Der wirkliche Amerikaner - Joe McCarthy

Der wirkliche Amerikaner - Joe McCarthy

Dienstag, 23. August um 23:45 Uhr (89 Min.)

Der wirkliche Amerikaner - Joe McCarthy

Dienstag, 23. August um 23:45 Uhr (89 Min.)

Joe McCarthy (John Sessions) heizte mit antikommunistischen Kampagnen die Jagd nach Verdächtigen in den USA der 50er Jahre an. Seine Anschuldigungen machten vor niemandem halt. Dabei nutzte er das neue Medium Fernsehen gekonnt und wurde schließlich vom Fernsehen demontiert. Dokudrama (2011) über Mann und Mythos McCarthy

1957 starb Senator Joe McCarthy im Alter von nur 48 Jahren. Offizielle Todesursache: Hepatitis. In Wahrheit hatte sich der gebürtige Joseph Raymond McCarthy mit deutsch-irischen Wurzeln aus Appleton, Wisconsin, buchstäblich zu Tode getrunken. Der nach ihm benannte Ausdruck "McCarthyismus" steht heute gleichbedeutend mit moralischer Entrüstung und jeder Art daraus hervorgehender Hexenjagd. Präsent sind die audiovisuellen Bilder des McCarthy-Komitees, dem tatsächliche sowie mutmaßliche Kommunisten Rede und Antwort stehen mussten. "Der wirkliche Amerikaner - Joe McCarthy" ist mehr als ein biografisches Portrait des kontroversen Politikers: ein Arrangement von exklusiven Zeitzeugeninterviews, jüngst freigegebenen Archivaufnahmen und Reenactment-Szenen verbinden historische Eindrücke kunstvoll mit modernen Standpunkten, persönliche Erinnerungen mit wissenschaftlich belegten Fakten.

Der Film zeichnet den steilen Aufstieg des Farmersohns nach, vom frisch gewählten Senator zum "commie"-jagenden Populisten, und schließlich den Mangel an Voraussicht, der ihn in den Medienrummel der Army-McCarthy Hearings trieb. Geblendet von seiner Begierde, "die Nummer eins in Washington" zu werden, nahm McCarthy aussichtslose Kämpfe mit der Armee, dem Außenministerium, der CIA und sogar dem Präsidenten selbst auf - bis diese Mächte, allen voran die CIA, aktive Maßnahmen gegen ihn einleiteten.

Auf den Spuren von fünf Jahren ausgiebiger Recherche in internationalen Archiven, erst kürzlich freigegebenem Material, darunter Interviews mit den letzten noch lebenden Familienmitgliedern McCarthys in seiner Heimatstadt Appleton, Wisconsin, und eine Vielzahl von hochkarätigen Augenzeugen und Medienhistorikern, schafft der Film einen Mischung aus Originalmaterial, bisher ungesehenen Archiv-Foto- und Filmaufnahmen und dem in Szene gesetzten Originaldrehbuch. Große Namen, unter anderem der frühere Außenminister Henry Kissinger, Pulitzerpreisträger Haynes Johnson, die konservative Bestsellerautorin Ann Coulter, die Watergate-Legenden Ben Bradlee und Carl Bernstein sowie Ex-KGB-General Oleg Kalugin stellen ihre Stimmen und einzigartigen Einsichten über Aufstieg und Fall des Senators zur Verfügung.

Kostüme:  Lucia Faust
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten:  Ralf Mootz
Kamera:  Hajo Schomerus
Schnitt:  Mechthild Barth
Musik:  Jewgeni Birkhoff
Produktion:  HMR Produktion, ZDF, ARTE
Produzent/-in:  Lutz Hachmeister, Frank Döhmann
Regie:  Lutz Hachmeister
Redaktion:  Günther van Endert, Donald Jenichen, Anne Even
Drehbuch:  Lutz Hachmeister, Simone Höller
Ton:  Rolf Hapke
Mit:
John Sessions (Joe McCarthy)
Justine Waddell (Jean Kerr)
Trystan Gravelle (Roy Cohn)
James Garnon (Richard Nixon)
Alvin Spivak (Philip Bulcock)