Empire Me - Der Staat bin ich!

Aktuelles & Gesellschaft -
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    • Sendetermine:
    • Mittwoch, 11. Januar um 1.00 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online verfügbar: nein

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Wer hat sich noch nie vorgestellt, aus seinem Alltag auszubrechen und ein völlig neues Leben zu beginnen? Der Traum von Utopia, vom besseren Leben im irdischen Paradies wird von Menschen seit jeher und in immer neuen Versionen geträumt. In letzter Zeit werden immer häufiger Gegengesellschaften gegründet - Hunderte Do-it-yourself-Staaten als eigene kleine Welten.

Gründer von Mikronationen, Erbauer von Ökodörfern und Sezessionisten beschreiten mit realen Territorien und Gemeinschaften alternative Wege des Zusammenlebens. Mehr als 500 solcher Organisationen haben sich seit den späten 90er Jahren formiert, manche kaum größer als eine Schaffarm, eine Meeresplattform oder ein Laptop. Tausende Freidenker sagen damit der alles umfassenden Weltordnung den Kampf an. Sie annektieren ganze Landstriche und Stadtviertel. Sie produzieren eigene Gesetze, Sprachen, Briefmarken und Geldnoten. Die Populationen reichen von 1 bis 500.000 und kommen aus den verschiedensten Schichten und Ideologien. In seinem Dokumentarfilm unternimmt Paul Poet – selbst Veteran alternativer Netzwerke und sozialer Experimente – eine Reise zu sechs dieser Gegenwelten, die die unterschiedlichen Strömungen dieser weltweiten Bewegung aussagekräftig repräsentieren. Dabei erkundet er mit seinem Team nicht nur die verschiedenartigen Visionen, von denen sich die Gegenwelten und ihre Macher leiten lassen. Sondern sie suchen vor allem nach dem gemeinsamen menschlichen Bedürfnis, das sie vereint: die Sehnsucht nach Bedeutung, Anerkennung und Gemeinschaft in einem zunehmend unüberschaubaren Weltgefüge. Der Dokumentarfilm macht deutlich: Im 21. Jahrhundert ist Aussteigen gleichbedeutend mit Einsteigen. Die Existenz als Gegenwelt bedeutet heute ein Leben als potenzierte Ich-AG, fordert hochklassiges soziopolitisches Kulturmanagement, weltweite Vernetzung, wirtschaftliche Nachhaltigkeit, dezentrale Bündnisse. Und vor allem verlangt sie das ständige Austricksen der etablierten Machtsysteme und Autoritäten, mit denen man sich in permanentem Kriegszustand befindet. Was bei diesen Gegenwelten auf den ersten Blick bunt, charmant oder skurril wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als sympathisch exzentrische Kampfansage von gewöhnlichen Menschen, die sich von der neoliberalen Weltordnung in die Enge gedrängt fühlen. Mit ihren realpolitischen Schildbürgertaten eröffnen sie dabei Wege, sich nicht als ohnmächtiges kleines Rädchen der Postdemokratie zu fühlen. Ganz nach dem Motto: Wenn dir deine Welt nicht passt, bau dir deine eigene!

Besetzung und stab
  • Regie:Paul Poet
  • Land:Österreich, Deutschland, Luxemburg
  • Jahr:2010
  • Herkunft:ZDF
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