Themenabend

Cinema Jenin

Die Geschichte eines Traums

Dokumentarfilm -
94 Min.
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    • Sendetermine:
    • Freitag, 16. Dezember um 2.00 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 15. Dezember bis zum 22. Dezember 2016

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Palästina: Ein Junge wird beim Spielen erschossen. Der Film zu dieser Tragödie ist längst gedreht. Doch das Kino der Stadt liegt in Trümmern. Der Vater des toten Jungen wagt ein kühnes Projekt: das Lichtspielhaus neu aufzubauen, um Jenins Kindern wieder hoffnungsvolle Bilder schenken zu können.

Es begann im November 2005 im Westjordanland mit einer Tragödie. Ein palästinensischer Junge spielte Krieg mit Freunden auf der Straße des Ortes Jenin. Ein israelischer Soldat hielt die Spielzeugwaffe für echt und schoss auf das Kind. Im Krankenhaus von Haifa wurde der Hirntod des Kindes festgestellt. Der Krankenpfleger Raymund, ein arabischer Christ, bat den muslimischen Vater Ismail Khatib um Organspenden. Ismael gab die Organe seines Sohnes schließlich frei und rettete damit das Leben von fünf Kindern, Kindern palästinensischer und israelischer Herkunft. Drei Jahre später wollte er diese Kinder kennenlernen. Dabei begleitete ihn der deutsche Filmemacher Marcus Vetter, und es entstand 2008 der Dokumentarfilm "Das Herz von Jenin", der im Jahr 2010 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Eines Abends, die Dreharbeiten zu dem Film waren längst abgeschlossen, gingen Marcus Vetter und Ismail Khatib an jenem dachlosen, heruntergekommenen Kino in Jenin vorbei, das mit Beginn der ersten Intifada 1987 geschlossen worden war. Gemeinsam entstand die Idee, das Kino wieder auferstehen zu lassen und den Kindern in Jenin eine andere Vision zu geben, als sich gegen israelische Panzer zu stellen. Ismael Khatib, Marcus Vetter und Fakhri Hamad, der Übersetzer von Ismael, wurden von da an die Initiatoren eines gefährlichen Unternehmens. Würde es ihnen gelingen, mitten in der Hochburg der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden ein Filmtheater zum Leben zu erwecken? Ein Kino, das als negatives Symbol westlicher Kultur gelten könnte? Immer wieder fehlte Geld für die Renovierung. Aber auch immer mehr freiwillige Helfer kamen nach Jenin. Im Dschungel der Bürokratie des selbstverwalteten Palästinensergebietes mussten die Protagonisten Misstrauen und Vorurteile überwinden, Rückschläge wegstecken und Geduld beweisen, was immer wieder auch seine komischen Seiten hatte. Das Kino in Jenin wurde im August 2010 unter großer weltweiter Beachtung nach 20 Jahren wiedereröffnet. Das in den 60er Jahren erbaute Filmtheater galt als eines der bedeutendsten Lichtspielhäuser in Palästina, bis es mit dem Ausbruch der ersten Intifada im Jahr 1987 geschlossen worden war.

Besetzung und stab
  • Regie:Marcus Vetter, Aleksei Bakri
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2011
  • Herkunft:SWR
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    Es begann im November 2005 im Westjordanland mit einer Tragödie. Ein palästinensischer Junge spielte Krieg mit Freunden auf der Straße des Ortes Jenin. Ein israelischer Soldat hielt die Spielzeugwaffe für echt und schoss auf das Kind. Im Krankenhaus von Haifa wurde der Hirntod des Kindes festgestellt. Der Krankenpfleger Raymund, ein arabischer Christ, bat den muslimischen Vater Ismail Khatib um Organspenden. Ismael gab die Organe seines Sohnes schließlich frei und rettete damit das Leben von fünf Kindern, Kindern palästinensischer und israelischer Herkunft. Drei Jahre später wollte er diese Kinder kennenlernen. Dabei begleitete ihn der deutsche Filmemacher Marcus Vetter, und es entstand 2008 der Dokumentarfilm "Das Herz von Jenin", der im Jahr 2010 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Eines Abends, die Dreharbeiten zu dem Film waren längst abgeschlossen, gingen Marcus Vetter und Ismail Khatib an jenem dachlosen, heruntergekommenen Kino in Jenin vorbei, das mit Beginn der ersten Intifada 1987 geschlossen worden war. Gemeinsam entstand die Idee, das Kino wieder auferstehen zu lassen und den Kindern in Jenin eine andere Vision zu geben, als sich gegen israelische Panzer zu stellen. Ismael Khatib, Marcus Vetter und Fakhri Hamad, der Übersetzer von Ismael, wurden von da an die Initiatoren eines gefährlichen Unternehmens. Würde es ihnen gelingen, mitten in der Hochburg der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden ein Filmtheater zum Leben zu erwecken? Ein Kino, das als negatives Symbol westlicher Kultur gelten könnte? Immer wieder fehlte Geld für die Renovierung. Aber auch immer mehr freiwillige Helfer kamen nach Jenin. Im Dschungel der Bürokratie des selbstverwalteten Palästinensergebietes mussten die Protagonisten Misstrauen und Vorurteile überwinden, Rückschläge wegstecken und Geduld beweisen, was immer wieder auch seine komischen Seiten hatte. Das Kino in Jenin wurde im August 2010 unter großer weltweiter Beachtung nach 20 Jahren wiedereröffnet. Das in den 60er Jahren erbaute Filmtheater galt als eines der bedeutendsten Lichtspielhäuser in Palästina, bis es mit dem Ausbruch der ersten Intifada im Jahr 1987 geschlossen worden war.

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    • Regie:Marcus Vetter, Aleksei Bakri
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2011
    • Herkunft:SWR
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