ARTE Reportage

ARTE Reportage

Montag, 25. Juli um 6:40 Uhr (52 Min.)

ARTE Reportage

Irak: Nadeln gegen den Terror

Montag, 25. Juli um 6:40 Uhr (52 Min.)

(1) Irak: Nadeln gegen den Terror - Einmal im Monat schließt Elise Boghossian ihre Praxis in Paris, um in Kurdistan Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak mit Akupunktur zu behandeln. (2) USA: Der Südwesten dörrt aus - Kalifornien ist ein ziemlich trockener Flecken Erde. Auch wenn es diesen Winter nach Jahren endlich wieder geregnet hat. Bricht ein Zeitalter des Wassersparens an?

(1): Irak: Nadeln gegen den Terror

Mit zwei zu mobilen Krankenstationen umgebauten Bussen fahren sie und ihre Helfer nahe an die Front, an der die Terrorarmee des IS lauert: Ärzte, Krankenschwestern und Psychologen, alle selber Flüchtlinge, die sich in Gegenden wagen, die die anderen Hilfsorganisationen eher meiden. Im Schnitt behandeln sie 300 Patienten am Tag an 18 verschiedenen Orten, Flüchtlinge und Opfer des Krieges, darunter viele Christen und Jesiden, die ganz oben auf der Todes-Liste der islamistischen Terroristen stehen. Sie leiden unter Wundschmerzen, Migräne, Kriegstraumen - viele entdecken zum ersten Mal in ihrem Leben die Akupunktur und dass ihnen die tief gesetzten Nadelstiche wirklich helfen. Elise hat auch das Vertrauen von Frauen jesidischen Glaubens gewonnen. Sie erzählen ihr, was ihnen widerfahren ist als Sklavinnen der Dschihadisten vom IS.

Sie selber ist die Enkelin von Überlebenden des Völkermords an den Armeniern im Jahr 1915. Die Vergangenheit ihrer Familie hat sie dazu geführt, den Opfern des Krieges von heute zu helfen mit ihrem Heilmittel, der Akupunktur. Auf ihrer Fahrt durch Kurdistan begegnet sie auch immer wieder armenischen Christen, die vor dem Terror des IS aus der irakischen Stadt Mossul geflohen sind. Es ist, als ob sich die Geschichte nach 100 Jahren wiederholte.

(2): USA: Der Südwesten dörrt aus

Im Südwesten der USA herrscht die große Dürre. Felder verdorren, Stauseen leeren sich. Das alles könnte ein staubiger Vorgeschmack auf die Zukunft der riesigen Region sein. Wasser war in dem US-Bundesstaat noch nie ein Alltagsgut, das im Überfluss vom Himmel regnet. Wasser war immer eine umkämpfte Ressource und nicht zuletzt Statussymbol: Wer einen Swimmingpool im Garten hat, einen sattgrünen Rasen vor der Tür, sein Auto mehrmals pro Woche auf der Straße wäscht und seine Freizeit auf einem der großzügig bewässerten Golfplätze verbringt, der hat es geschafft. Damit könnte es bald vorbei sein.

Die ARTE-Reporter Michael Unger und Thomas Vollherbst haben festgestellt, dass der Südwesten der USA eigentlich schon längst über seine Wasserverhältnisse lebt. Ein neues Zeitalter des Wassersparens hätte längst begonnen haben sollen.