Themenabend

ARTE Reportage

El Salvador: Die Maras wollen die Macht / Ghana: Gier nach Gold

Aktuelles & Gesellschaft -
53 Min.
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    • Sendetermine:
    • Montag, 24. Oktober um 6.45 Uhr
    • Samstag, 22. Oktober um 17.05 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 22. Oktober bis zum 29. Oktober 2016

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Ghana: Gier nach Gold / El Salvador: Die Maras wollen die Macht.

1): Ghana: Gier nach Gold

Ghana ist eines des letzten sagenhaften Gold-Länder in der Welt: 30.000 Chinesen schürfen dort nach dem Edelmetall, halb legal, halb illegal …

Das Land im Westen des afrikanischen Kontinents mit seinen 27 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Erde. Im Schnitt verdienen die Menschen hier 100 Euro im Monat – und das angesichts reicher Rohstoffvorkommen im Land, vor allem Gold. Vor gut zehn Jahren kamen die ersten Bergarbeiter aus der chinesischen Region Shanglin nach Ghana, um die Goldminen auszubeuten. Mangels Erfahrung und technischen Know-hows ließ die Regierung sie zunächst gewähren, doch im Laufe der Jahre regte sich Widerstand gegen die „Ausbeuter“ aus China. Seitdem schwankt die Regierung zwischen Ermutigung und Repression. ARTE-Reporter fuhren tief in den Dschungel Ghanas, in ein wildes und gefährliches Eldorado, in dem sich Goldsucher, Einheimische, Regierungsvertreter und Banditen gegenseitig belauern.

(2): El Salvador: Die Maras wollen die Macht

                   Die „Maras“, die kriminellen Banden, versuchen seit einiger Zeit, auch in der Politik des Landes mitzumischen.

                   Im Jahr 2012 schlossen die Regierung und die beiden Banden im Land, die Mara Salvatrucha und die Mara Barrio, einen Waffenstillstand – daraufhin ging die Mordrate um 41 Prozent zurück. Diesen Waffenstillstand allerdings kündigte der neue Präsident Salvador Sanches Cerén auf, als er 2014 ins Amt gewählt wurde: Das war wie ein Aufruf an die Banden zum Morden. Schlimmer noch, die Bandenchefs entwickeln seit einiger Zeit nicht nur Strategien, ihr Geld aus Drogenhandel und Schutzgeld-Erpressung in legalen Geschäften reinzuwaschen – sie infiltrieren inzwischen auch die Politik im Land.    

                   Nach einer Studie des Ministeriums für Sicherheit arbeiten 600.000, also immerhin zehn Prozent der Menschen in El Salvador direkt für die Mara Salvatrucha und die Mara Barrio. Sie und ihre Familien sind auch potentielle Wähler. Anscheinend gibt es gezielte Anweisungen der Chefs an die Gangmitglieder, bei Wahlen nur eine bestimmte Partei zu wählen. Manche Gangleader tragen sich offenbar sogar mit dem Gedanken, bis zu den nächsten Wahlen eine eigene Partei zu gründen. Im letzten Jahr etwa streikten die Busfahrer auf Geheiß der Banden, dieser Streik lähmte das ganze Land. Busfahrer haben ohnehin einen gefährlichen Job, regelmäßig werden sie von den Gangs erschossen, sie sind gezwungen, Schutzgeld an die Banden zu zahlen, so wie viele Geschäftsleute auch.

                   Der Staat antwortet mit Härte, schickt seine Elitetruppen in die Viertel, um die Banden auszuräuchern. Doch die sind viel schlechter bewaffnet und bezahlt als die Gang-Soldaten. Die neue Regierung hat den Maras den Krieg erklärt, aber wer diesen Krieg gewinnen wird, das ist noch ungewiss.

Besetzung und stab
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2016
  • Herkunft:ARTE
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    1): Ghana: Gier nach Gold

    Ghana ist eines des letzten sagenhaften Gold-Länder in der Welt: 30.000 Chinesen schürfen dort nach dem Edelmetall, halb legal, halb illegal …

    Das Land im Westen des afrikanischen Kontinents mit seinen 27 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Erde. Im Schnitt verdienen die Menschen hier 100 Euro im Monat – und das angesichts reicher Rohstoffvorkommen im Land, vor allem Gold. Vor gut zehn Jahren kamen die ersten Bergarbeiter aus der chinesischen Region Shanglin nach Ghana, um die Goldminen auszubeuten. Mangels Erfahrung und technischen Know-hows ließ die Regierung sie zunächst gewähren, doch im Laufe der Jahre regte sich Widerstand gegen die „Ausbeuter“ aus China. Seitdem schwankt die Regierung zwischen Ermutigung und Repression. ARTE-Reporter fuhren tief in den Dschungel Ghanas, in ein wildes und gefährliches Eldorado, in dem sich Goldsucher, Einheimische, Regierungsvertreter und Banditen gegenseitig belauern.

    (2): El Salvador: Die Maras wollen die Macht

                       Die „Maras“, die kriminellen Banden, versuchen seit einiger Zeit, auch in der Politik des Landes mitzumischen.

                       Im Jahr 2012 schlossen die Regierung und die beiden Banden im Land, die Mara Salvatrucha und die Mara Barrio, einen Waffenstillstand – daraufhin ging die Mordrate um 41 Prozent zurück. Diesen Waffenstillstand allerdings kündigte der neue Präsident Salvador Sanches Cerén auf, als er 2014 ins Amt gewählt wurde: Das war wie ein Aufruf an die Banden zum Morden. Schlimmer noch, die Bandenchefs entwickeln seit einiger Zeit nicht nur Strategien, ihr Geld aus Drogenhandel und Schutzgeld-Erpressung in legalen Geschäften reinzuwaschen – sie infiltrieren inzwischen auch die Politik im Land.    

                       Nach einer Studie des Ministeriums für Sicherheit arbeiten 600.000, also immerhin zehn Prozent der Menschen in El Salvador direkt für die Mara Salvatrucha und die Mara Barrio. Sie und ihre Familien sind auch potentielle Wähler. Anscheinend gibt es gezielte Anweisungen der Chefs an die Gangmitglieder, bei Wahlen nur eine bestimmte Partei zu wählen. Manche Gangleader tragen sich offenbar sogar mit dem Gedanken, bis zu den nächsten Wahlen eine eigene Partei zu gründen. Im letzten Jahr etwa streikten die Busfahrer auf Geheiß der Banden, dieser Streik lähmte das ganze Land. Busfahrer haben ohnehin einen gefährlichen Job, regelmäßig werden sie von den Gangs erschossen, sie sind gezwungen, Schutzgeld an die Banden zu zahlen, so wie viele Geschäftsleute auch.

                       Der Staat antwortet mit Härte, schickt seine Elitetruppen in die Viertel, um die Banden auszuräuchern. Doch die sind viel schlechter bewaffnet und bezahlt als die Gang-Soldaten. Die neue Regierung hat den Maras den Krieg erklärt, aber wer diesen Krieg gewinnen wird, das ist noch ungewiss.

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    • Land:Frankreich
    • Jahr:2016
    • Herkunft:ARTE
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