ARTE Reportage

Bangladesch: Im Bordell von Daulatdia

Aktuelles & Gesellschaft -
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    • Sendetermine:
    • Samstag, 25. Februar um 16.55 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 25. Februar bis zum 4. März 2017

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(1) Bangladesch: Im Bordell von Daulatdia - Gut 100 Kilometer entfernt von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka bieten 1500 Frauen ihre Körper gegen Geld. Die Jüngsten sind 10-13 Jahre alt. (2) Irak: Nadeln gegen den Terror - Einmal im Monat schließt Elise Boghossian ihre Praxis in Paris, um in Kurdistan Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak mit Akupunktur zu behandeln.

(1): Bangladesch: Im Bordell von Daulatdia

1.500 Frauen bieten den Freiern ihre Körper gegen Geld, im Bordell von Daulatdia, einer Stadt gut 100 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Dhaka.

Bangladesch ist eines der wenigen muslimischen Länder, das die Prostitution duldet. In der Bordell-Vorstadt von Daulatdia arbeiten viele Frauen, die gar nichts anderes kennen – viele wurden hier als Töchter von Prostituierten geboren oder von Menschenhändlern verschleppt, um die Schulden ihrer Familie mit ihrem Körper abzuzahlen. Zwischen 10 und 13 Jahre alt sind die Jüngsten. Jeden Tag strömen bis zu 3.500 Freier in das Bordell, darunter viele Lastwagenfahrer, denn Daulatdia liegt an einer Schnellstraße auf dem Weg von Dhaka in Richtung Indien. Statistiken über AIDS und Geschlechtskrankheiten führt hier niemand, auch nicht über die Lebenserwartung der Frauen: Viele nehmen Oradexon, ein Medikament aus der Viehhaltung zum Fleischansatz, damit die Freier sie attraktiv finden. Es wird hier unter der Hand verkauft und es schädigt den Körper irreversibel, aber das wissen die Frauen alle …

(2): Irak: Nadeln gegen den Terror

Einmal im Monat schließt Elise Boghossian ihre Praxis in Paris, um in Kurdistan Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak mit Akupunktur zu behandeln.

Mit zwei zu mobilen Krankenstationen umgebauten Bussen fahren sie und ihre Helfer nahe an die Front, an der die Terrorarmee des IS lauert: Ärzte, Krankenschwestern und Psychologen, alle selber Flüchtlinge, die sich in Gegenden wagen, die die anderen Hilfsorganisationen eher meiden. Im Schnitt behandeln sie 300 Patienten am Tag an 18 verschiedenen Orten, Flüchtlinge und Opfer des Krieges, darunter viele Christen und Jesiden, die ganz oben auf der Todesliste der islamistischen Terroristen stehen. Sie leiden unter Wundschmerzen, Migräne, Kriegstraumen – viele entdecken zum ersten Mal in ihrem Leben die Akupunktur und dass ihnen die tief gesetzten Nadelstiche wirklich helfen. Elise hat auch das Vertrauen von Frauen jesidischen Glaubens gewonnen. Sie erzählen ihr, was ihnen widerfahren ist als Sklavinnen der Dschihadisten vom IS.

Sie selber ist die Enkelin von Überlebenden des Völkermords an den Armeniern im Jahr 1915. Die Vergangenheit ihrer Familie hat sie dazu geführt, den Opfern des Krieges von heute zu helfen – mit ihrem Heilmittel, der Akupunktur. Auf ihrer Fahrt durch Kurdistan begegnet sie auch immer wieder armenischen Christen, die vor dem Terror des IS aus der irakischen Stadt Mossul geflohen sind – es ist, als ob sich die Geschichte nach 100 Jahren wiederholte.

Besetzung und stab
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2017
  • Herkunft:ARTE
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