Themenabend

Kopfkino - Die unbekannte Welt der Klarträumer

Entdeckung -
53 Min.
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    • Sendetermine:
    • Mittwoch, 9. November um 1.10 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 8. November bis zum 15. November 2016

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Dokumentation von Sylvia Strasser und Sabrina Dittus (D 2013, 53 Min) Er sei der Königsweg zum Unbewussten, sagte Freud über den Traum. Träume sind nichts als Abfallprodukte neuronaler Aktivität, setzen Gehirnforscher dagegen. Gerade erlebt die wissenschaftliche Erforschung von Träumen einen neuen Boom. Einer der Gründe: die neu entdeckten Fähigkeiten der Klarträumer.

Das nächtliche Kopfkino und unser Wachzustand sind eng miteinander verzahnt. Das stellen sogenannte luzide Träumer unter Beweis. Klarträumer, auch „Oneironauten“ genannt, beherrschen ein Paradoxon: Hellwach gestalten sie mitten im Schlaf ihre eigene Erlebniswelt und führen somit Regie in ihren eigenen Träumen.

Während andere eine Menge Lebenszeit erinnerungslos verschlafen, nutzen die Klarträumer ihren luziden Geist, um im REM-Schlaf all das zu tun, was ihnen im Wachzustand versagt bleibt. Der Traum kennt keine Naturgesetze, keine moralischen oder kulturellen Filter. Alles ist denkbar, alles ist erlaubt.

Einst ins Reich der Mythen verbannt, wird der Klartraum jetzt für die Wissenschaft zum neuen Hype. Die internationale Fachwelt der Schlaf-, Traum- und Bewusstseinsforschung ist äußerst interessiert an den Klarträumern. Denn wer sich seines Träumens bewusst ist, kann dies über Augenbewegungen mitteilen, ohne dabei aufzuwachen. Entwickelt wurde diese Methode schon in den späten 70er Jahren an der Universität Stanford in Kalifornien. Das ist für die Traumforschung heute noch revolutionär.

Ein Beispiel dafür ist der jüngste Vorstoßder Wissenschaftler des Münchner Max-Planck-Instituts in das vermeintlich Unbewusste. Erstmals ist es ihnen mit Hilfe der Klarträumer gelungen, Trauminhalte im Gehirn aufzuspüren und zu verorten: Die Vision eines "Traumrekorders" rückt also näher. Doch es eröffnen sich auch in ganz anderen wissenschaftlichen Feldern Möglichkeiten, zum Beispiel in der Sportwissenschaft. Erste Studien legen nahe, dass Menschen ihre motorischen Fähigkeiten im Klartraum trainieren können. Dass luzide Träumer sich des Träumens bewusst sind, wirft so manche philosophische Theorie um und veranlasst Bewusstseinsphilosophen, einiges zu Überdenken.

Fest steht: Der Traum ist tatsächlich ein Königsweg zum Bewusstsein. Die Renaissance der Traumforschung hat begonnen. "Kopfkino – die unbekannte Welt der Klarträumer" dokumentiert diese jüngsten Forschungen über die träumerischen Fähigkeiten unseres Gehirns und den Vorstoß der Wissenschaft in die letzten Refugien des (vermeintlich) Unbewussten.

Besetzung und stab
  • Regie:Sylvia Strasser, Sabrina Dittus
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2013
  • Herkunft:ZDF
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    Das nächtliche Kopfkino und unser Wachzustand sind eng miteinander verzahnt. Das stellen sogenannte luzide Träumer unter Beweis. Klarträumer, auch „Oneironauten“ genannt, beherrschen ein Paradoxon: Hellwach gestalten sie mitten im Schlaf ihre eigene Erlebniswelt und führen somit Regie in ihren eigenen Träumen.

    Während andere eine Menge Lebenszeit erinnerungslos verschlafen, nutzen die Klarträumer ihren luziden Geist, um im REM-Schlaf all das zu tun, was ihnen im Wachzustand versagt bleibt. Der Traum kennt keine Naturgesetze, keine moralischen oder kulturellen Filter. Alles ist denkbar, alles ist erlaubt.

    Einst ins Reich der Mythen verbannt, wird der Klartraum jetzt für die Wissenschaft zum neuen Hype. Die internationale Fachwelt der Schlaf-, Traum- und Bewusstseinsforschung ist äußerst interessiert an den Klarträumern. Denn wer sich seines Träumens bewusst ist, kann dies über Augenbewegungen mitteilen, ohne dabei aufzuwachen. Entwickelt wurde diese Methode schon in den späten 70er Jahren an der Universität Stanford in Kalifornien. Das ist für die Traumforschung heute noch revolutionär.

    Ein Beispiel dafür ist der jüngste Vorstoßder Wissenschaftler des Münchner Max-Planck-Instituts in das vermeintlich Unbewusste. Erstmals ist es ihnen mit Hilfe der Klarträumer gelungen, Trauminhalte im Gehirn aufzuspüren und zu verorten: Die Vision eines "Traumrekorders" rückt also näher. Doch es eröffnen sich auch in ganz anderen wissenschaftlichen Feldern Möglichkeiten, zum Beispiel in der Sportwissenschaft. Erste Studien legen nahe, dass Menschen ihre motorischen Fähigkeiten im Klartraum trainieren können. Dass luzide Träumer sich des Träumens bewusst sind, wirft so manche philosophische Theorie um und veranlasst Bewusstseinsphilosophen, einiges zu Überdenken.

    Fest steht: Der Traum ist tatsächlich ein Königsweg zum Bewusstsein. Die Renaissance der Traumforschung hat begonnen. "Kopfkino – die unbekannte Welt der Klarträumer" dokumentiert diese jüngsten Forschungen über die träumerischen Fähigkeiten unseres Gehirns und den Vorstoß der Wissenschaft in die letzten Refugien des (vermeintlich) Unbewussten.

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  • Besetzung und Stab
    • Regie:Sylvia Strasser, Sabrina Dittus
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2013
    • Herkunft:ZDF
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