Øya Festival 2013

Rock, Hip Hop & Electro im Oslo Fjord

Kunst & Kultur -
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    • Sendetermine:
    • Donnerstag, 16. März um 5.00 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 16. März bis zum 23. März 2017

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Gegründet 1999 von einer Kooperative norwegischer Studenten, hat sich das Øya Festival in Oslo zu einem der musikalisch interessantesten Events in Europa entwickelt. ARTE zeigt Konzerte von den drei Open-Air-Bühnen. Mit dabei waren Blur, James Blake, Azealia Banks, Alabama Shakes und viele andere.

Aus vielen Gründen ist das Øya Festival kein übliches Festival. Kollektive Organisationsstrukturen, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit als oberste Prämissen, Kinderbetreuung und mehr als hundert Künstler aus aller Welt machten das Øya auch 2013 zu einem außergewöhnlichen Musik- und Kulturerlebnis. An vier Tagen fanden Konzerte auf drei Open-Air- und einer Zeltbühne statt. Das musikalisch anspruchsvolle Programm ist schubladenfrei: Alternative, Electro, Rock, Folk und Pop. Kraftwerk, Slayer, Alabama Shakes, Cat Power, Beach House, Angel Haze, Haim, MØ, Wu-Tang Clan … bunter könnte das Programm nicht sein. Ein wichtiges Kriterium des Øya Festivals ist es außerdem, skandinavischen Künstlern Bühnenraum zu geben. Lokale Bands wie zum Beispiel Kvelertak stellen letztendlich die Hälfte aller Konzerte. Hinzu kommt, dass das Festival nicht mitten im ländlichen Nirgendwo liegt oder in Schlamm und Müll ertrinkt. Der Name „Øya“ – deutsch für „Insel“ – verspricht bereits ein Festivalgelände zwischen Bergen und Meer. Und tatsächlich erstreckt es sich über eine Halbinsel im Mittelalterpark in einem der gegensätzlichsten Viertel der norwegischen Hauptstadt. Die Besucher feiern inmitten der Ruinen einer tausend Jahre alten Kirche – dem ursprünglichen Gründungsort Oslos. Südlich vom historischen Park beginnen Fjord und Strand der Hauptstadt, im Osten lehnt er sich an den Ekeberg und im Westen erhebt sich die einmalige moderne Osloer Skyline – eine Antithese zum alten Hafenbecken, den alten Lagerhallen und ausrangierten Bahnschienen, die an den Park grenzen. Dieser bunte Mix aus moderner Metropole, alter Industriestadt und Strandflair macht das Øya Festival aus. Überall stehen Cocktailbars mit Sonnenliegen herum, die zum Verweilen und Entschleunigen einladen. Der Kooperative norwegischer Studenten, die das Festival 1999 gründeten, ist es gelungen, das Event, das auch 2013 wieder mehrere Tausend Besucher verzeichnete, als eines der umweltbewusstesten Kulturereignisse aufzuziehen. So kümmert sich eine eigens dafür zuständige Energiebeauftragte darum, die Stromversorgung zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien zu garantieren. An Kreativität mangelte es dabei nicht: Lieferanten, Mitarbeiter und Besucher sollen ihren Müll auf ein Minimum reduzieren, zum Verzehr werden lediglich Bioprodukte aus der Region angeboten, und es wird sogar aus den Fäkalien Methangas gewonnen, mit denen die öffentlichen Busse fahren. Außerdem veröffentlichten die Veranstalter 2004 ein „Handbuch zur Umwelt“ mit Anleitungen zum verantwortungsbewussten Feiern und Genießen. So viel skandinavische Innovation ist bereits mit mehreren internationalen Auszeichnungen belohnt worden. Das Øya wurde unter anderem als grünstes Festival in Europa ausgezeichnet und erhielt den Green’n’Clean Award. Insgesamt beeindruckt das Øya Festival durch seine beschwingte, friedliche Atmosphäre und seine verantwortungsbewusste Haltung. Sowohl bei den Veranstaltern als auch unter den Künstlern im Backstage-Bereich soll eine Hierarchie vermieden werden: Alle Künstler sind im selben Areal untergebracht, es gibt keine extra abgesperrten Superstar-Bereiche, der Grundtenor ist entspannt und gemütlich. Die Musikfans bewegen sich auf dem Festivalgelände, als wären sie auf einem Spaziergang. Man sieht für große Festivals untypisch viele weibliche Besucher, viele Familien machen einen Ausflug, denn es gibt eine akustisch gut geschützte Kinderkrippe auf dem Gelände. Die Dokumentation ist die gelungene Aufzeichnung einer musikalischen Großveranstaltung, die sich sowohl mit dem urbanen Leben als auch mit der natürlichen Umgebung verbindet. Sie bestätigt und überzeugt, dass ein interessantes und ideologiefreies Kulturereignis kommerziell tragfähig sein kann und bietet somit den erfolgreichen Gegenentwurf zu der allgemein in der Branche vorherrschenden Gigantomanie. Ein Festivalerlebnis der anderen Art …

Besetzung und stab
  • Regie:Ingo Schmoll
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2013
  • Herkunft:WDR
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