Tratsch und Totschlag

Tratsch und Totschlag

Mittwoch, 24. August um 1:15 Uhr (73 Min.)

Tratsch und Totschlag

Aufstieg und Niedergang der Skandalpresse

Mittwoch, 24. August um 1:15 Uhr (73 Min.)

Erstausstrahlung am Sonntag, 31.07. um 1:40 Uhr

An fetten Schlagzeilen, exklusiven Enthüllungen und barbusigen Mädchen erkannte man lange die Boulevardblätter an jedem Zeitungskiosk. Mit Bildern und Berichten ehemaliger Insider erzählt die Dokumentation vom Aufstieg und Fall der Regenbogenpresse. In dem Film kommen ehemalige Boulevardjournalisten zu Wort, die in den Redaktionen teilweise wichtige Positionen innehatten.

Alles begann im England der 70er Jahre, als Rupert Murdoch die "Sun" übernahm. Sex, Sport, Sensationen - lautete das einschlägige Konzept, mit dem der Milliardär die Verkaufszahlen des dümpelnden Blattes wieder auf Vordermann bringen wollte. Sollte heißen: vermeintliche Scoops, nackte Mädchen und moderne Mythen ("Elvis lebt!"), bald abgelöst von Skandalgeschichten rund um Bill Clinton, O. J. Simpson und die unermüdliche Jagd auf Lady Di bis zu ihrem Tod im Blitzlichtgewitter.

In den Redaktionen ging es vor allem um reißerische Storys - der Realitätsbezug war dabei nebensächlich, die Schlagzeilen verfasste man oft noch vor den Artikeln. Bei millionenfachen Auflagen war es kein Wunder, dass die Boulevardpresse mit ihrer Weltsicht bald weite Teile der Bevölkerung beeinflussten. Auch wenn heute eine Abhöraffäre das Murdoch-Imperium erschüttert, pflegen bekannte Internetseiten wie "Celebrity Gossip" weiter das Erbe der Sensationsblätter.

In der Dokumentation kommen ehemalige Boulevardjournalisten zu Wort, die in den Redaktionen teilweise wichtige Positionen innehatten. Zu ihnen gehören Kelvin MacKenzie, der legendäre Chefredakteur der "Sun" in den 80ern, Iain Calder, der 20 Jahre lang den "National Enquirer" leitete, und Paul McMullan, der das ganze Ausmaß der britischen Abhöraffäre aufdeckte. Sie alle sind stolz auf ihre Scoops - auch auf die weniger brillanten - und erzählen mit Humor und Sarkasmus von ihren Abenteuern in der Klatschpresse, von Voyeurismus und gutgläubigen Lesern, von reißerischen Aufmachern und den Methoden der Paparazzi.

ARTE Magazine cover

Sticky Fingers

Von Elvis Presleys Hüftschwung bis Miley Cyrus’ Ritt auf der Abrissbirne: Für den „Summer of Scandals“ auf ARTE rauscht Arne Willander in der Ausgabe 7/2016 des ARTE Magazins durch die Exzesse der Popgeschichte.

Regie:  Jean-Baptiste Péretié