Themenabend

Durch die Nacht mit ...

Hugh Cornwell und Westbam

Magazin -
53 Min.
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    • Sendetermine:
    • Samstag, 8. Oktober um 2.05 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 7. Oktober bis zum 14. Oktober 2016

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Ein Treffen zweier Musiklegenden und Pop-Ikonen, ein Clash der Genres - Punk vs. Techno - und die Erfüllung eines Jugendtraums: Deutschlands bekanntester DJ und einstiger Punk Westbam begegnet zum ersten Mal seinem Jugendhelden Hugh Cornwell, Frontmann der Stranglers. Was sie eint, ist die „attitude”: der Do-it-yourself-Geist des Punk!

Hugh Cornwell und Westbam wollen gemeinsam ergründen, was einen zur Legende im Musikbusiness macht. Sie besuchen den Londoner Pub „Hope and Anchor“, in dem die Karriere der Stranglers vor einem einzigen Zuschauer 1975 begann. Bei einer Ausstellung von Picassos Frühwerk kommen sie zu der Erkenntnis, dass man eigentlich Maler sein müsste, denn als alternder Musiker hat man es viel schwerer als Picasso es je hatte. Cornwell zeigt Westbam einen seiner Lieblingsorte in London: das London Eye bei Sonnenuntergang. Westbam revanchiert sich mit einem Besuch im Plattenladen BM Soho. Dort wirft Westbam seine Vorurteile über Bord, dass alle Plattenladenverkäufer Zyniker sind. Bei einem sehr scharfen indischen Essen in einem der original indischen Restaurants kommen die beiden buchstäblich ins Schwitzen und lassen ihre gemeinsame Punkvergangenheit in einem Vintage-Gitarrenshop auf der Kings Road noch einmal aufleben.

Hugh Cornwell ist eine Ikone der Punk-Bewegung. Als Songschreiber und Sänger der Stranglers war er maßgeblich für deren Erfolg verantwortlich und schuf mit Titeln wie “No More Heroes“, „Golden Brown“, „Peaches“ oder „Always the Sun“ zeitlose Hits. Der 1949 in London geborene Musiker hatte zunächst eine ganz andere Karriere im Sinn. Nach der Schule studierte er drei Jahre lang Biochemie an der Universität Bristol. Nach den ersten Konzerten mit seiner Band Johnny Sox stand seine Entscheidung jedoch fest, Berufsmusiker zu werden. Er kehrte nach London zurück und aus Johnny Sox wurden nach einigen Umbesetzungen The Stranglers. Nach und nach wurde die Band bekannter, aber der Durchbruch ließ auf sich warten. Man schrieb das Jahr 1974, noch war Punk in weiter Ferne und die Welt nicht bereit für den düsteren, morbiden Stranglers-Sound. Erst drei Jahre später war es dann soweit: die Stranglers ergatterten einen Plattenvertrag und wurden neben den Sex Pistols, The Clash und The Damned zur wichtigsten Band des Punk. Dazu trugen neben den ungewöhnlichen Orgelklängen vor allem die Songs von Hugh Cornwell bei. Seine Bekanntheit steigerten 1980 zudem gleich zwei Gefängnisaufenthalte: In England saß er einen Monat wegen Drogenbesitzes ein, in Frankreich kam er für eine Woche hinter Gitter, weil er bei einem Konzert in Nizza das Publikum zur Sachbeschädigung aufgefordert hatte. Schon früh realisierte er diverse Soloprojekte. 1990 verließ er die Band nach jahrelangen Problemen mit seinem Bandkollegen Jean Jacques Burnel. Sein letztes Album „Totem & Taboo“ preisen Kritiker als sein bestes seit dem Ausstieg bei den Stranglers. Die Gastauftritte als Sänger fanden erst kürzlich in der Zusammenarbeit mit Westbam eine bemerkenswerte Fortsetzung. Im Track „A Night to Remember“ treffen der typische Westbam-Power-Sound und der lakonische Gesang Cornwells aufeinander und kreieren einen jener seltenen, zeitlos schönen Popmomente, die nur den ganz Großen gelingen. Trotz der Kooperation auf Westbams aktuellem Album hatten die beiden sich zuvor noch nie persönlich getroffen oder gesprochen.

Westbam, bürgerlich: Maximilian Lenz, ist Deutschlands bekanntester DJ, Veranstalter der weltweit größten Indoor-Technoparty Mayday und spätestens seit seiner Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Rainald Goetz auch Liebling des deutschen Feuilletons. Westbam ist nicht nur ein begnadeter Plattenaufleger, sondern auch Musikproduzent mit einem untrüglichen Gespür für tanzflächenaffine Hits, der bis heute auf der ganzen Welt die Hallen füllt.

Geboren 1965 in Münster, gehört Westbam zu den ersten Punks seiner Heimatstadt. Er gründet in kurzen Abständen mehrere Punk-Bands und bringt sogar ein eigenes Fanzine heraus. Seine eigentliche Berufung entdeckt er einige Jahre später, als er zum Haus-DJ des Clubs Odeon in Münster avanciert. In Anlehnung an den legendären DJ Afrika Bambaataa nennt er sich Westbam – die Kurzform von Westfalia Bambaataa. Seine gnadenlosen Hochgeschwindigkeits-Sets machen ihn nicht nur in ‚Westfalia’, sondern in der ganzen Republik bekannt, die erste Platte folgt ein Jahr später. Mit dem Fall der Mauer geht es Schlag auf Schlag: Als einer der Mitbegründer der Loveparade wird auch Westbam immer bekannter. 1991 ruft er die Techno-Massenveranstaltung Mayday ins Leben, bei denen er Tausende Raver tagelang zum Tanzen animiert. Westbam veröffentlicht zusammen mit dem Herausgeber der Zeitschrift „Frontpage“ eine Art Techno-Manifest, in dem er die „Raving Society“ ausruft, Motto: Wenn alle feiern bis zum Umfallen, wird sich die Gesellschaft zum Besseren ändern.

Besetzung und stab
  • Regie:Cordula Kablitz-Post
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2013
  • Herkunft:ZDF
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    Hugh Cornwell und Westbam wollen gemeinsam ergründen, was einen zur Legende im Musikbusiness macht. Sie besuchen den Londoner Pub „Hope and Anchor“, in dem die Karriere der Stranglers vor einem einzigen Zuschauer 1975 begann. Bei einer Ausstellung von Picassos Frühwerk kommen sie zu der Erkenntnis, dass man eigentlich Maler sein müsste, denn als alternder Musiker hat man es viel schwerer als Picasso es je hatte. Cornwell zeigt Westbam einen seiner Lieblingsorte in London: das London Eye bei Sonnenuntergang. Westbam revanchiert sich mit einem Besuch im Plattenladen BM Soho. Dort wirft Westbam seine Vorurteile über Bord, dass alle Plattenladenverkäufer Zyniker sind. Bei einem sehr scharfen indischen Essen in einem der original indischen Restaurants kommen die beiden buchstäblich ins Schwitzen und lassen ihre gemeinsame Punkvergangenheit in einem Vintage-Gitarrenshop auf der Kings Road noch einmal aufleben.

    Hugh Cornwell ist eine Ikone der Punk-Bewegung. Als Songschreiber und Sänger der Stranglers war er maßgeblich für deren Erfolg verantwortlich und schuf mit Titeln wie “No More Heroes“, „Golden Brown“, „Peaches“ oder „Always the Sun“ zeitlose Hits. Der 1949 in London geborene Musiker hatte zunächst eine ganz andere Karriere im Sinn. Nach der Schule studierte er drei Jahre lang Biochemie an der Universität Bristol. Nach den ersten Konzerten mit seiner Band Johnny Sox stand seine Entscheidung jedoch fest, Berufsmusiker zu werden. Er kehrte nach London zurück und aus Johnny Sox wurden nach einigen Umbesetzungen The Stranglers. Nach und nach wurde die Band bekannter, aber der Durchbruch ließ auf sich warten. Man schrieb das Jahr 1974, noch war Punk in weiter Ferne und die Welt nicht bereit für den düsteren, morbiden Stranglers-Sound. Erst drei Jahre später war es dann soweit: die Stranglers ergatterten einen Plattenvertrag und wurden neben den Sex Pistols, The Clash und The Damned zur wichtigsten Band des Punk. Dazu trugen neben den ungewöhnlichen Orgelklängen vor allem die Songs von Hugh Cornwell bei. Seine Bekanntheit steigerten 1980 zudem gleich zwei Gefängnisaufenthalte: In England saß er einen Monat wegen Drogenbesitzes ein, in Frankreich kam er für eine Woche hinter Gitter, weil er bei einem Konzert in Nizza das Publikum zur Sachbeschädigung aufgefordert hatte. Schon früh realisierte er diverse Soloprojekte. 1990 verließ er die Band nach jahrelangen Problemen mit seinem Bandkollegen Jean Jacques Burnel. Sein letztes Album „Totem & Taboo“ preisen Kritiker als sein bestes seit dem Ausstieg bei den Stranglers. Die Gastauftritte als Sänger fanden erst kürzlich in der Zusammenarbeit mit Westbam eine bemerkenswerte Fortsetzung. Im Track „A Night to Remember“ treffen der typische Westbam-Power-Sound und der lakonische Gesang Cornwells aufeinander und kreieren einen jener seltenen, zeitlos schönen Popmomente, die nur den ganz Großen gelingen. Trotz der Kooperation auf Westbams aktuellem Album hatten die beiden sich zuvor noch nie persönlich getroffen oder gesprochen.

    Westbam, bürgerlich: Maximilian Lenz, ist Deutschlands bekanntester DJ, Veranstalter der weltweit größten Indoor-Technoparty Mayday und spätestens seit seiner Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Rainald Goetz auch Liebling des deutschen Feuilletons. Westbam ist nicht nur ein begnadeter Plattenaufleger, sondern auch Musikproduzent mit einem untrüglichen Gespür für tanzflächenaffine Hits, der bis heute auf der ganzen Welt die Hallen füllt.

    Geboren 1965 in Münster, gehört Westbam zu den ersten Punks seiner Heimatstadt. Er gründet in kurzen Abständen mehrere Punk-Bands und bringt sogar ein eigenes Fanzine heraus. Seine eigentliche Berufung entdeckt er einige Jahre später, als er zum Haus-DJ des Clubs Odeon in Münster avanciert. In Anlehnung an den legendären DJ Afrika Bambaataa nennt er sich Westbam – die Kurzform von Westfalia Bambaataa. Seine gnadenlosen Hochgeschwindigkeits-Sets machen ihn nicht nur in ‚Westfalia’, sondern in der ganzen Republik bekannt, die erste Platte folgt ein Jahr später. Mit dem Fall der Mauer geht es Schlag auf Schlag: Als einer der Mitbegründer der Loveparade wird auch Westbam immer bekannter. 1991 ruft er die Techno-Massenveranstaltung Mayday ins Leben, bei denen er Tausende Raver tagelang zum Tanzen animiert. Westbam veröffentlicht zusammen mit dem Herausgeber der Zeitschrift „Frontpage“ eine Art Techno-Manifest, in dem er die „Raving Society“ ausruft, Motto: Wenn alle feiern bis zum Umfallen, wird sich die Gesellschaft zum Besseren ändern.

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    • Regie:Cordula Kablitz-Post
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2013
    • Herkunft:ZDF
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