Verborgenes Venedig (3/3)

Verborgenes Venedig (3/3)

Freitag, 14. Februar um 16:15 Uhr (43 Min.)

Verborgenes Venedig (3/3)

Traumstoffe und Maskeraden

Freitag, 14. Februar um 16:15 Uhr (43 Min.)

Wiederholung am Freitag, 21.02. um 11:15 Uhr

Die aktuelle Folge führt zum Palazzo Contarini Polignac aus dem 15. Jahrhundert, in die ehrwürdige Tuchmanufaktur Bevilaqua und in eine traditionelle Glasbläserwerkstatt auf der Insel Murano.

Dicht an der Accademia-Brücke fällt der Palazzo Contarini Polignac ins Auge, einer der schönsten Renaissancepaläste aus dem späten 15. Jahrhundert. Der französische Maler Roger de Montebello hat sich hier niedergelassen. Die Metamorphose von Licht und Wasser gehört zu seinen Lieblingsmotiven; da kommt der Canal Grande vor dem Fenster seines Ateliers gerade recht. Roger stammt aus einer aristokratischen Familie, für die Kunst schon immer eine wichtige Rolle spielte. Sein Großvater arbeitete mit Salvador Dalí zusammen, sein Onkel leitete über 30 Jahre lang das Metropolitan Museum of Art in New York.

Die Filmemacher begleiten Roger zu Matteo Corvino und Jérôme Zieseniss, begeisterte Sammler seiner Gemälde. Matteo Corvino bereitet die Cavalchina vor, einen glamourösen Maskenball im berühmten Opernhaus Fenice. Die Cavalchina ist der Höhepunkt des Karnevals für die venezianische Gesellschaft. Gäste sind in diesem Jahr unter anderem der Tenor José Carreras und der Popstar James Blunt.

Für einen solchen Ball kommt nur eine erlesene Dekoration infrage, zum Beispiel Stoff aus der Tuchmanufaktur Bevilaqua. In einem unscheinbaren Gebäude zwei Querstraßen vom Canal Grande entfernt, scheint die Zeit stillzustehen. Seit mehr als 200 Jahren sind die originalen Webstühle in Betrieb. In der vierten Generation produziert die Familie Bevilaqua prachtvolle Stoffe. Auf Lochkarten sind die Steuerungsbefehle für die Stoffmuster eingestanzt. Noch 20 dieser historischen Webstühle sind weltweit in Betrieb, nur sieben Weberinnen beherrschen das alte Handwerk.

Ein weiteres traditionelles Handwerk Venedigs ist die Glasbläserei, wie sie in Murano seit vielen Jahrhunderten betrieben wird. Früher durften die Meister die Insel nicht verlassen, damit sie niemandem die Geheimnisse ihrer Kunst verraten konnten. Gianni Seguso ist einer der letzten Meister aus einem alten Geschlecht. Seine Glasbrennerei hat sich auf wertvolle Kronleuchter spezialisiert. Jedes einzelne Teil ist handgefertigt, das Glas funkelt durch den eingeschlossenen Goldstaub.

Solch edle Einrichtung findet man in königlichen Wohnsitzen, beispielsweise im Palazzo Reale am Markusplatz, der nach langen Jahren der Restaurierung in einer feierlichen Veranstaltung neu eröffnet wird. Jérôme Zieseniss leitete die Arbeiten und führt durch die prunkvollen Räume. Nach mehr als 100 Jahren kehrt das Leben in den Palazzo zurück.

Regie:  Lutz Gregor