Sofias letzte Ambulanz

Aktuelles & Gesellschaft -
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    • Sendetermine:
    • Mittwoch, 22. Februar um 1.00 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 21. Februar bis zum 28. Februar 2017
    • Weltweit verfügbar

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In der bulgarischen Hauptstadt Sofia mühen sich täglich 13 Ambulanzen ab, zwei Millionen Menschen zu versorgen. Hier trifft der Dokumentarfilm auf seine unscheinbaren Helden. Krassi, Plamen und Mila sind - kettenrauchend, voller Humor und allen Widrigkeiten zum Trotz - unablässig darum bemüht, Leben zu retten. Doch das kaputte Gesundheitssystem fordert sein Tribut.

Das ist der Alltag eines Arztes, einer Krankenschwester und des Fahrers einer Ambulanz in Bulgariens Hauptstadt Sofia: Tag für Tag kämpfen Krassi, Mila und Plamen gegen das marode Gesundheitssystem, gegen die Korruption und eine Flut von Absurditäten. Dabei verdienen sie selbst kaum genug zum Leben. Der Filmemacher Ilian Metev hat über einen Zeitraum von zwei Jahren einen Rettungswagen bei seinen Fahrten durch Sofia begleitet – und sich auf eine Reise mitten hinein in einen postkommunistischen Alltag begeben, in dem das Gesundheitswesen selbst vor dem Exitus steht. Ganze 13 Ambulanzen versorgen eine Bevölkerung von zwei Millionen Menschen. So hetzen auch die drei Retter in Doppelschichten durch die Stadt – und kommen doch immer wieder zu spät. Der Dokumentarfilm entwickelt sich zunehmend zu einer surreal anmutenden Fahrt mit immer neuen Stationen, die nicht nur das Elend des Gesundheitssystems, sondern vielmehr das Leiden des ganzen Landes offenbart. Bulgarien zählt zu den umstrittenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Finanzielle Unterstützung durch die EU bleibt weitestgehend wirkungslos, während die skrupellose und mächtige Mafia den Staatshaushalt absorbiert. Eines der tragischsten Opfer ist das öffentliche Gesundheitswesen, nirgendwo zeichnen die Missstände sich so deutlich ab wie bei den Rettungsdiensten. Nach 20 Jahren Kapitalismus hat sich die Anzahl der Ambulanzen von 140 auf 13 reduziert. Das System steht vor dem endgültigen Kollaps. Wer in Sofia einen Herzinfarkt erleidet, muss bis zu fünf Stunden auf das Eintreffen der Ambulanz warten. Viele Menschen sterben, während sie vergeblich warten. Was ist mit den Ambulanzen passiert? Vor allem fehlt es an Personal. Kaum jemand ist mehr dazu bereit, für ein Gehalt zu arbeiten, von dem man im Winter kaum die Heizkosten bezahlen kann. Wegen der schlechten Instandsetzung bleiben die Wagen häufig liegen, wichtige Werkzeuge und lebensrettende Medikamente fehlen, die Fahrer streiken ständig, und viele Ärzte haben auf der Suche nach mehr Wohlstand das Land verlassen. Wer sind die Menschen, die geblieben sind?

Besetzung und stab
  • Regie:Ilian Metev
  • Land:Deutschland, Bulgarien, Kroatien
  • Jahr:2012
  • Herkunft:WDR
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