Detroit, Michigan

Detroit, Michigan

Sonntag, 18. September um 3:15 Uhr (55 Min.)

Detroit, Michigan

Motor City Music

Sonntag, 18. September um 3:15 Uhr (55 Min.)

Die Liste der Musiker und Bands aus und um Detroit liest sich wie das "Who is Who" der Pop-, Soul- und Rockgeschichte. Die Karriere der großen Stars war und ist dabei eng mit Aufstieg, Fall und Wiedergeburt der Automobilindustrie von Detroit verbunden. Ausgehend von alten und neuen Hits aus Detroit zeichnet der Film das Bild einer nordamerikanischen Großstadt voller Gegensätze.

Jahrelang war die Industriestadt Detroit ein Symbol des Niedergangs: hohe Kriminalitätsrate, Armut und Abwanderung. Detroit, das war die "Wegwerf-Stadt", die man längst aufgegeben hatte. Ende der Nullerjahre lag die Automobilindustrie der Stadt am Boden, 120.000 Jobs gingen verloren. General Motors und Chrysler borgten sich Geld von der amerikanischen Regierung, um weiter zu existieren, Ford nahm Hypotheken auf seine Werksanlagen auf, heute sind alle drei wieder im Geschäft.

Weltberühmt machte die "Motor-Stadt" Detroit auch das Motown-Label, das die Soul- und auch Popmusik maßgeblich beeinflusst hat. Bei der jungen Firma unterschrieben spätere Weltstars wie The Supremes mit Diana Ross, der elfjährige Stevie Wonder und die Temptations. Die Motown-Künstler, darunter auch Marvin Gaye, belegten in den 60er Jahren die Spitzenplätze der Verkaufslisten. Allein von 1961 bis 1971 hatte Motown über 100 Top-Ten-Hits.

Dass Detroit auch in der Musikszene weiter eine führende Rolle spielt, liegt an dem aus den Vororten der Stadt stammenden Detroit Techno. Im Hip-Hop-Bereich ist der Rapper Eminem berühmt geworden, der in der Stadt lebt, arbeitet und sich sozial engagiert.

Die Songs reagieren auf die Entwicklung einer Metropole, die wie viele andere nordamerikanische Großstädte in den letzten Jahren einen radikalen Wandel durchgemacht haben. Die Stadtbevölkerung schrumpft, die städtische Infrastruktur kollabiert und die Kriminalität breitet sich aus. Insofern ist Detroit beispielhaft in seiner Bedeutung für die gesamten Vereinigten Staaten.

Regie:  Claus Bredenbrock, Pagonis Pagonakis