Themenabend

360° Geo Reportage

Kung-Fu: Chinas neue Kämpferinnen

Entdeckung -
52 Min.
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    • Sendetermine:
    • Samstag, 19. November um 8.40 Uhr
    • Montag, 14. November um 12.35 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 14. November bis zum 21. November 2016

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Vier Jahre lang besucht die 18-jährige Guo Jia die einzige reine Mädchenschule für Kung-Fu in China: ein Internat für 70 Schülerinnen, einsam gelegen in einem Tal des heiligen Shongshan-Gebirges. Mit der Yongtai-Schule lebt eine lang vergessene Tradition wieder auf: Schon vor 1.500 Jahren lernten an diesem Ort Frauen Kung-Fu.

In der Yongtai-Mädchenschule für Kampfkunst beginnt Guo Jias Tag um 5.30 Uhr mit Konditionstraining. Nach dem Frühstück folgen Dehnübungen und Kung-Fu-Kämpfe mit verschiedenen Waffen wie Säbel, Speer und Schwert – und auch ganz normaler Schulunterricht. Nur am Sonntag hat Guo Jia frei – und in den einwöchigen Frühjahrsferien. Die harte Ausbildung empfindet Guo Jia als Privileg. Außerdem lebt sie gerne mit so vielen Mädchen zusammen. Das Zimmer teilt sie sich mit zehn anderen; warmes Wasser oder gar Badezimmer gibt es nicht. Zum Duschen fahren die Mädchen sonntags mit dem Bus zu einem Badehaus in die nächste Stadt, nach Dengfeng. Diese Stadt wird auch "Kung Fu City” genannt, denn hier gibt es über 80 Kampfsportschulen mit mehr als 60.000 Schülern aus ganz China.

Der Abschluss an einer Kung-Fu-Schule ist hoch angesehen. Doch nur sehr wenige Mädchen trainieren in diesen gemischten Schulen. Umso spannender ist für Guo Jia und ihre Mitschülerinnen das bevorstehende Sportfest, bei dem sie auch gegen Sportlerinnen einer anderen Schule antreten werden. Als besondere Vorbereitung und Ehre dürfen die Mädchen mit einem Mönch aus dem nahe gelegenen Shaolin-Tempel trainieren – jenem weltberühmten Kloster, in dem einst der Zen-Buddhismus und Kung-Fu entstanden sind.

Nach der Kulturrevolution waren viele der Mönche verfolgt worden, die Lehre des Kung-Fu war verboten. Inzwischen aber unterstützt der Staat den Wiederaufbau des Klosters, das, bekannt durch viele Filme, zu einer Touristenattraktion geworden ist. Der Shaolin-Mönch gehört zu den wenigen, der den Schülerinnen noch den Unterschied zwischen moderner, am Leistungssport orientierter Kampfkunst und traditionellem, mehr auf Spiritualität zielendem Kung-Fu erklären kann. Gut vorbereitet wollen die Kung-Fu-Kämpferinnen auf ihrem Sportfest zeigen, was sie können.

Besetzung und stab
  • Regie:Ines Possemeyer
  • Land:Frankreich, Deutschland
  • Jahr:2005
  • Herkunft:ARTE
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