Themenabend

ARTE Reportage

Kuba: Die Zeit nach Fidel

Aktuelles & Gesellschaft -
53 Min.
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    • Sendetermine:
    • Montag, 5. Dezember um 6.35 Uhr
    • Samstag, 3. Dezember um 17.05 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 26. November bis zum 10. Dezember 2016

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(1) Kuba: Die Zeit nach Fidel - Wiedersehen mit Danny Paquete, der den Kubanern amerikanisches Fernsehen brachte. (2) Kuba: Sag mir, wo Du stehst! Eine Insel zwischen Stillstand und ein klein wenig Fortschritt. (3) Kanada: Flüchltinge wilkommen - Die Kanadier organisierten Patenschaften ihrer Bürger für Flüchtlinge aus Syrien – ein gutes Vorbild auch für die Europäische Union?

(1): Kuba: Die Zeit nach Fidel

Die Kubaner trauern um Fidel Castro. Wirklich alle? Oder bricht das Volk jetzt mit seinem Glauben an die Revolution?

Im September diesen Jahres filmten die ARTE-Reporter den Alltag eines Stars auf Kuba: Danny, Spitzname „Paquete“, liefert den Kubanern USB-Sticks mit amerikanischen Fernsehprogrammen ins Haus. Jede Woche warten zehntausende Zuschauer auf diese willkommene Alternative zum kubanischen Staatsfernsehen mit seinen endlosen Diskussionssendungen und Propaganda-Nachrichten. Danny hat sich für sein Business in den neuen marktwirtschaftlichen Gehversuchen mit dem Regime arrangiert, politische Sendungen und Kritik an Kubas Regierung blendet er aus in seinen „Paquete“. So wurde er in den Wendezeiten Kubas zu einem reichen Mann. Er erkennt die Verdienste der Revolution auf Kuba an, hofft aber gleichzeitig auf neue Zeiten nach den Castros. Nach dem Tod Fidel Castros haben ihn die ARTE-Reporter wieder getroffen, mitten in der vom Regime verordneten Trauerwoche für den großen Leader Fidel Castro.

(2): Kuba: Sag mir, wo Du stehst!

57 Jahre Sozialismus à la Castro – und jetzt soll alles ganz anders werden? Eine Insel zwischen Stillstand und ein klein wenig Fortschritt, irgendwie ...

Danny, Spitzname „Paquete“, ist in Havanna ein berühmter Mann, dank seiner genialen Idee: Er bringt den Kubanern das amerikanische Fernsehen ins Haus. Im Land der Zensur und der endlos langen Diskussionsendungen im Staats-Kanal verkauft er jede Woche Festplatten mit gut 40 Stunden Filmen, Serien und Sport aus dem Land des ehemaligen Klassenfeinds. Mit diesen sogenannten „Paquete“ erreicht er 90 Prozent der Kubaner. Das hat ihn mit seinen 26 Jahren schon zu einem wohlhabenden Mann gemacht, obgleich sein Unternehmen illegal ist, doch toleriert von der Regierung, dank einiger Auflagen, über die Danny nicht so gerne spricht.

Bei Vinales, 180 Kilometer von Havanna entfernt, bestellt Yoel Acosta seine Felder, wie alle Bauern hier seit eh und je, mithilfe seiner Zugochsen. Reis baut er an, Süßkartoffeln, Maniok und Tabak. Nach der Tabakernte kommen die Staatsbeamten und nehmen sich 90 Prozent der kostbaren von Hand gehegten und gepflückten Blätter. In den Staatsbetrieben rollen sie die zu Zigarren, das bringt Devisen ins Land. Offiziell ist Yoel sehr stolz darauf, mit seinem Tabak die Revolution zu finanzieren – aber wie die Zukunft seiner beiden Töchter wohl einmal aussehen wird, in diesen neuen ungewissen Zeiten, daran mag er nicht so gerne denken.

(3): Kanada: Flüchtlinge willkommen

Die Kanadier organisierten Patenschaften ihrer Bürger für Flüchtlinge aus Syrien – ein gutes Vorbild auch für die Europäische Union…

In kaum drei Monaten empfingen die Kanadier 25.000 syrische Flüchtlinge – die Regierung unter Justin Trudeau hatte davor 600 Beamte in die Flüchtlingscamps im Libanon, der Türkei und Jordanien geschickt um festzulegen, wer einreisen darf. Seit den 70er Jahren bereits praktizieren die Kanadier Patenschaften von engagierten Bürger für Asylbewerber: Über ein Jahr hinweg kümmern sich diese Paten um eine Wohnung für ihre Schützlinge, melden deren Kinder in der Schule an und sind immer da, wenn sie bei Behördengängen oder anderen Aufgaben helfen können. In Kanada nehmen die privat organisierten Hilfsangebote für Flüchtlinge zu – der in ihrer Verfassung festgeschriebene Grundsatz einer multikulturellen Gesellschaft trägt auf diese Weise Früchte. Allerdings prüft Kanada sehr genau, wer die Menschen sind, die sie integrieren wollen – ein Modell, das in Europa einige Länder ebenfalls einführen wollen

Besetzung und stab
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2016
  • Herkunft:ARTE
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    (1): Kuba: Die Zeit nach Fidel

    Die Kubaner trauern um Fidel Castro. Wirklich alle? Oder bricht das Volk jetzt mit seinem Glauben an die Revolution?

    Im September diesen Jahres filmten die ARTE-Reporter den Alltag eines Stars auf Kuba: Danny, Spitzname „Paquete“, liefert den Kubanern USB-Sticks mit amerikanischen Fernsehprogrammen ins Haus. Jede Woche warten zehntausende Zuschauer auf diese willkommene Alternative zum kubanischen Staatsfernsehen mit seinen endlosen Diskussionssendungen und Propaganda-Nachrichten. Danny hat sich für sein Business in den neuen marktwirtschaftlichen Gehversuchen mit dem Regime arrangiert, politische Sendungen und Kritik an Kubas Regierung blendet er aus in seinen „Paquete“. So wurde er in den Wendezeiten Kubas zu einem reichen Mann. Er erkennt die Verdienste der Revolution auf Kuba an, hofft aber gleichzeitig auf neue Zeiten nach den Castros. Nach dem Tod Fidel Castros haben ihn die ARTE-Reporter wieder getroffen, mitten in der vom Regime verordneten Trauerwoche für den großen Leader Fidel Castro.

    (2): Kuba: Sag mir, wo Du stehst!

    57 Jahre Sozialismus à la Castro – und jetzt soll alles ganz anders werden? Eine Insel zwischen Stillstand und ein klein wenig Fortschritt, irgendwie ...

    Danny, Spitzname „Paquete“, ist in Havanna ein berühmter Mann, dank seiner genialen Idee: Er bringt den Kubanern das amerikanische Fernsehen ins Haus. Im Land der Zensur und der endlos langen Diskussionsendungen im Staats-Kanal verkauft er jede Woche Festplatten mit gut 40 Stunden Filmen, Serien und Sport aus dem Land des ehemaligen Klassenfeinds. Mit diesen sogenannten „Paquete“ erreicht er 90 Prozent der Kubaner. Das hat ihn mit seinen 26 Jahren schon zu einem wohlhabenden Mann gemacht, obgleich sein Unternehmen illegal ist, doch toleriert von der Regierung, dank einiger Auflagen, über die Danny nicht so gerne spricht.

    Bei Vinales, 180 Kilometer von Havanna entfernt, bestellt Yoel Acosta seine Felder, wie alle Bauern hier seit eh und je, mithilfe seiner Zugochsen. Reis baut er an, Süßkartoffeln, Maniok und Tabak. Nach der Tabakernte kommen die Staatsbeamten und nehmen sich 90 Prozent der kostbaren von Hand gehegten und gepflückten Blätter. In den Staatsbetrieben rollen sie die zu Zigarren, das bringt Devisen ins Land. Offiziell ist Yoel sehr stolz darauf, mit seinem Tabak die Revolution zu finanzieren – aber wie die Zukunft seiner beiden Töchter wohl einmal aussehen wird, in diesen neuen ungewissen Zeiten, daran mag er nicht so gerne denken.

    (3): Kanada: Flüchtlinge willkommen

    Die Kanadier organisierten Patenschaften ihrer Bürger für Flüchtlinge aus Syrien – ein gutes Vorbild auch für die Europäische Union…

    In kaum drei Monaten empfingen die Kanadier 25.000 syrische Flüchtlinge – die Regierung unter Justin Trudeau hatte davor 600 Beamte in die Flüchtlingscamps im Libanon, der Türkei und Jordanien geschickt um festzulegen, wer einreisen darf. Seit den 70er Jahren bereits praktizieren die Kanadier Patenschaften von engagierten Bürger für Asylbewerber: Über ein Jahr hinweg kümmern sich diese Paten um eine Wohnung für ihre Schützlinge, melden deren Kinder in der Schule an und sind immer da, wenn sie bei Behördengängen oder anderen Aufgaben helfen können. In Kanada nehmen die privat organisierten Hilfsangebote für Flüchtlinge zu – der in ihrer Verfassung festgeschriebene Grundsatz einer multikulturellen Gesellschaft trägt auf diese Weise Früchte. Allerdings prüft Kanada sehr genau, wer die Menschen sind, die sie integrieren wollen – ein Modell, das in Europa einige Länder ebenfalls einführen wollen

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