Themenabend

Zu Tisch in ...

Transsilvanien

Entdeckung -
26 Min.
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    • Sendetermine:
    • Sonntag, 6. November um 19.45 Uhr
    • Samstag, 29. Oktober um 18.45 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 29. Oktober bis zum 5. November 2016

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Umgeben von den geheimnisumwitterten Karpaten liegt das "Land hinter den Wäldern" - Transsilvanien. "Zu Tisch in ..." zeigt die andere Seite Transsilvaniens. Denn die regionale Küche hat einiges zu bieten. Ion Tiuka lebt mit seiner Familie in Fundata, einem kleinen Bergdorf. Wie viele Familien auf dem rumänischen Land sind die Tiukas Selbstversorger ...

In Transsilvanien soll der sagenhafte Graf Dracula gelebt haben, durch den das Land über Nacht weltberühmt wurde. Die Heimat des fantastischen Romanhelden liegt heute in Rumänien, umgeben von den geheimnisumwitterten Karpaten. Das Gebirgsmassiv war über Jahrhunderte Grenzregion und wurde von Vlad Tepes („der Pfähler”) verteidigt. Der mittelalterliche Herrscher ist zwar nicht so bekannt wie sein blutsaugender Namensvetter, doch dafür gab es ihn wirklich. Genauso wie das Castel Bran, das in den südlichen Karpaten liegt und als Dracula-Schloss beworben wird.

Ion Tiuka arbeitet im Castel Bran als Wärter. Mit seiner Familie lebt er in Fundata, einem kleinen Bergdorf oberhalb von Bran, auf über tausend Meter Höhe. 20 Jahre nach Ende des rumänischen Kommunismus versuchen Ion und seine Frau Marilena, ein annehmbares Leben zu führen, und sie hoffen, dass ihre drei Töchter es einmal besser haben werden.

Wie viele Familien auf dem rumänischen Land sind die Tiukas Selbstversorger. Sie halten Tiere, bauen Obst und Gemüse an und brennen den landestypischen Schnaps aus Obstmaische. Obligatorisch wird zu Beginn des Winters ein Schwein geschlachtet. Als Festessen gibt es am Schlachttag Tocana, ein Gulasch aus Kartoffeln und frischem Schweinefleisch. Sonst steht auf dem Speiseplan der Tiukas eher das einfache und typische Essen der Region: Ciorba, eine säuerliche Gemüsesuppe, oder Bulz, Maisbrei mit Käse.

In den transsilvanischen Karpaten hat sich eine ganz besondere Mischung aus Religiosität, Tradition und Aberglaube erhalten. Ende November wird die Andreasnacht gefeiert. In dieser besonderen Nacht soll mit Mujdei, einer Knoblauchpaste, Unheil von Mensch und Tier abgewendet werden. Auch offenbart sich in den Träumen die Zukunft, wenn bestimmte Rituale eingehalten werden. So, wie es schon ihre Eltern und Großeltern vor ihnen getan haben, befolgen die Tiukas die Bräuche der unheiligen Andreasnacht und gehen am folgenden Tag in die Kirche, denn doppelt hält besser. Für den heiligen Andreas hält Marilena selbst gebackene Krapfen, Gogosi, bereit, die auf dem Altar der Dorfkirche geopfert werden.

Das Castel Bran wurde in den 70er Jahren von den Kommunisten zum Dracula-Schloss ernannt, um Kapital aus dem Kult zu schlagen. Noch heute lockt dieser Schwindel Tausende von Besuchern an. Und so liegt über Transsilvanien auch weiterhin der Mythos vom Grafen Dracula als Fluch und Segen zugleich.

Besetzung und stab
  • Regie:Hanna Leissner
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2012
  • Herkunft:ZDF
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    In Transsilvanien soll der sagenhafte Graf Dracula gelebt haben, durch den das Land über Nacht weltberühmt wurde. Die Heimat des fantastischen Romanhelden liegt heute in Rumänien, umgeben von den geheimnisumwitterten Karpaten. Das Gebirgsmassiv war über Jahrhunderte Grenzregion und wurde von Vlad Tepes („der Pfähler”) verteidigt. Der mittelalterliche Herrscher ist zwar nicht so bekannt wie sein blutsaugender Namensvetter, doch dafür gab es ihn wirklich. Genauso wie das Castel Bran, das in den südlichen Karpaten liegt und als Dracula-Schloss beworben wird.

    Ion Tiuka arbeitet im Castel Bran als Wärter. Mit seiner Familie lebt er in Fundata, einem kleinen Bergdorf oberhalb von Bran, auf über tausend Meter Höhe. 20 Jahre nach Ende des rumänischen Kommunismus versuchen Ion und seine Frau Marilena, ein annehmbares Leben zu führen, und sie hoffen, dass ihre drei Töchter es einmal besser haben werden.

    Wie viele Familien auf dem rumänischen Land sind die Tiukas Selbstversorger. Sie halten Tiere, bauen Obst und Gemüse an und brennen den landestypischen Schnaps aus Obstmaische. Obligatorisch wird zu Beginn des Winters ein Schwein geschlachtet. Als Festessen gibt es am Schlachttag Tocana, ein Gulasch aus Kartoffeln und frischem Schweinefleisch. Sonst steht auf dem Speiseplan der Tiukas eher das einfache und typische Essen der Region: Ciorba, eine säuerliche Gemüsesuppe, oder Bulz, Maisbrei mit Käse.

    In den transsilvanischen Karpaten hat sich eine ganz besondere Mischung aus Religiosität, Tradition und Aberglaube erhalten. Ende November wird die Andreasnacht gefeiert. In dieser besonderen Nacht soll mit Mujdei, einer Knoblauchpaste, Unheil von Mensch und Tier abgewendet werden. Auch offenbart sich in den Träumen die Zukunft, wenn bestimmte Rituale eingehalten werden. So, wie es schon ihre Eltern und Großeltern vor ihnen getan haben, befolgen die Tiukas die Bräuche der unheiligen Andreasnacht und gehen am folgenden Tag in die Kirche, denn doppelt hält besser. Für den heiligen Andreas hält Marilena selbst gebackene Krapfen, Gogosi, bereit, die auf dem Altar der Dorfkirche geopfert werden.

    Das Castel Bran wurde in den 70er Jahren von den Kommunisten zum Dracula-Schloss ernannt, um Kapital aus dem Kult zu schlagen. Noch heute lockt dieser Schwindel Tausende von Besuchern an. Und so liegt über Transsilvanien auch weiterhin der Mythos vom Grafen Dracula als Fluch und Segen zugleich.

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    • Regie:Hanna Leissner
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2012
    • Herkunft:ZDF
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