Themenabend

ARTE Reportage

Kolumbien / Irak

Reportage -
52 Min.
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    • Sendetermine:
    • Montag, 10. Oktober um 6.40 Uhr
    • Samstag, 8. Oktober um 17.10 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 8. Oktober bis zum 15. Oktober 2016

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Kolumbien: Die Grenze im Dschungel - Seit die EU-Grenzen dicht sind, fliehen viele Migranten nach Südamerika mit Ziel USA – doch zwischen Kolumbien und Panama lauert ein gefährlicher Dschungel. - Irak: Basra, die verlorene Stadt - Wo Euphrat und Tigris sich vereinen, dort lag einmal das Venedig des Ostens, Basra – heute aber wollen die jungen Leute von dort nur noch weg.

(1): Kolumbien: Die Grenze im Dschungel

Ein Flug mit Einreise nach Ecuador, Brasilien oder Venezuela ist für immer mehr Flüchtlinge eine Alternative – auch aufgrund der laxen Visa-Vergabe in diesen Ländern Südamerikas. Einmal angekommen, machen sie sich dann auf den langen Weg durch Süd- und Mittelamerika in Richtung Mexiko und schließlich USA. Aber Kolumbien und Panama trennt ein dichter, bergiger Regenwald, der sogenannte Darien. Er unterbricht den langen Lauf der Panamericana, der langen Verbindungsstraße des ganzen amerikanischen Kontinents,  die Chile mit Alaska verbindet.

Seit zwei Jahren versuchen immer mehr Migranten diesen Weg, angelockt durch die Versprechen der Menschenschmuggler, über 10.000 waren es wohl 2015. Die Hälfte von ihnen sind Kubaner, aber viele andere kommen von noch weiter her: aus Somalia, Kamerun, Ghana, Guinea in Afrika und auch aus Pakistan, Bangladesch und Nepal in Asien. Der Weg durch den Dschungel ist höllisch gefährlich, aber das ahnen die wenigsten am Beginn des Marsches … 

(2): Irak: Basra, die verlorene Stadt

Die berühmten Kanäle der Stadt sind heute stinkende Kloaken, eine Folge der Kriege und auch der neuen Staudämme in der Türkei. Durch sie sank der Wasserstand des Schatt al Arab um 75 Prozent. Die Turbinen der Kraftwerke von Basra fielen deshalb fast trocken, sie erzeugen kaum noch Strom, Trinkwasser ist ein kostbares und rares Gut geworden – und das in einer reichen Stadt, dank des Erdöls. Doch die Menschen in Basra haben nichts vom schwarzen Gold unterm Wüstensand – die Hälfte der Leute hier ist arbeitslos.

Das ist absurd: Denn Basra sorgt mit seinen Häfen und Raffinerien für 90 Prozent der Erdöleinnahmen des ganzen Irak. Aber die internationalen Konzerne legten zu lange keinen Wert darauf, Menschen aus Basra Arbeit zu geben. Deshalb finden ausgerechnet in der wohl reichsten Stadt des Irak die radikalen schiitischen Milizen großen Zulauf. Die Milizen sind für junge Leute der größte Arbeitgeber in der Stadt geworden. In Basra ersetzen radikale Imame und ihre Gemeinden inzwischen die unfähige und korrupte Verwaltung. 30 Jahre Krieg haben in dieser Stadt nicht die Kanäle, sondern auch die Köpfe und Herzen der Menschen vergiftet.

Besetzung und stab
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2016
  • Herkunft:ARTE
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    (1): Kolumbien: Die Grenze im Dschungel

    Ein Flug mit Einreise nach Ecuador, Brasilien oder Venezuela ist für immer mehr Flüchtlinge eine Alternative – auch aufgrund der laxen Visa-Vergabe in diesen Ländern Südamerikas. Einmal angekommen, machen sie sich dann auf den langen Weg durch Süd- und Mittelamerika in Richtung Mexiko und schließlich USA. Aber Kolumbien und Panama trennt ein dichter, bergiger Regenwald, der sogenannte Darien. Er unterbricht den langen Lauf der Panamericana, der langen Verbindungsstraße des ganzen amerikanischen Kontinents,  die Chile mit Alaska verbindet.

    Seit zwei Jahren versuchen immer mehr Migranten diesen Weg, angelockt durch die Versprechen der Menschenschmuggler, über 10.000 waren es wohl 2015. Die Hälfte von ihnen sind Kubaner, aber viele andere kommen von noch weiter her: aus Somalia, Kamerun, Ghana, Guinea in Afrika und auch aus Pakistan, Bangladesch und Nepal in Asien. Der Weg durch den Dschungel ist höllisch gefährlich, aber das ahnen die wenigsten am Beginn des Marsches … 

    (2): Irak: Basra, die verlorene Stadt

    Die berühmten Kanäle der Stadt sind heute stinkende Kloaken, eine Folge der Kriege und auch der neuen Staudämme in der Türkei. Durch sie sank der Wasserstand des Schatt al Arab um 75 Prozent. Die Turbinen der Kraftwerke von Basra fielen deshalb fast trocken, sie erzeugen kaum noch Strom, Trinkwasser ist ein kostbares und rares Gut geworden – und das in einer reichen Stadt, dank des Erdöls. Doch die Menschen in Basra haben nichts vom schwarzen Gold unterm Wüstensand – die Hälfte der Leute hier ist arbeitslos.

    Das ist absurd: Denn Basra sorgt mit seinen Häfen und Raffinerien für 90 Prozent der Erdöleinnahmen des ganzen Irak. Aber die internationalen Konzerne legten zu lange keinen Wert darauf, Menschen aus Basra Arbeit zu geben. Deshalb finden ausgerechnet in der wohl reichsten Stadt des Irak die radikalen schiitischen Milizen großen Zulauf. Die Milizen sind für junge Leute der größte Arbeitgeber in der Stadt geworden. In Basra ersetzen radikale Imame und ihre Gemeinden inzwischen die unfähige und korrupte Verwaltung. 30 Jahre Krieg haben in dieser Stadt nicht die Kanäle, sondern auch die Köpfe und Herzen der Menschen vergiftet.

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    • Land:Frankreich
    • Jahr:2016
    • Herkunft:ARTE
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