Roms in der beginnenden Dämmerung.

Das Dinner im Ar Galletto auf der Piazza Farnèse wird zunächst zum Arbeitsessen. Wainwright überzeugt Vezzoli, ein Video für seine Oper "Prima Donna" zu drehen. Mit feierlichem Handschlag verabreden sie, dass die Premiere in New York stattfinden soll. Danach beginnt der private Teil des Abends. Beim Spaziergang über die Piazza Navona philosophiert Wainwright beim Anblick Neptuns Zepter und eines Obelisken über die perfekte Penisform und schwelgt in Erinnerungen an seinen römischen Liebhaber. Vezzoli erzählt, dass dank seiner liberalen Eltern Schwulsein in Italien für ihn nie problematisch war. So ähnlich sich die beiden Protagonisten im Hinblick auf ihre sexuellen Präferenzen sind, so unterschiedlich sind ihre Strategien: Während Rufus Wainwright nach attraktiven Römern Ausschau hält, sind für Vezzoli Begegnungen der analogen Art nicht mehr zeitgemäß: "Effective cruising is online", erklärt er seinem Gegenüber in einer beim Kolosseum gelegenen Bar der "Gay Street".

Den Abschluss dieses von Sinn und Sinnlichkeit geprägten Abends bildet ein kleines Privatkonzert im Foyer des Hilton Hotels. Am Ende hat der Zuschauer nicht nur viel Neues über die beiden Künstler erfahren, über Wainwrights zehnjährige Sexabstinenz oder Vezzolis Vorliebe für süditalienische Männer, sondern auch einen entspannten Kurztrip in eine der schönsten Städte der Welt hinter sich.

Besetzung und stab
  • Regie:Cordula Kablitz-Post
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2013
  • Herkunft:ZDF
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