Themenabend

Weinprobe

Ungarn/Tokaj

Entdeckung -
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    • Sendetermine:
    • Sonntag, 25. September um 2.35 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 24. September bis zum 23. Dezember 2016
    • Verfügbar in den deutsch- und französischsprachigen Ländern Europas

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In dieser Folge ist "Weinprobe" zu Besuch in Ungarn, wo der Tokajer eine Spezialität ist. Der kostbare Süßwein wurde über Jahrhunderte im entlegenen Nordosten des Landes, im Tokajer Weingebiet, kultiviert. Mit dem Kommunismus brach die alte Weinkultur dort völlig zusammen. Masse statt Klasse hieß die Parole.

Der Tokajer gilt als Spezialität unter den Weinen. Die ungarische Variante des Süßweins durfte in früheren Jahrhunderten an keinem der Königshöfe Europas fehlen. Schon im 17. Jahrhundert kultivierten die Weinbauern rund um den Ort Tokaj, im äußersten Nordosten Ungarns, ein spezielles Verfahren, mit dem sie den sogenannten Aszú, einen Süßwein der Spitzenklasse, herstellten. Dem trockenen oder lieblichen Grundwein wurde der Most edelfauler Trockenbeeren zugegeben. Je mehr, desto mehr "Puttonyos" (Süße) hatte der Wein und wurde damit umso kostbarer.

Die traditionelle Weinkultur Ungarns brach unter dem Kommunismus völlig zusammen. Viele Familienbetriebe, die über Jahrhunderte die Qualität des Tokajers in immer ausgeklügelteren Verfahren verbessert hatten, wurden enteignet; ihr Weingut ging in einer staatlichen Genossenschaft auf. Gefragt war vor allem Masse, nicht Klasse. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs begannen Investoren und einheimische Weinbauern jedoch sehr schnell, die Idee vom "König aller Weine" neu zu beleben.

Christina Fischer ist in die entlegene Region des neuen Europas gereist und hat sich vor Ort in die Geheimnisse der Herstellung des Tokajerweins einweihen lassen. Zum Beispiel vom Weinjournalisten und -autor Hugh Johnson, der in Tokaj selbst zum Weinbergbesitzer wurde und ausländische Investoren berät. Der inzwischen renommierte ungarische Winzer Istvan Szepsy erzählt ihr, was es hieß, den Schritt vom Kommunismus in die freie Marktwirtschaft zu wagen - mit praktisch nichts, außer viel Enthusiasmus und der Idee von einem großen Wein im Kopf. Ohne die Hilfe von ausländischen Kapitalgebern hätte es auch Szepsy nie geschafft, dem Tokajer wieder ein Renommee zu verschaffen. Heute ist Tokaj eine boomende Weinregion: Hier haben Großinvestoren in den letzten zehn Jahren modernste Betriebe errichtet. Doch noch ist ungewiss, ob sich die Geldanlage im Osten je rentieren wird, und der Tokajer seinen alten Ruf zurückerobern kann.

Besetzung und stab
  • Regie:Steffi Illinger
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2004
  • Herkunft:ZDF
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    Der Tokajer gilt als Spezialität unter den Weinen. Die ungarische Variante des Süßweins durfte in früheren Jahrhunderten an keinem der Königshöfe Europas fehlen. Schon im 17. Jahrhundert kultivierten die Weinbauern rund um den Ort Tokaj, im äußersten Nordosten Ungarns, ein spezielles Verfahren, mit dem sie den sogenannten Aszú, einen Süßwein der Spitzenklasse, herstellten. Dem trockenen oder lieblichen Grundwein wurde der Most edelfauler Trockenbeeren zugegeben. Je mehr, desto mehr "Puttonyos" (Süße) hatte der Wein und wurde damit umso kostbarer.

    Die traditionelle Weinkultur Ungarns brach unter dem Kommunismus völlig zusammen. Viele Familienbetriebe, die über Jahrhunderte die Qualität des Tokajers in immer ausgeklügelteren Verfahren verbessert hatten, wurden enteignet; ihr Weingut ging in einer staatlichen Genossenschaft auf. Gefragt war vor allem Masse, nicht Klasse. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs begannen Investoren und einheimische Weinbauern jedoch sehr schnell, die Idee vom "König aller Weine" neu zu beleben.

    Christina Fischer ist in die entlegene Region des neuen Europas gereist und hat sich vor Ort in die Geheimnisse der Herstellung des Tokajerweins einweihen lassen. Zum Beispiel vom Weinjournalisten und -autor Hugh Johnson, der in Tokaj selbst zum Weinbergbesitzer wurde und ausländische Investoren berät. Der inzwischen renommierte ungarische Winzer Istvan Szepsy erzählt ihr, was es hieß, den Schritt vom Kommunismus in die freie Marktwirtschaft zu wagen - mit praktisch nichts, außer viel Enthusiasmus und der Idee von einem großen Wein im Kopf. Ohne die Hilfe von ausländischen Kapitalgebern hätte es auch Szepsy nie geschafft, dem Tokajer wieder ein Renommee zu verschaffen. Heute ist Tokaj eine boomende Weinregion: Hier haben Großinvestoren in den letzten zehn Jahren modernste Betriebe errichtet. Doch noch ist ungewiss, ob sich die Geldanlage im Osten je rentieren wird, und der Tokajer seinen alten Ruf zurückerobern kann.

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    • Regie:Steffi Illinger
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2004
    • Herkunft:ZDF
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