Yéyé Revolution

Yéyé Revolution

Sonntag, 11. September um 6:20 Uhr (53 Min.)

Yéyé Revolution

1962-1966

Sonntag, 11. September um 6:20 Uhr (53 Min.)

Erstausstrahlung am Samstag, 03.09. um 5:35 Uhr

"Yéyé", abgeleitet von dem beliebten Füllwort "yeah" in der englischen Bandmusik, wurde zum Inbegriff des Lebensgefühls der französischen Jugend in den 60er Jahren. Aber hinter dem nostalgischen Beiklang und den überstrapazierten Klischees steht auch ein Musikphänomen, das eine echte Kulturrevolution einläutete, wie diese Dokumentation zeigt.

"Der skandierte 'Yéyé'-Refrain gibt der Musik einen Rhythmus, schafft eine Beteiligung, hat etwas Primäres, Biologisches. 'Yéyé' heißt auch: 'Wir sind jung'", äußerte sich Edgar Morin im Juli 1963 in der Zeitung "Le Monde".

Hinter allen verklärenden Klischees steht jedoch auch ein Musikphänomen, das eine wahre Kulturrevolution auslöste. Allerdings verdeckt die jugendliche Frische der Bewegung häufig grundlegende Spannungsfelder und Widersprüchlichkeiten: Zwischen Fortschritt (Befreiung des Körpers, Feminismus, Recht auf die Lust) und Konservatismus (Konsumrausch und ungezügelte Vermarktung, Fantasien über den "American Dream"), kreative Kühnheit (Dandyismus, arrogante Jugend) und zaghaftem Konformismus (Lob der traditionellen Werte) veränderte die "Yéyé-Revolution" in einem merkwürdigen Balanceakt das Chanson, die Mentalitäten und schließlich die gesamte französische Gesellschaft.

Wer hätte sich vorstellen können, dass der laute und zuweilen tumb wirkende "Yéyé"-Refrain die Entstehung einer Generation des Bruches bewirken würde? Genau dieses Phänomen beschreibt die Dokumentation.

Regie:  Didier Varrod, Michel Royer
Mit:
La Grande Sophie
Jean-Marie Périer
Michel Brillié
Valli
Hugues Aufray
Rick Rivers
Jean-Pierre Pasqualini