Buddhas Reliquien

Buddhas Reliquien

Mittwoch, 24. August um 10:15 Uhr (52 Min.)

Buddhas Reliquien

Mittwoch, 24. August um 10:15 Uhr (52 Min.)

Erstausstrahlung am Mittwoch, 17.08. um 14:45 Uhr

Der Fund einiger Schmuckstücke in England entfesselt eine Suche nach Buddhas Grabstätte. Geld, Schatzjäger und Fälscher behindern die Forschungen, die Aufschluss über den Begründer des Buddhismus geben könnten. Eine Erzählung voll unerwarteter Wendungen, die noch immer ihrer Auflösung harrt.

Erst kürzlich wurde hinter einem Schrank im Londoner Büro der Buddhist Society eine winzige Pappschachtel gefunden. Auf einer Seite war der verblichene Schriftzug zu erkennen: "Relics of Buddha. From the Piprahwa Stupa, Birdpore Estate, Gourkhpur NWP, India. 1898." In der Schachtel befanden sich zwölf Schmuckstücke.

Einige Wochen später erhielt die Buddhist Society einen Brief, der zur Entdeckung weiterer Schmuckstücke in einem Landhaus in Lowestoft in Suffolk führte. Es ist das Zuhause des pensionierten Modellbauers Neil Peppé, einem Enkel des Hobby-Archäologen, der diesen Fund vor mehr als einem Jahrhundert machte.

Untersuchungen brachten einige Einzelheiten über die im 19. Jahrhundert in Indien durchgeführten Grabungen ans Licht und lieferten neue Erkenntnisse zu den Umständen, die dazu führten, dass zahlreiche der in Piprahwa entdeckten und über 2.500 Jahre alten Funde entwendet und in alle Winde verstreut wurden: Die britischen Kolonialherren bestachen damit die lokalen Machthaber, um jeglichen religiösen oder territorialen Streitigkeiten an der Nordgrenze Britisch-Indiens - einer politisch hochsensiblen Region - vorzubeugen.

Später wurde der deutsche Archäologe Alois Anton Führer auf frischer Tat dabei ertappt, wie er Fälschungen und Kopien in dem Grabungsfeld in Piprahwa deponierte.

Trotz aller Gerüchte um einschlägige Betrügereien kehrten einige Forscher, die mit der Bestimmung potenzieller archäologischer Fundorte in Indien beauftragt worden waren, in den 70er Jahren nach Piprahwa zurück und entdeckten dort in tiefer gelegenen Schichten, die unter den Grabungen von 1898 lagen, weitere Gefäße. Die Radiokarbon-Datierung anhand der Holzfunde vor Ort ergab, dass diese Gefäße aus dem 5. Jahrhundert vor Christus stammen müssen, das heißt aus der Zeit, in der Buddha starb.

Die wissenschaftliche Diskussion wurde durch eine neue Theorie des Historikers Charles Allen angeheizt, der davon überzeugt ist, dass Siddharta Gautama, der den Ehrennamen "Buddha" trug, im Stupa von Piprahwa verbrannt worden ist - und dass die dort gefundenen Schmuckstücke ihm vom großen indischen Herrscher Ashoka vermacht wurden, nachdem dieser zum Buddhismus übergetreten war. Falls dies zutrifft und die jüngsten archäologisch-geophysischen Untersuchungen von Robin Cunningham in die gleiche Richtung weisen, wäre dies eine Entdeckung, die in ihrer Bedeutung der Entdeckung des Grabes Christi gleichkäme.

Die Geschichte könnte einem Indiana-Jones-Film entliehen sein, so viele Abenteurer, Schätze, Enttäuschungen und Intrigen kommen darin vor. Die große Frage besteht darin, ob es möglich ist, die Echtheit der Knochen Buddhas und den als Grabbeigabe beigefügten Schmuck zu bestätigen. Diese Dokumentation setzt sich zusammen aus einer kleinen Zahl von Spielszenen, den Ergebnissen der Grabungen und Forschungsarbeiten, die gegenwärtig in Großbritannien und Nordindien durchgeführt werden, sowie den sachkundigen Kommentaren international anerkannter Historiker, Archäologen und Experten.

Regie:  Steven Clarke