Themenabend

Bonjour DDR!

Frankreich und der Osten

Dokumentation -
52 Min.
  • SENDETERMINE UND VERFÜGBARKEIT Descendre

    • Sendetermine:
    • Donnerstag, 11. August um 6.45 Uhr
    • Freitag, 29. Juli um 6.15 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 29. Juli bis zum 05. August 2016

    Mich per E-Mail erinnern

    Stunden vor der nächsten Ausstrahlung dieses Programms eine E-Mail als Erinnerung.

    ARTE garantiert, dass die angegebene E-Mail-Adresse nur für den Versand dieser Erinnerungsmail verwendet wird.

Die DDR ist seit dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989 Geschichte. Das Verhältnis von Frankreich und der DDR zueinander war immer eher schwierig. Eine Bestandsaufnahme.

Im Jahr 2013 hätten die DDR und Frankreich den 40. Jahrestag ihrer gemeinsamen diplomatischen Beziehungen feiern können. Doch der Fall der Mauer beendete 1989 die langjährige "Dreiecksbeziehung" zwischen Frankreich, der DDR und der Bundesrepublik. In der offiziellen französischen Politik kam der ostdeutsche Staat ohnehin kaum vor. Frankreich pflegte vor allem enge Beziehungen zur Bundesrepublik. Und gleichwertige Kontakte zur DDR hätten diese Freundschaft erheblich gestört. Für die DDR hingegen war Frankreich ein attraktiver Wirtschaftspartner, auch politisch buhlte die Staatsführung um Anerkennung.

In Frankreich existierte eine starke politische Linke, die sich durchaus für den sozialistischen deutschen Staat interessierte. So begannen französische Gewerkschaften bereits in den 50er Jahren einen recht regelmäßigen Jugendaustausch und organisierten Ferienreisen in die DDR. Mehr als 2.500 Franzosen kamen jährlich in "Freundschaftszügen" auf Einladung der Freien Deutschen Jugend in die DDR, um "mit den Werktätigen der DDR in Kontakt zu kommen und die Arbeits- und Lebensbedingungen in einem sozialistischen Staat kennenzulernen".

Bei einer dieser Reisen lernten sich auch die Französin Claudine und der Thüringer Detlef kennen - und lieben. Doch ihre Liebe hatte keine Chance. Die Staatssicherheit der DDR fing die Briefe der beiden ab, eine Reise nach Frankreich wurde Detlef nie genehmigt - und so begegneten sich die Liebenden erst viele Jahre nach der Wende wieder.

Für die Bürger der DDR war Frankreich ein unerreichbares Sehnsuchtsland. Nur sehr wenige DDR-Bürger kamen als Dolmetscher, Kultur- oder Handelsvertreter in den Genuss einer Frankreichreise. Als in den 80er Jahren in Ost-Berlin ein französisches Kulturzentrum errichtet wurde, war der Ansturm enorm, und französische Künstler waren immer gerngesehene Gäste in der DDR. Und dass der DDR-Staatschef Erich Honecker in den 80er Jahren einen Citroën fuhr, kann als Ausdruck der ambivalenten, aber doch intensiven Beziehungen zwischen der DDR und Frankreich gesehen werden.

Besetzung und stab
  • Regie:Hans Sparschuh, Rainer Burmeister
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2012
  • Herkunft:MDR
Kommentare (0)
  • Weiterlesen

    Im Jahr 2013 hätten die DDR und Frankreich den 40. Jahrestag ihrer gemeinsamen diplomatischen Beziehungen feiern können. Doch der Fall der Mauer beendete 1989 die langjährige "Dreiecksbeziehung" zwischen Frankreich, der DDR und der Bundesrepublik. In der offiziellen französischen Politik kam der ostdeutsche Staat ohnehin kaum vor. Frankreich pflegte vor allem enge Beziehungen zur Bundesrepublik. Und gleichwertige Kontakte zur DDR hätten diese Freundschaft erheblich gestört. Für die DDR hingegen war Frankreich ein attraktiver Wirtschaftspartner, auch politisch buhlte die Staatsführung um Anerkennung.

    In Frankreich existierte eine starke politische Linke, die sich durchaus für den sozialistischen deutschen Staat interessierte. So begannen französische Gewerkschaften bereits in den 50er Jahren einen recht regelmäßigen Jugendaustausch und organisierten Ferienreisen in die DDR. Mehr als 2.500 Franzosen kamen jährlich in "Freundschaftszügen" auf Einladung der Freien Deutschen Jugend in die DDR, um "mit den Werktätigen der DDR in Kontakt zu kommen und die Arbeits- und Lebensbedingungen in einem sozialistischen Staat kennenzulernen".

    Bei einer dieser Reisen lernten sich auch die Französin Claudine und der Thüringer Detlef kennen - und lieben. Doch ihre Liebe hatte keine Chance. Die Staatssicherheit der DDR fing die Briefe der beiden ab, eine Reise nach Frankreich wurde Detlef nie genehmigt - und so begegneten sich die Liebenden erst viele Jahre nach der Wende wieder.

    Für die Bürger der DDR war Frankreich ein unerreichbares Sehnsuchtsland. Nur sehr wenige DDR-Bürger kamen als Dolmetscher, Kultur- oder Handelsvertreter in den Genuss einer Frankreichreise. Als in den 80er Jahren in Ost-Berlin ein französisches Kulturzentrum errichtet wurde, war der Ansturm enorm, und französische Künstler waren immer gerngesehene Gäste in der DDR. Und dass der DDR-Staatschef Erich Honecker in den 80er Jahren einen Citroën fuhr, kann als Ausdruck der ambivalenten, aber doch intensiven Beziehungen zwischen der DDR und Frankreich gesehen werden.

  • Empfohlene Videos
  • Besetzung und Stab
    • Regie:Hans Sparschuh, Rainer Burmeister
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2012
    • Herkunft:MDR
  • Kommentare