Themenabend

Ägypten: Geburt einer Großmacht

Geschichte -
92 Min.
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    • Sendetermine:
    • Donnerstag, 1. Dezember um 9.25 Uhr
    • Dienstag, 22. November um 16.20 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 10. November bis zum 10. Dezember 2016

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Um 3.000 vor Christus entsteht mit der Vereinigung von Ober- und Unterägypten der erste Territorialstaat der Geschichte. 3.000 Jahre sollte das Reich am Nil bestehen. Mit Reenactments und Computeranimationen lässt der Dokumentarfilm die längst vergangenen Lebenswelten wieder erstehen.

Bei Grabungen und auf Expeditionen suchen Wissenschaftler nach dem Erfolgsgeheimnis der altägyptischen Zivilisation. Aufsehenerregende archäologische Funde zeigen, dass die ägyptische Kultur das Produkt einer jahrhundertelangen Entwicklung in einer besonderen topographischen Lage war.

In einer großen Schlacht unterwirft König Narmer um 3.000 vor Christus den Norden des Landes und führt Ober- und Unterägypten zusammen – der letzte Schritt zu einem geeinten Staat. Doch entscheidender für die Geburt des Pharaonenreiches war die Herausbildung einer funktionierenden Infrastruktur durch Narmer und seine Vorgänger. Sie förderten die Entwicklung einer Bildungselite, organisierten die Wasserversorgung und gewährleisteten so die Ernte. Sie ließen Städte bauen und konstruierten Boote, um den Nil zu befahren.

Doch die ägyptische Geschichte verläuft nicht ohne Tiefen. Nahezu eineinhalb Jahrtausende nach dieser ersten Blüte beginnen unruhige Zeiten. Das Land muss sich immer häufiger gegen äußere Feinde verteidigen. Zeitweise beherrschen sogar Fremde das Land. Sie sind noch nicht lange vertrieben, als Thutmosis III. den Thron besteigt. Er will sein geeintes und friedliches Reich für immer bewahren. Beflügelt von dieser Vision, wird er zum größten Feldherren der ägyptischen Geschichte. An zwei Fronten muss er seine Heimat verteidigen: im Süden gegen die Nubier und im Nordosten gegen den Staat Mitanni und die von ihm abhängigen Fürsten Palästinas und Syriens. Thutmosis III. setzt auf die neue, von den Feinden übernommene Waffentechnik, befiehlt ein stehendes Heer und stärkt die Grenzfestungen. Besondere Bedeutung kommt seinen Kriegen in Palästina zu. Dort entsteht eine Pufferzone. Sie schützt den Norden Ägyptens vor den Einfällen feindseliger Völker aus Vorderasien.

Doch trotz vieler Siege verfolgt Thutmosis III. keine Politik der Eroberung. Er zieht sich immer wieder in sein Reich zurück. Diese Strategie übernehmen auch seine Nachfolger. „Vorwärtsverteidigung statt Expansionspolitik“ lautet die Devise. Immer konzentrieren sich die Ägypter auf ihre Flussoase entlang des Nils. Gerade dies ist ein wichtiger Grund für die Langlebigkeit der ägyptischen Zivilisation: die Fähigkeit, maßzuhalten.

Besetzung und stab
  • Regie:Stephan Koester, Daniel Gerlach, David Lee
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2010
  • Herkunft:ZDF
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    Bei Grabungen und auf Expeditionen suchen Wissenschaftler nach dem Erfolgsgeheimnis der altägyptischen Zivilisation. Aufsehenerregende archäologische Funde zeigen, dass die ägyptische Kultur das Produkt einer jahrhundertelangen Entwicklung in einer besonderen topographischen Lage war.

    In einer großen Schlacht unterwirft König Narmer um 3.000 vor Christus den Norden des Landes und führt Ober- und Unterägypten zusammen – der letzte Schritt zu einem geeinten Staat. Doch entscheidender für die Geburt des Pharaonenreiches war die Herausbildung einer funktionierenden Infrastruktur durch Narmer und seine Vorgänger. Sie förderten die Entwicklung einer Bildungselite, organisierten die Wasserversorgung und gewährleisteten so die Ernte. Sie ließen Städte bauen und konstruierten Boote, um den Nil zu befahren.

    Doch die ägyptische Geschichte verläuft nicht ohne Tiefen. Nahezu eineinhalb Jahrtausende nach dieser ersten Blüte beginnen unruhige Zeiten. Das Land muss sich immer häufiger gegen äußere Feinde verteidigen. Zeitweise beherrschen sogar Fremde das Land. Sie sind noch nicht lange vertrieben, als Thutmosis III. den Thron besteigt. Er will sein geeintes und friedliches Reich für immer bewahren. Beflügelt von dieser Vision, wird er zum größten Feldherren der ägyptischen Geschichte. An zwei Fronten muss er seine Heimat verteidigen: im Süden gegen die Nubier und im Nordosten gegen den Staat Mitanni und die von ihm abhängigen Fürsten Palästinas und Syriens. Thutmosis III. setzt auf die neue, von den Feinden übernommene Waffentechnik, befiehlt ein stehendes Heer und stärkt die Grenzfestungen. Besondere Bedeutung kommt seinen Kriegen in Palästina zu. Dort entsteht eine Pufferzone. Sie schützt den Norden Ägyptens vor den Einfällen feindseliger Völker aus Vorderasien.

    Doch trotz vieler Siege verfolgt Thutmosis III. keine Politik der Eroberung. Er zieht sich immer wieder in sein Reich zurück. Diese Strategie übernehmen auch seine Nachfolger. „Vorwärtsverteidigung statt Expansionspolitik“ lautet die Devise. Immer konzentrieren sich die Ägypter auf ihre Flussoase entlang des Nils. Gerade dies ist ein wichtiger Grund für die Langlebigkeit der ägyptischen Zivilisation: die Fähigkeit, maßzuhalten.

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    • Regie:Stephan Koester, Daniel Gerlach, David Lee
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2010
    • Herkunft:ZDF
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