Biografie - Marcel Reich-Ranicki

Kunst & Kultur -
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    • Sendetermine:
    • Sonntag, 19. Februar um 5.50 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online verfügbar: nein

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Er hat es niemandem leichtgemacht. Aber er hatte es im Leben auch nicht gerade leicht: Manche fürchteten ihn, andere liebten oder bewunderten ihn - der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist im Alter von 93 Jahren gestorben. ARTE zeigt die Dokumentation, in der Marcel Reich-Ranicki sein bewegtes Leben noch einmal Revue passieren lässt.

Er hat es niemandem leichtgemacht. Aber er hatte es im Leben auch nicht gerade leicht: Manche fürchteten ihn, andere liebten oder bewunderten ihn - der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki war auch im hohen Alter noch immer einflussreich in der deutschen Literaturlandschaft. Als Neunjähriger kam Marcel Reich-Ranicki mit seiner Familie aus Polen nach Berlin. In dieser Zeit wurde seine Liebe zur deutschen Literatur geweckt. „Ich war immer ein Außenseiter. Zunächst als polnischer Einwanderer, aber – natürlich – auch als Jude. Und später, als ich 1958 wieder nach Deutschland zurückkehrte – na ja, das war ja auch nicht normal, dass da ein Pole über deutsche Bücher schrieb“, erzählt er. Reich-Ranicki überlebte mit knapper Not das Ghetto, wurde von der Roten Armee befreit und schloss sich aus Dankbarkeit der polnischen Armee an. Aber im Laufe der Jahre empfanden er und seine Frau Theophila, die er im Ghetto kennengelernt hatte, das kommunistische Polen als unerträglich. Sie flüchteten nach Deutschland – „in das Land, dessen Literatur mein ganzes Leben geprägt hatte“, sagt er. Seiner Frau war dieser Schritt nicht leicht gefallen – zu Hause sprachen die beiden nur polnisch. Die Bilanz des beschwerlichen Neuanfangs hingegen fällt für ihn im Rückblick trotzdem positiv aus: „Es ging dann eigentlich leicht, ich wurde schnell einer der führenden Kritiker deutscher Literatur.“ Von 1973 bis 1988 leitete er den Literaturteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dann begann er eine zweite Karriere: Er wurde Fernsehstar. Mehr als 13 Jahre lang, bis Ende 2001, moderierte er „Das literarische Quartett“ – die Sendung, die ihn in Deutschland zu einer Art Pop-Ikone der Literaturkritik machte. Erstmals wurde einem breiten Publikum Literaturkritik als Unterhaltung präsentiert, dank Marcel Reich-Ranickis leidenschaftlichem Eintreten für „gute“ Literatur, die er als Moderator und Diskussionsteilnehmer ebenso mit Emphase verteidigte, wie er – seiner Meinung nach – schlechte Bücher wortgewaltig verriss. Er schrieb regelmäßig für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, betreute die von ihm ins Leben gerufene Lyrik-Sammlung „Frankfurter Anthologie“ und schrieb an einer mehrbändigen Kanon-Bibliothek der deutschen Literatur. „Nein, ich möchte mich nicht zur Ruhe setzen, ich möchte nicht!“, das werden ihm viele Leser danken.

Besetzung und stab
  • Regie:Diane von Wrede
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2004
  • Herkunft:ZDF
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