Zuhause ist woanders

Zuhause ist woanders

Donnerstag, 01. September um 1:55 Uhr (101 Min.)

Zuhause ist woanders

Donnerstag, 01. September um 1:55 Uhr (101 Min.)

Die Schauspielerin Lois Wheeler Snow spielte in Hollywoodfilmen, ihr Mann Edgar Snow war Journalist und engagierter China-Kenner. Als erster westlicher Journalist überhaupt konnte er 1936 Mao Tsetung interviewen. Sein Buch "Roter Stern über China" hat eine ganze Generation geprägt. 1959 wanderten sie in die Schweiz aus, da sie in Amerika des Kommunismus' verdächtigt wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Lois Wheeler Snow in Broadway-Theaterstücken, Fernseh- und Hollywoodfilmen. Ihr Mann Edgar Snow war ein bekannter Journalist mit einer besonderen Leidenschaft für China. Ihm gelang es erstmals, Mao Tsetung zu interviewen, und sein 1937 erschienenes Buch "Roter Stern über China" trug erheblich dazu bei, Mao international populär zu machen.

Im Sommer 1936 trat Edgar Snow seine nicht ungefährliche Reise in das kommunistisch besetzte Gebiet an, in dem Mao und seine Gefolgsleute nach dem Langen Marsch Zuflucht gefunden hatten. Drei Monate lebte Snow unter den Revolutionären, führte mehrere Interviews über das neue China mit und über Mao. Das Buch schildert Maos Jugend und berichtet darüber, wie er zum jungen Kämpfer und zum Anführer der chinesischen Revolution wurde.

Bereits bevor das Buch erschien, hatte es eine unglaubliche Wirkung auf die chinesische Bevölkerung. Es gab Menschen, die nach der Lektüre den Entschluss fassten, in den Norden des Landes zu gehen, um sich den Kommunisten anzuschließen und die Revolution voranzubringen. Gebildete Freiberufler, Schauspieler, Schriftsteller - Menschen, die noch nie an dieser Art des politischen Kampfes beteiligt gewesen waren.

Als das Ehepaar Snow erfuhr, dass es von den amerikanischen Behörden wegen seiner Nähe zur chinesischen Führung auf der Schwarzen Liste stand, entschloss es sich zur Auswanderung. Mit ihren beiden Kindern versuchten sie, in der Schweiz Fuß zu fassen - auf neutralem Boden zwischen China und Amerika. Eine Geschichte von Utopie und Revolution, zwischen Hoffnung und verlorener Illusion.

Regie:  Peter Entell